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Gastkommentar Sage

Nachhaltige HR-Strategie für die digitale Ära

13. November 2019, 12:53 Uhr   |  Autorin: Simone Seidel / Redaktion: Sabine Narloch

Nachhaltige HR-Strategie für die digitale Ära
© Fotolia, Jacob Lund

Beim Kulturwandel hin zur People Company können digitale Tools einen großen Beitrag leisten, wie Simone Seidel von Sage, Anbieter von Software-Lösungen, ausführt.

Da insbesondere jüngere Arbeitnehmer heutzutage fast ausschließlich über digitale Kanäle kommunizieren, sind inzwischen auch die meisten Unternehmen mit Online-Stellenanzeigen in Jobbörsen und sozialen Medien präsent. Doch wie sehen die nachgelagerten Recruiting-Prozesse aus? Was nützen beispielsweise online ein-gereichte Bewerbungsunterlagen, wenn sie anschließend doch nur ausgedruckt und per Hauspost von Abteilung zu Abteilung geschickt werden? Die Folge ist, dass sich Entscheidungen und damit auch Reaktionen seitens des potenziellen Arbeitgebers entsprechend verzögern. Vor allem Kandidaten, die der Generation der Digital Natives angehören, dürfte dies besonders ärgern. Arbeitgeber mit voll digitalisierten Bewerbungsabläufen werden hier mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller und erfolgreicher sein und das betreffende Talent am Ende für sich gewinnen.

Erfolgreiches Recruiting zeigt sich erst in langfristiger Mitarbeiterbindung
Angesichts des akuten Fachkräftemangels in vielen Branchen reichen Recruiting-Erfolge allein allerdings nicht mehr aus, um den Personalbedarf auf Dauer zu decken. Mindestens ebenso wichtig ist es, gewonnene Arbeitnehmer langfristig im Unternehmen zu halten. Mitarbeiterbindung ist im Wettbewerb um qualifizierte Köpfe ein nachhaltiger Ansatz, weil sich Recruiting-Investitionen nur so tatsächlich refinanzieren. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, empfinden hierzulande aber nur 15 Prozent aller Beschäftigten eine ausgeprägte Bindung an ihr Unternehmen. Von den verbleibenden 85 Prozent der Befragten hat dagegen die Mehrheit bereits innerlich gekündigt: Die Folgen sind mangelnde Motivation und Produktivität – was in deutschen Unternehmen allein im letzten Jahr mehr als 100 Milliarden Euro gekostet hat.

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Simone Seidel ist Director People Management, Human Resources/People Central Europe bei Sage

Flexibles Arbeiten durch moderne IT-Tools
Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen den Kulturwandel hin zu einer echten People Company einleiten, indem sie den Mitarbeiter und seine Bedürfnisse konsequent ins Zentrum stellen. Auf diese Weise lässt sich nicht nur seine Zufriedenheit mit und Bindung an seinen Arbeitgeber stärken, sondern gleichzeitig auch seine Motivation und Produktivität. Auch in dieser Hinsicht leisten digitale Tools einen unverzichtbaren Beitrag. Vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach zeitlich und örtlich flexiblen Arbeitsbedingen, die mit dem Wunsch nach einer verbesserten Work-Life-Balance einhergeht, ist ein Arbeitgeber klar im Vorteil, der seinen Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglichen kann. Dafür braucht es neben entsprechenden Gleitzeitregelungen natürlich auch die nötige IT-Infrastruktur – beispielsweise cloudbasierte Software-Systeme, die auch auf mobilen Endgeräten dank Responsive Design intuitiv nutzbar sind. Wer darüber hinaus auch HR-Tools zur Verfügung stellt, mit denen Mitarbeiter persönliche Angelegenheiten, wie Urlaubsanträge oder Zeiterfassung, selbständig und selbstbestimmt erledigen können, entlastet damit nicht nur die Personalabteilung, sondern sorgt für zusätzliche Mitarbeiterzufriedenheit.

Persönliche Talente im Sinne des Arbeitgebers entfalten
Zu einer nachhaltigen HR-Strategie, die für motivierte Mitarbeiter sorgt, die sich auch langfristig an einen Arbeitgeber binden wollen, gehören aber nicht nur effiziente Recruiting-Prozesse und ein modernes Arbeitsumfeld. In diesem Zusammenhang spielt insbesondere auch die Personalentwicklung eine besondere Rolle. Denn gezielte Qualifikationsmaßnahmen geben jedem einzelnen Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Neigungen und Talente im Interesse seiner Firma bestmöglich zu entfalten. Digitale Tools helfen in diesem Kontext, ein unternehmensweites Skill-Management aufzubauen, um Schulungsinvestitionen bedarfsgerecht zu steuern. Überdies entsteht dadurch eine wertvolle Datenbasis, deren Analyse oftmals neue Einsichten zu vorhandenem, noch ungenutztem Know-how im Unternehmen verbirgt. Auch dieses Potenzial ist in Zeiten des anhaltenden Fachkräftemangels nicht zu unterschätzen.

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