Breitband

Schein oder Sein?

21. Juli 2011, 13:33 Uhr | Thomas Schröder, Alcatel-Lucent Deutschland. | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Kabel – Totgesagte leben länger

Wer nach dem Verkauf des Kabelnetzes der Deutschen Telekom vorausgesagt hätte, dass Breitband über TV-Kabel sich gemessen an Wachstumsraten zu dem derzeit erfolgreichsten Breitbandprodukt entwickelt, wäre wahrscheinlich als realitätsfern bezeichnet worden. Andere Technologien, wie beispielsweise xDSL, erschienen den Marktbeobachtern als zukunftsweisender. Tatsächlich haben die Kabelnetzbetreiber ihre Infrastruktur in den letzten Jahren zu Hybrid-Fibre-Coax (HFC)-Netzen ausgebaut, um Internetnutzung mit hohen Zugangsraten und zu vergleichsweise niedrigen Preisen sowie Video-on-Demand zu ermöglichen. Mit Erfolg, wie das Wachstum der vergangenen zwei, drei Jahre zeigt. So hatten nach Informationen des Bitkom Ende 2009 2,3 Millionen Haushalte über TV-Kabel Breitbandzugang, was einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Derzeit wählt jeder dritte Breitbandneukunde ein Internetangebot eines Kabelbetreibers. Dieser Markterfolg ist ein gutes Indiz dafür, dass immer mehr Menschen die Entwicklung des Breitbandmarktes hin zu höheren Bandbreiten – mittelfristig von 50 MBit/s und mehr – wünschen und zahlen. Kabel-Breitbandanschlüsse sind nach Angaben der Bundesnetzagentur bereits heute für über 24 Millionen Haushalte in Deutschland verfügbar. Maßgebliche Bedeutung bei der Aufrüstung der Kabelnetze hat der Übertragungsstandard Docsis 3.0, über den schon heute für zirka 13 Millionen Haushalte Downloadraten von 100 MBit/s verfügbar sind.  Doch künftig werden sich immer mehr Kunden ihr Entertainment-Programm nach Bedarf zusammenstellen wollen – oder selbst Inhalte ins Netz stellen. Video-on-Demand-Dienste sorgen für einen enormen Bandbreitenbedarf, der noch weiter wächst, wenn diese Angebote in High-Definition (HD) oder sogar in 3D, was derzeit noch Zukunftsmusik ist, genutzt werden. Auch Cloud-Dienste für Unternehmenskunden werden sukzessive den Bandbreitenhunger wachsen und auch die TV-Kabeltechnologie an ihre Grenzen stoßen lassen. Hinzu kommt, dass die HFC-Netze nicht ohne intensive Investitionen in Glasfaser auskommen, wenn sie ein Wachstum der Teilnehmer mit hohen Bandbreiten-Abonnements seriös bedienen wollen. In den USA hat aus diesem Grund schon vor Jahren der Umstieg zu Glasfaser, insbesondere zu Fiber-to-the-Home (FTTH), begonnen.

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  1. Schein oder Sein?
  2. Ein dynamischer Markt
  3. DSL – ein langsam alternder Platzhirsch
  4. Kabel – Totgesagte leben länger
  5. Glasfaser – Hoffnung für Stadt und Land
  6. LTE – Wegbereiter ohne Zukunftsaussicht
  7. Fazit

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