Telefonbeschichtung

Silberionen gegen Mikroben

19. Juli 2022, 13:00 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Mitel Telefonbeschichtung Antibakteriell
© Mitel

Mitel hatte im Jahr 2021 IP-Business-Telefone auf den Markt gebracht, die mit einer antimikrobiellen Technologie versiegelt sind; im April 2022 wurden nun auch DECT-Mobilteile mit dieser Eigenschaft vorgestellt. Wovor diese schützt und wie sie funktioniert.

Auf Telefonen können sich Schmutz, Keime und Ablagerungen ansammeln – das ist bekannt und gerade in hygienesensiblen Bereichen ein wichtiges Thema. Das können das Gastgewerbe sein, der medizinische Sektor, Baustellen oder Produktionshallen; aber auch in vielen Büros herrscht spätestens seit der Corona-Pandemie eine höhere Hygiene-Sensibilität. Die regelmäßige Reinigung von Tisch- oder Mobiltelefonen empfiehlt sich damit ohnehin.

Doch auch das Material, aus dem Telefone und Handsets hergestellt sind, kann einen Beitrag für die Hygiene leisten. Im Falle der Mitel-IP-Telefone „6920t“, „6930t“ und den Handsets der „600dt“-Serie ist das eine Antimikroben-Technologie von BioCote; das britische Unternehmen stellt einen entsprechenden Oberflächenschutz gegen Mikroben wie Bakterien und Schimmelpilze her.

In den genannten Geräten von Mitel sind die Kunststoffoberflächen laut Unternehmensangaben mit einer silberbasierten Beschichtung geschützt. Dabei werden „die antimikrobiellen BioCote-Zusatzstoffe bereits bei der Herstellung in die Rohstoffe der Produkte integriert“, wie Mitel erklärt. Dreh- und Angelpunkt der antimikrobiellen Wirkung sind Silberionen. Sie erschweren den Mikroben ihre Funktion und Vermehrung. Mitel konkretisiert, dass durch die Silberionen einerseits die DNS von Mikroben geschädigt werde. Und das verhindere wiederum, „dass die Mikroben sich vermehren können, da das Kopieren ihres genetischen Materials blockiert wird“. Weitere Prozesse, die auf das Konto der Silberionen gehen, seien Mechanismen, die zur Zellschädigung oder zum Zelltod bei den Mikroben führen können.

Auch schädigen die Ionen „die Zellmembran, was deren Funktion beeinträchtigt und dazu führen kann, dass die Zelle nicht mehr in der Lage ist, die Zellströme zu regulieren.“ Auf diese Weise ließen sich die Oberflächen der Geräte laut Mitel vor Mikroben schützen, „die Flecken, Geruch und Materialverschlechterung verursachen“; beispielsweise werde das Wachstum von Schwarzschimmel, einem Lebensmittelverderber und Materialzerstörer, reduziert; Mitel betont aber auch, dass die Technologie die Benutzer der Produkte nicht vor krankheitsverursachenden Mikroben und insbesondere vor SARS-CoV-2 schützt.

Verschiedene Anforderungen

Um die Wirksamkeit der antimikrobiellen Zusatzstoffe zu testen, arbeitet BioCote laut dem TK-Hersteller mit einem unabhängigen, akkreditierten mikrobiologischen Labor zusammen. Geprüft werde gemäß der Branchen-Standardtests ISO 22196 und ASTM G21. Das sehe dann so aus, dass in den Tests ein Umfeld geschaffen werde, „in dem Mikroben wie Bakterien, Schimmel oder Pilze gedeihen und sich auf den Probematerialien vermehren können, so wie es auch im regulären Betrieb der Fall wäre.“ Zwar gebe es keine offizielle Bestätigungsstufe für den ISO 22196-Test, BioCote validiere jedoch „nur Produkte, die eine Reduktion von über 95 Prozent erreichen, was höher ist als bei den meisten, wenn nicht allen Anbietern antimikrobieller Mittel“, wie Mitel ausführt.

In jeder Umgebung warten dabei andere Herausforderungen auf die antimikrobiellen Zusatzstoffe. In Kliniken können sie dazu beitragen, die Kontamination von Bakterien von Oberfläche zu Oberfläche zu verringern. Für das Gastgewerbe sind wiederum lebensmittelbedingte Bakterien und die Verhinderung der Kreuzkontamination von Bakterien wie Campylobacter, C. difficile, Salmonellen und E. coli relevant, während im verarbeitenden Gewerbe Schutz vor materialzersetzenden Mikroben von Interesse sein kann.

Der schützende Effekt soll laut Mitel in jedem Fall lange währen und bis zu 25 Jahre anhalten, „ohne dass die Wirkung nachlässt.“ Das heißt allerdings nicht, dass man sich die Reinigung der Telefone sparen könne. Die Technologie trage laut dem Hersteller aber dazu bei, dass die Geräte zwischen den Reinigungen sauber gehalten werden.

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