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Telefonie zwischen gestern und morgen

Metamorphose der Kommunikation

06. April 2020, 15:30 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Phönix aus der Asche?

Christian Stredicke, Vodia
© Vodia

Christian Stredicke, Gründer und CEO von Vodia Networks

Kommentar von Christian Stredicke:

Echo der Vergangenheit
Bereits Anfang 2000 war klar, wo die Reise bei Telefonanlagen hingeht, aber auch im Jahr 2020 stecken wir immer noch mitten in der Transformation. Eines der Hauptprobleme ist, dass Sprache nur gut klingt, wenn die Daten innerhalb von wenigen Millisekunden transportiert werden. Das bedeutet, dass nicht TCP-, sondern nur UDP-Pakete (Anm. d. Red.: Transmission Control Protocol und User Datagram Protocol) für die Übertragung in Frage kommen. In der ersten Welle der VoIP-Euphorie wurde eine Menge verbrannte Erde hinterlassen, als zwar Web und E-Mail funktionierten, aber die Sprache ruckelte oder gar nicht funktionierte. Das hallt auch heute noch nach.

Der Skepsis zum Trotz: Der Trend geht eindeutig Richtung VoIP – auch wenn „die erste Welle der VoIP-Euphorie eine Menge verbrannte Erde hinterlassen“ habe, wie Stredicke zugeben muss (siehe auch Kommentar dazu). Moderne Telefonanlagen kämen mittlerweile – in Anspielung auf die „verbrannte Erde“ – damit klar, dass Pakete sowohl im LAN als auch im Internet unterwegs seien. Damit würden dann Gespräche im Büro ohne Probleme und Gespräche über WLAN oder LTE unter der Bedingung gehen, dass die Datenverbindung in Ordnung ist. „Wenn dann die Netzwerke besser werden, können weitere Nebenstellen sanft migriert werden, bis alle Mitarbeiter in der Cloud angekommen sind und man dann auch schließlich die Anlage selbst in die Cloud schiebt“, ist der Vodia-Gründer überzeugt. VoIP ist somit keine Frage des Ob, sondern des Wann, denn die vor über zwei Jahrzehnten gestartete Technologie setzt sich im Business-Bereich immer stärker durch. Die TK-Welt befindet sich in einer Umgestaltungsphase, wobei sich schon jetzt abzeichnet, dass damit neue Lösungskonzepte – von der Soft PBX bis zur Cloud-Telefonanlage – und eine vielfältigere Endgeräte-Landschaft einhergehen. Und auch wenn dieses Potenzial aufgrund fehlender Bandbreiten gegebenenfalls noch nicht in jedem Unternehmen erschlossen werden kann und die IP-Umstellung nicht in jedem Fall reibungslos verlief, scheint die Entwicklung unaufhaltbar. So ergab die Snom-Umfrage, dass die IP-basierte Telefonie 85 Prozent der Befragten bekannt ist. 39 Prozent arbeiten in einem Unternehmen, das bereits auf VoIP-Telefonie umgerüstet hat. Elf Prozent der Befragten gaben an, dass die Umstellung auf VoIP in ihrem Unternehmen noch in diesem Jahr erfolgen soll. 35 Prozent sagten allerdings auch, dass sie nicht wissen, wann ihr Arbeitgeber die Umstellung vornehmen will.

Dietmar Steinbrücker, Snom
© Snom

Dietmar Steinbrücker, Director Service Provider bei Snom 

Kommentar von Dietmar Steinbrücker:

Die Variable mit Bestand
Ein persönliches Gespräch ist durch nichts zu ersetzen. Das gilt – trotz des Siegeszuges von Mobilgeräten und Kurznachrichtendiensten und trotz Workspace 2.0 – auch im geschäftlichen Umfeld. Das Telefon auf dem Schreibtisch wird daher noch lange ein zentrales Kommunikationsinstrument bleiben. Aber natürlich hat sich das allgemeine Arbeitsumfeld geändert – und damit wachsen die Leistungsanforderungen an die ITK-Anlagen. Sie müssen höchsten Sicherheitsanforderungen genügen, eine stets optimale Sprachqualität bei zunehmender Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleisten und zahlreiche Features, wie Telefonkonferenzen, bieten.

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1. Metamorphose der Kommunikation
2. Phönix aus der Asche?
3. Die neue alte Vielfalt
4. Fax as a Service: Dem angestaubten Image zum Trotz

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