Schwerpunkte

MPLS in Next Generation Networks

15. Februar 2008, 00:00 Uhr   |  funkschau sammeluser | Kommentar(e)

Multi Protocol Label Switching ist als Übertragungstechnologie in Provider-Netzen weltweit etabliert. Aber welche Rolle wird diese Technologie in den IP-basierten Telekommunikations- Netzen der Zukunft spielen?

Von Axel Witzki

Das Multi Protocol Label Switching (MPLS) ist eine prominente Übertragungstechnologie im Bereich paketvermittelter Daten- und Telekommunikations- Netze. Ein Branchenverband, das IP-MPLS-Forum (siehe Kasten Seite 37), fördert die Verbreitung MPLS-basierter Lösungen mithilfe von Standardinitiativen etwa für ICI (Inter Carrier Connect), Mobile Wireless Backhaul und Security. Aber welche Verwendung wird MPLS in Carrier- Netzen der Zukunft finden? 

Dabei sorgt insbesondere auch die Debatte „MPLS (beziehungsweise T-MPLS, eine abgespeckte MPLS-Variante für den Transportbereich) versus PBT (Provider Backbone Transport)“ für Diskussionsstoff. PBT wird von der IEEE auch als PBB-TE (Provider Backbone Bridging Traffic Engineering) bezeichnet. Im Kern geht es dabei um die Frage inwieweit die kostengünstige, aber dort unerprobte Ethernet-Technologie (eben in Form von PBT) auch in Carrier-Netzen eingesetzt werden kann, oder ob nicht besser einer teureren, aber bewährten Technologie wie MPLS der Vorzug zu geben ist. Wir befragten führende Marktteilnehmer, Provider und Hersteller, nach deren Meinung zum Thema.

Ungeheure Mehrbelastung für Provider

Michael Ritter, VP Business Management Ethernet Access, Adva Optical Networking: „Auf die Netzinfrastruktur der Serviceprovider kommt in den nächsten Jahren eine ungeheure Mehrbelastung zu. Ursache sind zum einen die Triple-Play-Angebote auf IP-Basis, zum anderen erzeugt auch der Mobilfunk durch seine Highspeed-Datendienste wie UMTS sowie HSxPA eine rasant steigende Datenlast in den Netzen und treibt damit das gesamte Thema Mobile Wireless Backhaul. An diesen gestiegenen Anforderungen entfacht sich neben Kosten- und Komplexitätsgesichtspunkten die Diskussion, welche der beiden Infrastrukturtechnologien MPLS beziehungsweise PBB-TE eingesetzt werden soll. Aus Sicht von Adva werden sich beide Technologien auch künftig in den Netzen der Provider wieder finden. Denn sowohl die eine als auch die andere bieten individuelle Vorteile: So punktet MPLS vor allem bei Multipunkt- Verbindungen (E-LAN) und begünstigt eine einfache Implementierung am Service-Endpunkt, da die Intelligenz des Systems hier vorwiegend am Provider Edge liegt. PBB-TE hingegen ist erste Wahl, im Umfeld von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (E-Line) und bei der Implementierung von intelligenten Diensten direkt am Service-Endpunkt.“

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1. MPLS in Next Generation Networks
2. MPLS ist die ausgereiftere Variante
3. Anbieterübergreifende Netze kaum zu realisieren
4. MPLS wichtiger Baustein von NGNs
5. MPLS statt Alternativen
6. Frühe Einführung war richtig
7. MPLS kann künftig Stärken ausspielen
8. Für anwendungsbewusste VPNs
9. Mischformen von Interesse
10. MPLS UND CARRIER-GRADE-ETHERNET

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