Breitband

Schein oder Sein?

21. Juli 2011, 13:33 Uhr | Thomas Schröder, Alcatel-Lucent Deutschland. | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Glasfaser – Hoffnung für Stadt und Land

Viele Experten sind der Ansicht, dass sich die für die Zukunft benötigten Kapazitäten für die Bewegtbildübertragung langfristig nur durch Glasfasernetze bis zum Gebäude (FTTB) und bis in die einzelnen Haushalte (FTTH) realisieren lassen. Auch wenn die heutigen TV-Kabelnetze hohe Bandbreiten bieten – auf Dauer müssen auch sie aufgerüstet werden, um die neuen Anwendungen in höchster Qualität zu unterstützen.

Zugangstechnologien wie GPON sind deutlich schneller als DSL und nach Ansicht vieler Experten die Breitbandtechnologie, die sich langfristig durchsetzen dürfte. GPON steht für Gigabit-Passive-Optical-Network, also passive optische Netze (PON) mit Gigabit-Geschwindigkeit. Der aktuelle GPON-Standard weist eine Leistungsbitrate von 2,488 GBit/s im Downstream und 1,244 GBit/s im Upstream auf. Das entspricht einem Vielfachen der mit Kupferkabeln möglichen Bandbreite – und öffnet den Weg zu neuen Diensten. Bei der Einrichtung von GPON-Netzen spielt der Gedanke, diese hohe Bandbreite bis zum Endkunden zu bringen, eine große Rolle. Daher wurden auch Einsatzszenarien entwickelt, in denen die Glasfaser bis zum ökonomisch sinnvollsten Punkt gebracht wird.

Bei dem Einsatzszenario Fibre-to-the-Home (FTTH) wird das Glasfasernetz von der Vermittlungsstelle bis zu jedem einzelnen Kunden verlegt; bei Fibre-to-the-Building (FTTB) reichen die Glasfaserleitungen von der Vermittlungsstelle bis zum Übergabepunkt in größeren Gebäuden.

Seit mittlerweile fast zehn Jahren wächst die Zahl der installierten Zugangsnetze aus Glasfaser weltweit. Die Nase vorne hat der ostasiatische Raum, besonders Japan und Südkorea, wo schon frühzeitig Netzbetreiber in diese zukunftsweisende Technologie investiert und Netze aufgebaut haben. 2003, im Jahr der Standardisierung von GPON durch die Internationale Fernmeldeunion (ITU-T) haben drei große nord-amerikanische Netzbetreiber beschlossen, Glasfasernetze einzuführen. In der Folge schlugen auch einige europäische Netzbetreiber wie BT und France Telecom sowie deren kleinere lokale Konkurrenten diesen Weg ein. In Deutschland nimmt der Aufbau von FTTX-Netzen erst in jüngster Zeit langsam Fahrt auf. Ein erstes reines FTTH-Netz ist auf dem Flugfeld Sindelfingen/Böblingen unter Verwendung der GPON-Technologie von Alcatel-Lucent seit 2009 im Einsatz. Nach den aktuellen Bitkom-Angaben sind heute 600.000 Haushalte in Deutschland mit Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude versorgt.

Passive optische Netze haben sich nach anfänglicher Konkurrenz durch aktive Ethernet-Switch-Systeme als Glasfaserstandard weitgehend durchgesetzt. Ausschlaggebend sind Vorzüge wie die im Vergleich zu aktiven Komponenten leicht zu managende und kostengünstige Infrastruktur, der geringe Energieverbrauch und die geringe Port-Dichte in der Vermittlungsstelle für Teilnehmer-Anschlussleitungen.

Als passives Glasfasernetz benötigt GPON keine teuren aktiven Komponenten. Ein zentraler Switch versorgt die Teilnehmer über eine Entfernung von bis zu 20 Kilometer. Der Laserstrahl gelangt zu den Endgeräten der Teilnehmer über passive optische Splitter, die wie Prismen funktionieren. Dabei wird das Lichtsignal an mehrere Ausgänge gestreut. Über den Splitter teilen sich 32 oder 64 Nutzer die Bandbreite.

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  1. Schein oder Sein?
  2. Ein dynamischer Markt
  3. DSL – ein langsam alternder Platzhirsch
  4. Kabel – Totgesagte leben länger
  5. Glasfaser – Hoffnung für Stadt und Land
  6. LTE – Wegbereiter ohne Zukunftsaussicht
  7. Fazit

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