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Mehr Impuls als Umbruch

03. September 2018, 15:09 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Anstoß für Unternehmen

Die IP-Umstellung ist ein langwieriger, über 2018 hinausreichender Prozess, für dessen Erfolg die Strategie der Telekom jedoch ein entscheidender Impuls war, der über die kommenden Jahre hinweg den gesamten Markt anstoßen wird. „Die IP-Umstellung ist in jedem Fall ein logischer und notwendiger Schritt“, sagt Wilden. Der größte Vorteil für Telekommunikationsanbieter sei demnach die Reduzierung von Prozessen, Technologien und letztlich auch Kosten, da sie nicht länger mehrere Plattformen parallel vorhalten müssten. Neben der Einführung von UCC-Funktionalitäten sollen sich beispielsweise auch Vorteile für das Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Smart-City-Konzepte ergeben. Deren Anforderungen lassen sich laut dem QSC-Manager nur mit der Migration „sinnvoll bewältigen“. „Ich persönlich sehe die IP-Umstellung als Anstoß für Unternehmen, über die Zukunft der Firmen-Kommunikation nachzudenken“, erklärt auch Pasqay. „Dabei werden oft ganz neue Wege beschritten.“

Dass diese Wege und Konzepte letztendlich zu erfolgreichen Projekten und zufriedenen Nutzern führen, daran hat die Qualität der entsprechenden VoIP-Dienste einen entscheidenden Anteil. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schrieb in seiner 2005 veröffentlichten Studie „VoIPSec“: „Die zukünftige Entwicklung von VoIP wird essenziell davon abhängen, ob es gelingt, die VoIP-Systeme mit der gleichen Verlässlichkeit zu betreiben, die Anwender von ihrem bisherigen Telefoniesystem gewohnt sind.” Diesen Sprung haben die Anbieter größtenteils geschafft, IP-Kommunikation ist längst nicht mehr die Technologie, die sie noch vor 13 Jahren war – geplagt von Störungen, Sicherheitslücken und deutlichen Abstrichen bei der Sprachqualität. „Die IP-Telefonie ist bei weitem nicht so schlecht wie ihr Ruf das manchmal vermuten lässt”, sagt Markus Michael. „Die Technologie für IP-Anschlüsse und Sprachcodes wurde in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und verbessert.” Ein Technologiefazit, das auch Florian Buzin zieht: „Es stimmt, VoIP hing lange Zeit ein schlechter Ruf an – sowohl mit Blick auf die Sprachqualität als auch auf das Feature-Set der Systeme. Beides ist heute kein Thema mehr.”

Eine moderne Arbeitswelt
Gleichzeitig kommt ein wichtiger Treiber für eine zügige Umstellung der Infrastruktur nicht aus Bonn, sondern aus den Unternehmen selbst. Mitarbeiter fordern zusehends moderne Werkzeuge, vernetzte Lösungen und damit einhergehend offene Arbeitskonzepte. „Die Arbeitswelt von heute ist flexibler geworden“, sagt Jan Böttcher, DACH-Chef bei Xelion. „Immer mehr Arbeitnehmer nutzen Homeoffice, um dem Verkehr zu entfliehen oder für die Familie da zu sein.“ Mobile Integration, Video- und Chatkommunikation oder die Anbindung zu ERP- und CRM-Systemen – erst IP schafft die nötige Basis für eine moderne Arbeitsumgebung und entsprechende Migration stellt für viele Unternehmen eine gute Gelegenheit dar, um die „technische Situation neu zu bewerten“, wie Pasqay sagt. „Niemand lässt sich gerne nachsagen, in veraltete Technik investiert oder nicht die optimalen Möglichkeiten für sein Unternehmen ausgeschöpft zu haben.“

Eine, auch interne, IP-Umstellung, ist also nur noch eine Frage der Zeit. Entscheidend ist  es dabei, den Impuls der Migration zu nutzen, nicht nur um die gleiche Lösung auf neuer Basis umzusetzen. Sondern um die geschaffenen Kommunikationskanäle tief in die Unternehmensprozesse zu integrieren. „Die Möglichkeit, Mitarbeiter und Partner standort-unabhängig sowie unabhängig vom Endgerät in die Prozesse und Kommunikation einzubinden, wird für Unternehmen immer wichtiger“ so Wilden. „Die Zusammenarbeit in ortsübergreifenden Teams ist für viele Unternehmen bereits heute Realität; so etwas lässt sich nur mit den geeigneten Kommunikations- und IT-Lösungen realisieren.“

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2. Integrationstiefe ist entscheidend
3. Anstoß für Unternehmen
4. Bei Experten nachgefragt
5. funkschau-Interview

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