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Nachbericht zum Axis Roundtable

Smart Building - in der Theorie ganz einfach

25. Oktober 2016, 12:22 Uhr   |  Redaktion: Axel Pomper | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Expertenkommentare

Vermehrte Aufklärungsarbeit auf allen Ebenen

Sascha Puppel, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger (Gefahrenmeldetechnik):„Viele Anwender wollen einfach nur mit der Digitalisierung Schritt halten und machen sich vorher keine Gedanken, was sie genau benötigen und welche Gefahren ggf. eine Vernetzung mit sich bringt. Um diesen Zustand entgegenzuwirken, muss vermehrt Aufklärungsarbeit geleistet, aber auch Zertifizierungen und Normen auf Anwendungs- wie Geräteseite angepasst werden. Qualifiziertes Fachwissen ist auch auf Seiten der Errichter und Planer von Wichtigkeit. Nur auf Basis einer umfangreichen Ausbildung und kontinuierlichen Weiterbildung können sie Wechselwirkungen bei der Vernetzung der Systeme richtig einschätzen und die Kommunikation verschiedener Gewerke bei Bedarf verhindern.“

Integrale Planung auf Basis gesetzlicher Normen

Markus Groben, Geschäftsführer Groben Ingenieure GmbH – Planungsbüro: „Eine ausführliche Gefahrenanalyse auf Basis gesetzlicher Normen stellt den Startpunkt einer guten Planung dar. Dabei müssen die Planer integral denken und Schnittstellen zwischen den Gewerken mit einbeziehen. Hierfür benötigt es die Stelle eines Systemintegrators, der die einzelnen Hersteller und Netzwerkbetreiber sowie die Wechselwirkungen im Blick hat. Dies gilt auch im BIM-Bereich. Die Rolle der Datenbankhoheit muss eindeutig zugewiesen sein. Auf der anderen Seite sollten sich Planer auch in ihre Kunden hineinversetzen können und ihre Komfort- und Prestige-Bedürfnisse mit einplanen. Dabei ist es wichtig, die Kunden nicht zu verschrecken, sondern ihnen klar den Mehrwert erklären.“

Normen müssen für die Ausbildung zur Verfügung stehen

Werner Rost, Innung für Elektro- und Informationstechnik München: „Meistens ist ein Gesamtplaner für das komplette Gebäude verantwortlich. Es werden keine Unterschiede zwischen den einzelnen Gewerken gemacht. Die Vernetzung smarter Gebäude macht alle Systeme zu einem globalen „Eins“. Dieser komplexe Bereich benötigt spezialisiertere Fachkräfte, denn ein Gesamtplaner kann nicht in die geforderte Tiefe einsteigen. Normen spielen hierbei eine bedeutende Rolle, doch sie finden zu selten Anwendung, da ihre Kosten extrem hoch sind. Gerade Auszubildende, die an die Arbeit mit Normen herangeführt werden sollen, fehlt deswegen häufig der Zugriff auf jene. Hinzu kommt, dass sie sich so rasch ändern, dass eine Norm von Beginn der Ausbildung bereits bei Ende der Ausbildungszeit maßgebliche Änderungen durchlaufen haben kann.“

Bewusstseinsschärfung und Sensibilisierung der Endkunden

Martin Möhring, Kriminalhauptkommissar und Kriminalpolizeilicher Fachberater in der Technischen Prävention: „Der Endkunde hat oft kein tiefergehendes Verständnis, welche Komponenten Teil einer guten Digitalisierungsstrategie sind. Daher treffen wir oft auf Fälle, bei denen die IT-Infrastruktur höchst gesichert ist, während die physische Sicherheit vernachlässigt wurde. Somit stehen Kriminellen Tür und Tor offen. Daher ist eine Bedarfsanalyse der wichtigste Bestandteil der Planung. Gleichzeitig sollte eine Bewusstseinsschärfung der Endkunden erfolgen und sie aufgeklärt werden. Grundlage einer Beratung stellen stets die gesetzlichen Normen dar. Der Nutzer darf nicht nur die Notwendigkeit und den Bedarf erkennen, sondern muss auch für die begleitenden Gefahren sensibilisiert werden. Bequemlichkeit darf nicht wichtiger sein als die Sicherheit.“

Wandel von Produkten hin zu Lösungen

Jochen Sauer, Business Development Manager, Axis Communications: „Endanwender versuchen oft im ersten Schritt günstige Plug&Play-Lösungen einzusetzen, da sie nicht über professionelle Systeme Bescheid wissen und erfahren schnell Ernüchterung, wenn die Geräte ohne Fachkenntnis doch nicht so einfach zu nutzen sind wie gedacht. Das lässt das „Smart Building“ an sich in schlechtem Licht dastehen. Entscheidet sich der Kunde für eine professionelle Ausführung ist eine gute Qualität der Fachplanung und Ausführung entscheidend. Planer sollten auf keinen Fall eine ganzheitliche Betrachtung vernachlässigen, die Abhängigkeiten oder Probleme bei einer zukünftigen Planung aufzeigt. Deswegen hat Axis bereits den Wandel vollzogen, nicht mehr nur einzelne Produkte anzubieten, sondern sich stärker auf Lösungen zu konzentrieren, die Planern die Arbeit vereinfachen.“

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1. Smart Building - in der Theorie ganz einfach
2. "Vor der Tat, halte Rat"
3. Expertenkommentare

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