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Skalpell, Tupfer, Faxgerät

9. Dezember 2021, 16:30 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Patientenkommunikation: Notfall oder nur etwas zu trinken?

Auch die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen PatientInnen und Klinikpersonal sind aktuell noch recht eingeschränkt. Das beginnt beim Aufnahmeprozess in die Klinik, zu dem PatientInnen oft Unterlagen in Papierform vom einweisenden Arzt mitbringen. Über ein digitales Aufnahmemanagement lassen sich die relevanten Unterlagen allen Beteiligten zur Verfügung stellen. Der einweisende Arzt könnte beispielsweise Befunde oder relevante Informationen entsprechend hochladen. „Aber auch die Klinik kann dem Patienten schon vorab zum Beispiel die Zimmernummer, etwaige Termine oder Informationen mitteilen“, erläutert Pranghofer.

Während des Klinikaufenthalts haben PatientInnen vielerorts nur die Möglichkeit, über die Patientenklingel zu kommunizieren – oder sie verlassen ihr Krankenzimmer und machen sich „auf die Suche nach dem Krankenhauspersonal“, so der Avaya-Experte. 64 Prozent der Befragten der Studie gaben an, dass der Stationsalarm für sie der primäre Benachrichtigungsweg sei, 14 Prozent werden über ein Mobilgerät benachrichtigt und acht Prozent über einen Beeper oder Pager. Wenn allerdings ein Ruf über die Patientenklingel beim Klinikpersonal eingeht, weiß dieses nicht sofort, um was für ein Anliegen es sich handelt und wie dringend dieses ist. Es kann eine akute gesundheitliche Verschlechterung sein, aber ebenso der Wunsch nach einer neuen Flasche Wasser. Gerade Letzteres ließe sich auch über eine App mitteilen; geht eine solche „Bestellung“ beim Klinikpersonal ein, kann  entsprechend reagiert werden – mitunter auch von nicht-medizinischen MitarbeiterInnen. Durch digitale Lösungen ließen sich somit „Bedarfe zwischen medizinischen und nicht-medizinischen trennen, wodurch bereits das Personal entlastet wird“, kommentiert Pranghofer. Damit eine solche Lösung auf Patientenseite genutzt wird, empfiehlt er, das WLAN kostenlos anzubieten. Und um eine ausreichende Sicherheit gewährleisten zu können, sei es zudem sinnvoll, das WLAN des Personals vom PatientInnen- und Gäste-WLAN zu trennen.

Als Hürden bei der Digitalisierung werden in der Studie vor allem das fehlende Personal (42 Prozent) sowie finanzielle Gründe (39 Prozent) genannt. Auch seien die Digitalkenntnisse des Personals mit neueren Medien noch „ausbaufähig“, wie Pranghofer sagt. „Außerdem sind Neuerungen in einem stressigen Arbeitsalltag immer auch mit Hürden verbunden, sodass etwaige Schulungen oftmals eine Hemmschwelle darstellen.“ Jedoch können digitale Lösungen und damit einhergehende bessere und zeiteffizientere Abläufe dafür sorgen, dass das Fachpersonal Zeit gewinnt. Und diese lasse sich dann nutzen, „um sich intensiver um die medizinische Behandlung der PatientInnen zu kümmern“, so Pranghofer weiter.

Zur Studie: „Gesundheitswesen – Digitalisierung in den Krankenhäusern“ ist der Titel einer Studie, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Avaya durchgeführt hat. Dazu wurde im Frühjahr 2021 Klinikpersonal in deutschen Krankenhäusern befragt. An den Online-Interviews nahmen 472 Befragte teil, die folgenden Berufsgruppen angehörten: (Chef-)ÄrztInnen, Pflegepersonal, Personen aus der Krankenhaus-Verwaltung und IT-AdministratorInnen.


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