Schwerpunkte

5 Technologietrends im Fokus

Quo vadis Kundenreise?

19. März 2019, 20:53 Uhr   |  Autor: Heinrich Welter / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Quo vadis Kundenreise?
© lightwise - 123RF

Die Cloud, Künstliche Intelligenz (KI) und immer differenziertere Kundenerwartungen sind die Treiber für neue Service-Erlebnisse. Heinrich Welter von Genesys betrachetet die wichtigsten Trends der kommenden Monate näher. Sie prägen die neue Art der Kommunikation von Firmen mit ihren Kunden.

1. Ergebnisse zählen
Vertriebs- und Marketingabteilungen werden sich in den kommenden Monaten erheblich verändern. Konsumenten verlangen weiterhin das richtige Angebot zur richtigen Zeit und das auf dem richtigen Kanal. Firmen werden verstärkt auf Softwarelösungen setzen, die – unterstützt durch KI sowie maschinellem Lernen – zielgerichteter zum geschäftlichen Erfolg führen. Hinzu kommt: Bei IT-Verträgen sind Service Level Agreements (SLAs) nicht mehr das Maß aller Dinge – was heute zählt, sind Ergebnisse.
 
2. Daten zusammenführen und verstärken
Fast alle KI-Applikationen im Markt sind Punktlösungen, die für eine ganz spezielle Aufgabe entwickelt wurden. Diese heterogenen KI-Datenmodelle zu integrieren, ist ein sehr aufwendiges Unterfangen. Fortschrittliche Unternehmen müssen unterschiedliche Datenmodelle schnell zusammenführen, um die Serviceerfahrungen der Kunden auf ein völlig neues Level zu heben: Im Fokus stehen dabei eine einheitliche Sicht auf den Kunden und eine gut geplante Customer Journey. Maschinelles Lernen kommt zum Einsatz, um Daten von verschiedenen KI-Plattformen analysieren, extrahieren und verbessern zu können. Das macht bislang unerkannte Zusammenhänge sichtbar. In Kürze werden Open-Source-Datenmodelle die Basis für die Datenintegration zwischen Händlern darstellen. Dies ermöglicht eine noch nie dagewesene Zusammenarbeit – ganz ohne zentrale Speicherung.
 
3. Edge Devices werden immer wichtiger
Egal ob Amazon Echo, Google Home Hub oder Apple Watch – Konsumenten verwenden vermehrt Smart Devices, um ihr Leben zu organisieren. Dadurch wird die Verarbeitung der Daten am Edge genauso wichtig wie ihre Speicherung in der Cloud. Firmen werden verstärkt eine Microservice-Struktur aufbauen und Edge Computing verwenden, um ein starkes Fundament für das Service-Erlebnis der nächsten Generation – angetrieben durch den digitalen Kunden – zu schaffen.

Heinrich Welter, Genesys
© Genesys

Der Autor, Heinrich Welter, ist VP Sales und General Manager der DACH-Region von Genesys.

4. Es wird weiterhin menscheln
Künftig werden Firmen immer mehr KI-Tools einsetzen, die einfache wiederkehrende Tätigkeiten erledigen und Mitarbeitern mehr Effizienz ermöglichen. Manchmal erwarten die Kunden allerdings die Interaktion mit einem Menschen. Auch dann können die neuen Technologien unterstützen: Sie versorgen Mitarbeiter mit Tipps, die auf einer dynamischen Auslegung der Situation basieren. Die nächste Generation von KI-Tools verleiht Mitarbeitern fast seherische Fähigkeiten, da sie die emotionalen und sprachlichen Signale der Konsumenten interpretieren und sogar deren nächste Schritte im Voraus erahnen kann.
 
5. Hyper-Realität ermöglicht neue Tools
Smart TV wird momentan hauptsächlich mit Unterhaltung in Verbindung gebracht. Schon jetzt kann Smart TV interaktiven Content in hoher Auflösung bieten. Diesen können Firmen in Kürze nutzen, um differenzierte Service-Erlebnisse zu ermöglichen, die die Vorlieben der Kunden berücksichtigen. Sobald sich mit interaktiven Inhalten Hyper-Realität darstellen lässt, bei der die Übergänge von physischen und virtuellen Realitäten fließend sind, entstehen zum Beispiel völlig neuartige Hilfen zur Produktinstallation und zur Fehlersuche. Am Arbeitsplatz wird Hyper-Realität ein wichtiges Tool für die Zertifizierung und Compliance sein, das zudem Inhalte zur Schulung von Mitarbeitern liefert. Mit Hyper-Realität erschließen Unternehmen auch eine neue und reichhaltige Datenquelle zu Kundenpräferenzen.
 
Zwischenmenschliche Kommunikation treibt den Wandel voran
Letztendlich werden all diese Veränderungen vom menschlichen Bedürfnis nach Kommunikation angetrieben. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies mit einem Smart Device geschieht oder via KI-Schnittstelle. Nichts erfolgt nur der Technologie willen, sondern alles steht im Zeichen des menschliche Bedürfnisses nach guter, schneller, einfacher und vor allem persönlicher Kommunikation.

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