Multi-Cloud-Konzepte

Mit der IT statt an ihr vorbei

6. März 2017, 11:50 Uhr | Autor: Khaled Chaar / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Expertenkommentar Beck et al. Services: Unabhängigkeit, die teuer bezahlt wird

Silvio Kleesattel, Beck et al. Services
Silvio Kleesattel, Chief Technical Officer von Beck et al. Services
© Beck et al. Services

Wir beobachten, dass die meisten Multi-Cloud-Umgebungen natürlich entstehen. Sie entwickeln sich beispielsweise im Laufe eines Digitalisierungsprojektes mit und sind Ansammlungen von Einzelentscheidungen zu Datenverwaltung, Pricing oder auch Servicequalität und können in diesem „ausgewachsenen Zustand“ der Enterprise IT schnell zur Last werden. Zwar machen sich die Firmen damit insgesamt unabhängiger von einem einzigen Cloud-Anbieter, dagegen stehen allerdings nicht zu unterschätzende Aufwände, die diesen Vorteil schnell relativieren. Unternehmen haben beim Management unterschiedlicher Cloud-Umgebungen wenig Preisspielräume, wenn es um bestimmte Services geht, sie müssen sich mit erhöhtem Controllingaufwand herumschlagen und auch die Netzwerkkosten dürften in die Höhe schießen. Die Unabhängigkeit wird also im Zweifel teuer erkauft.

Wer diesen „Cloud-Zoo“ umgehen möchte, sollte sich über den Einsatzzweck des Cloudbetriebs im Klaren sein. Welche Anforderungen und Zielsetzungen sind für die Cloud-Umgebung zu klären? Wie soll die Architektur aussehen? Wie gut ist die Service-Performance aus der Cloud? Und das Wichtigste ist in diesem Zusammenhang, dass Ausstiegs- und Exitszenarien definiert werden. Pauschalisieren lässt sich das Ganze allerdings nicht. Denn wenn man IaaS-Plattformen einsetzt, kann es durchaus sinnvoll sein, zwei oder drei Hyperscaler zu nutzen. Zum Beispiel wenn man für hochkritische Umgebungen Ausfälle ganzer Provider Datacenter vorbeugen möchte. Gilt hingegen die Devise „Wir nutzen stets die besten Preise“, kann es ebenfalls sinnvoll sein, nicht nur auf einen „Preferred Cloud Provider“ zu setzen. Viele SaaS-Anbieter bieten native Integrationen in ein Ecosystem mit anderen komplementären Cloud-Apps an. Auf dieser Basis kann die Integration einer Multi-Cloud-Umgebung zwischen den Anbietern hergestellt werden. Sollen mehrere Cloud-Applikationen für ein und denselben Einsatzzweck integriert werden, finden sich allerdings meist nur Migrationstools, die keine Multi-Cloud-Koexistenz bieten. Daher die Faustregel: Für SaaS, insbesondere Business Apps aus der Cloud, sollten unternehmensintern verbindliche Standards für alle Fachbereiche gelten.

Anbieterkompass Anbieter zum Thema

zum Anbieterkompass

  1. Mit der IT statt an ihr vorbei
  2. Cloud-Marktplätze als Alternative
  3. Exkurs: Die Cloud ist da – und mit ihr der Umbruch im Channel
  4. Expertenkommentar Beck et al. Services: Unabhängigkeit, die teuer bezahlt wird
  5. Expertenkommentar Pironet: Die Multi-Cloud ist ein alter Hut
  6. Expertenkommentar QSC: Auch beim Thema Compliance flexibel

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

QSC AG, QSC AG Geschäftsstelle Aachen, Pironet NDH AG

Cloud

Anbieterkompass