Unified-Communications

Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen

16. Juni 2011, 13:54 Uhr | Marc-Aurel Reif, selbstständiger Unified-Communications-Berater, www.mareif.de. | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Fließende Grenzen zwischen Business- und Privat-Leben

Stetig wachsende mobile Bandbreiten und Leistungen mobiler Endgeräte bei gleichzeitig sinkenden Kosten lassen laufend neue mobile Anwendungen entstehen. Kein Markt wächst momentan ähnlich stark wir der für mobiles Internet und seine Anwendungen.

Die Grenzen von Arbeitszeit und Freizeit weichen auf. Es ist durchaus sinnvoll, das anstehende Telefonat mit Übersee abends von zu Hause zu erledigen, anstatt bis Mitternacht im Büro zu verweilen. Dies ist umso besser möglich, als da alle wichtigen Informationen, sei es der Zugang zum Firmennetzwerk oder einem gemeinsamen Collaboration-Tool, inzwischen auch mobil – gleich mit welchem Endgerät – verfügbar sind.

Doch die ständige Erreichbarkeit hat auch Ihre Tücken. Da erforderliche Informationen überall zur Verfügung stehen, und Gesprächspartner auf irgendeinem Kommunikationskanal irgendwie schon erreichbar sind, wird der Tagesablauf unstrukturierter. Dies führt zu häufigem Springen zwischen einzelnen Aufgaben und häufigen Unterbrechungen. Kaum wird eine neue Nachricht auf dem mobilen Endgerät signalisiert, schon erfolgt auch der automatisierte Griff um nachzusehen, wer sich eben gemeldet hat. Häufig erstellen wir umgehend eine Antwort, um diesen Punkt gleich zu erledigen.

Die Folge ist leider allzu oft ein Pingpong-Effekt, da auf die Antwort oft postwendend eine neue Nachricht folgt; der Kommunikationspartner denkt vermutlich ähnlich. Somit wurde nichts gewonnen; im Gegenteil: die Anzahl der Nachrichten erhöht sich und die letzte Nachricht trifft auch gerne erst kurz vor Mitternacht ein. Da unser Gehirn aber einige Minuten benötigt, um nach einer Unterbrechung wieder beim eigentlichen Thema anzukommen, werden die Tage nicht effizienter, sondern durch die zunehmende Zerstückelung eher hektischer. So wird die gefühlte Arbeitszeit zwar länger, das Ergebnis aber nicht unbedingt besser. Häufig sind Konzentrationsstörungen eine Folge.

In einer Studie des BKK-Bundesverbandes unter über 2.300 Beschäftigten gaben 84 Prozent aller Berufstätigen an, außerhalb der Arbeitszeiten für Kollegen, Kunden oder Vorgesetzte erreichbar zu sein. 51 Prozent gaben an, jederzeit „Stand-by“ zu sein. Weitere Ergebnisse: Rund 50 Prozent aller befragten Berufstätigen leiden unter Schlafproblemen – 13 Prozent fast jede Nacht. Die Folge ist oft frühe Erschöpfung am folgenden Tag. Es ist schwierig, die steigende Anzahl psychischer Probleme am Arbeitsplatz einzelnen Ursachen zuzuordnen. In der BKK-Studie wurden als Hauptgründe Stress, berufliche Überforderung und „das nicht abschalten können von der Arbeit“ genannt.

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  1. Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen
  2. Fließende Grenzen zwischen Business- und Privat-Leben
  3. Unified-Communications richtig einsetzen
  4. Überall heißt nicht stets erreichbar zu sein
  5. Wie „gläsern“ werden die Mitarbeiter?
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