Fachkräfte in der Digitalisierung

Richtig aufgestellt für die Digitale Transformation

11. Januar 2017, 12:12 Uhr | Autor: Axel Pomper | Kommentar(e)
Fachkräfte für die Digitalisierung
© Norbert Preiß / Quelle: Daniel Garcia Baños/Stokkete/GStockStudio/FITIM Bushati/BaranQ - 123RF

Die Digitale Transformation ist das Trendthema schlechthin und verspricht einen Wandel, der sich nicht nur auf Unternehmen auswirkt. Doch neben den rein technischen Aspekten, denen sich die Hauptakteure der Digitalisierung widmen müssen, darf man auch den Menschen nicht aus den Augen verlieren.

Digitalisierung revolutioniert sämtliche Bereiche unserer Wirtschaft: Industrie 4.0 verändert die gesamte Wertschöpfungskette, E-Health ermöglicht neue Therapiekonzepte und der Digital Workplace soll Mitarbeitern die Flexibilität geben, von überall und mit jedem Endgerät zu arbeiten.

Um diesen Wandel im Unternehmen umzusetzen, braucht es Führungskräfte, die bereit sind umzudenken und sich auf die „New Ways of Working“ einzulassen – und die vor allem daran denken, dass stets der Anwender im Mittelpunkt stehen sollte. Denn gerade einmal rund 32 Prozent aller IT-Projekte sind, Studienergebnissen zufolge, hierzulande von Erfolg gekrönt, wie Manzu King, Prokurist bei Communicate, auf dem vierten funkschau congress Unified Communications berichtete. Stolpersteine ergeben sich beispielsweise dann, wenn Mitarbeiter sich fragen müssen, wo ihr persönlicher Nutzen in der Einführung einer neuen digitalen Lösung liegt. Es gilt also rechtzeitig die richtigen Ansprechpartner ins Boot zu holen und die Bedürfnisse der Anwender zu berücksichtigen.

Fachkräfte – woher nehmen und nicht stehlen?

Selbst nach der besten Planung braucht es für die Umsetzung geeignete Fachkräfte, die über entsprechende digitale Kompetenzen verfügen. Der Mangel an solchen IT-Experten verschärft sich laut einer aktuellen Bitkom-Studie zusehends. So gibt es derzeit  in Deutschland 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Gesucht werden vor allem Software-Experten mit Know-how rund um Big Data, Cloud-Computing sowie Entwickler für Industrie 4.0. Über mangelnde Nachfrage können sich auch IT-Berater, Administratoren sowie Experten für IT-Security (mehr dazu im Beitrag ab Seite 10) nicht beschweren.

„Die weiterhin hohe Nachfrage nach Entwicklern und der steigende Bedarf an IT-Beratern spiegelt die Digitalisierung der Wirtschaft wider. ITK-Unternehmen helfen Unternehmen aus allen anderen Branchen dabei, ihre Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu digitalisieren“, kommentierte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die Ergebnisse der Studie.

Doch diese hochqualifizierten, meist jungen Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen. Sie wissen genau, welche Forderungen sie stellen können. Unternehmen müssen sich also überlegen, wie sie sich als attraktive Arbeitgeber profilieren, vor allem für die vielzitierte Generation Y. Machbar ist das auch für kleine und mittelständische Unternehmen, denn nicht allein die Gehaltschecks mit hohen Summen locken die Fachkräfte an. Befragungen haben ergeben, dass die junge Generation mehr Wert darauf legt, von Anfang an ernst genommen zu werden, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen und über moderne Arbeitsmittel zu verfügen, als auf ein möglichst üppiges Gehalt.

Die eigenen Mitarbeiter nicht vergessen

Dennoch kann es nicht des Rätsels Lösung sein, ausschließlich neue Fachkräfte zu rekrutieren – es ist essenziell, auch die eigenen Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Eine Studie der Wiesbaden Business School ergab, dass Mitarbeiter sich noch nicht auf die neue Arbeitswelt vorbereitet fühlen. So fordern Unternehmen zwar mehr und mehr Anpassungsfähigkeit und soziale Kompetenzen für den Einsatz von kollaborativen Tools, sie bieten jedoch kaum Trainings an, mit denen die Mitarbeiter die Fähigkeiten erlernen können. Gerade HR-Abteilungen können die Chance nutzen, um sich als helfende Hand der Mitarbeiter innerhalb der Digitalen Transformation im Unternehmen zu etablieren.


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