Long-Term-Evolution

LTE im Angebot

29. November 2011, 11:39 Uhr | Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Kurzinterview Telefónica Germany

Andrea Folgueiras, Managing Director Network Technology von Telefónica Germany
© Telefónica Germany

funkschau: Welche LTE-Dienste bieten Sie derzeit oder planen Sie in nächster Zeit anzubieten?
Andrea Folgueiras, Managing Director Network Technology von Telefónica Germany: Neben dem Privatkundentarif „O2 LTE für zuhause“, bietet Telefónica Germany mit O2 Business LTE seit Anfang Oktober ein attraktives Geschäftskundenangebot an. Die Tarife sind in ausgewählten Anschlussgebieten verfügbar und stehen sowohl für Neu- als auch Bestandskunden bereit.

funkschau: Wie erfolgt die Abrechnung der LTE-Dienste? Welche Geschäftsmodelle liegen hier zugrunde?
Folgueiras: Seit Oktober bekommen die Neukunden von „O2 LTE für zuhause“ ihren Breitband-Internetzugang im ersten Jahr für nur 14,90 Euro pro Monat. Nach Ablauf der Testphase und bei Fortführung des Vertrages beträgt der reguläre Preis 39,90 Euro pro Monat. Diese Promotion läuft bis Ende 2011. Unser Geschäftskundenangebot O2 Business LTE umfasst 12 Gigabyte Inklusiv-Volumen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit/s. Der monatliche Preis liegt bei 35 Euro, den notwendigen LTE-Router gibt es beim Vertragsabschluss für 41,93 Euro dazu. Alle Business-Kunden, die sich schon bis 31. Dezember 2011 für das O2 Business LTE mit 12 Gigabyte entscheiden erhalten in den ersten zwölf Monaten 50 Prozent Rabatt auf die monatliche Grundgebühr sowie einen Router gratis dazu.

funkschau: Wie setzen Sie sich von Ihren direkten Konkurrenten ab? Warum sollte ich als Kunde gerade auf Ihr LTE-Angebot setzen?
Folgueiras: Wir wissen worauf es bei LTE ankommt. In der Pilotphase der sogenannten Friendly User Trials haben wir das Nutzerverhalten genau beobachtet und das Netz optimiert, bevor die Kunden dafür zahlen müssen. Nun bringen wir LTE-Angebote auf den Markt, die höchsten Ansprüchen genügen werden, weil sie monatelang getestet und verbessert wurden. Unsere Umfragen zeigen, dass die Tester besonders von der Geschwindigkeit begeistert sind und die Einfachheit der Installation schätzen. Die große Mehrheit würde LTE weiterempfehlen und ihren Festnetzanschluss dafür abschaffen.

funkschau: Für welche Branchen bzw. Bereiche sehen Sie am meisten Zukunftspotential für den Einsatz von LTE-Diensten?
Folgueiras: Das größte Wachstumsfeld dürfte M2M sein. Marktbeobachter gehen davon aus, dass es in weniger als zehn Jahren mehr als 50 Milliarden Maschinen gibt, die über mobile M2M-Systeme miteinander verbunden sind. Jedes Jahr wächst der Markt um ungefähr 20 Prozent. Besonders die Logistikbranche und Stromversorger nutzen M2M-Kommunikation für Flottensteuerung oder "Smart Metering". Doch auch die Automobilindustrie interessiert sich schon für die neue Technik. Die neuen Übertragungstechniken wie der Mobilfunkstandard LTE werden mit Sicherheit weitere neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

funkschau: Werden Sie auch LTE-Sprachdienste anbieten? Wenn ja, ab wann ist hiermit zu rechen? Wie werden die Sprachdienste realisiert?
Folgueiras: Bei LTE muss die Sprachkommunikation mit VoIP realisiert werden. Daher gelten ähnliche Zusammenhänge wie beim Telefonieren über DSL, so dass unsere DSL-Serviceplattform auch für LTE eingesetzt werden kann. Aktuell arbeiten wir an der Erweiterung unserer beschriebenen IP-Serviceplattform, um bald in Gebieten ohne DSL neben Daten- auch Sprachdienste über LTE anzubieten. Die passenden Endgeräte dafür werden wir noch 2011 in die O2-Shops bringen. Eine VoIP-Unterstützung in Mobilfunktelefonen sehen wir für 2012 als realistisch an.

funkschau: Mit welchen Herausforderungen bei der Einführung von LTE-Sprachdiensten rechnen Sie?
Folgueiras: Bei den mobilen LTE-Sprachdiensten sind noch viele Fragen offen. Es gibt noch keinen einheitlichen Standard für Voice. Auch die Übergabe von Telefonaten aus dem LTE-Netz ins GSM oder UMTS ist noch nicht erprobt. Beide Varianten existieren zwar in den Spezifikationen und werden demnächst in der Systemtechnik zur Verfügung stehen, aber bisher gibt es noch keine LTE-Mobiltelefone in Deutschland. Daher konnten noch keine Interoperabilitätstests durchgeführt werden. Fallbacks von LTE auf GSM oder UMTS werden im kommerziellen Sprachdienst voraussichtlich 2012 technisch möglich sein.

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