Druck von Behörden

Microsoft schließt LinkedIn in China

15. Oktober 2021, 10:05 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
LinkedIn
© picture alliance / Rolf Vennenbernd / dpa

Aufgrund wachsenden Drucks der chinesischen Behörden schließt LinkedIn seine Plattform in China. Bisher war der Dienst dazu verpflichtet, auf Anfrage Daten der NutzerInnen an die Behörden zu übergeben und verbotene Inhalte zu löschen. Als Ersatz für das Karriere-Netzwerk soll nun eine App kommen.

Microsoft schließt die chinesische Version von LinkedIn. Den Schritt macht der Tech-Riese wegen verstärkten Drucks der Behörden. Das Karriere-Netzwerk verwies unter anderem auf höhere Regulierungsanforderungen. Die Plattform, welche sich auf Jobsuche und beruflichen Austausch fokussiert, war das einzige soziale Netzwerk aus den USA, das auf dem chinesischen Markt aktiv war.

Vor kurzem geriet LinkedIn in die Kritik, nachdem die Plattform in China die Profile mehrerer US-JournalistInnen unter Verweis auf dort verbotene Inhalte gesperrt hatte. Der Fall lenkte die Aufmerksamkeit auf die Kompromisse, die der Dienst eingehen muss, um in China auf dem Markt zu bleiben.

Statt der chinesischen Version des Karriere-Netzwerks soll es in China künftig eine App ausschließlich für die Job- und Personalsuche geben. Eine Möglichkeit zum Teilen von Beiträgen und Artikeln wird es dort nicht mehr geben.

Online-Plattformen in China sind verpflichtet, Daten chinesischer NutzerInnen auf Anfrage den Behörden zur Verfügung zu stellen und im Land untersagte Inhalte – wie zum Beispiel Hinweise auf das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens – zu entfernen. Laut US-Medienberichten forderten die Behörden in den vergangenen Monaten, dass LinkedIn die Regeln strikter durchzusetzen solle.


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