Long-Term-Evolution

LTE im Angebot

29. November 2011, 11:39 Uhr | Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

LTE-Sprachdienste

Um Sprache in ausreichender Qualität über LTE zu übertragen, erfordert es die richtigen Mechanismen und Architekturen sowohl im Radio- als auch im Kernnetz. Davon sind sowohl LTE-Netze als auch klassische 2G- und 3G-Netze betroffen.

Telefónica Germany verweist darauf, dass bei LTE die Sprachkommunikation mit VoIP realisiert werden muss. Daher würden ähnliche Zusammenhänge wie beim Telefonieren über DSL gelten, so dass die DSL-Serviceplattform des Anbieters auch für LTE eingesetzt werden kann. Aktuell arbeitet Telefónica an der Erweiterung der beschriebenen IP-Serviceplattform, um bald in Gebieten ohne DSL neben Daten- auch Sprachdienste über LTE anzubieten. Die passenden Endgeräte dafür sollen noch 2011 in die O2-Shops kommen. „Eine VoIP-Unterstützung in Mobilfunktelefonen sehen wir für 2012 als realistisch an“, so Andrea Folgueiras, Managing Director Network Technology Telefónica Germany. „Bei den mobilen LTE-Sprachdiensten sind noch viele Fragen offen. Es gibt noch keinen einheitlichen Voice-Standard. Auch die Übergabe von Telefonaten aus dem LTE-Netz ins GSM oder UMTS ist noch nicht erprobt. Beide Varianten existieren zwar in den Spezifikationen und werden demnächst in der Systemtechnik zur Verfügung stehen, aber bisher gibt es noch keine LTE-Mobiltelefone in Deutschland. Daher konnten noch keine Interoperabilitätstests durchgeführt werden. Fallbacks von LTE auf GSM oder UMTS werden im kommerziellen Sprachdienst voraussichtlich 2012 technisch möglich sein.“

Die Deutsche Telekom plant ebenfalls die Einführung von LTE-Sprachdiensten. „Es gibt verschiedene Lösungsansätze mit jeweils unterschiedlichen Zeitplänen für die Einführung von LTE-Sprachdiensten. Die besondere Herausforderung besteht darin, die für unsere Kunden bestmögliche Lösung zu finden. Das bedeutet die Abwägung von einerseits einer schnellstmöglichen Umsetzung und andererseits dem Einsatz einer technisch ausgereiften Lösung, die auch in der Zukunft Bestand haben wird.“, so  Dr. Ingo Hofacker, Leiter Segment Marketing Consumer Deutsche Telekom. Funktionsfähige Prototypen für Endgeräte und die Implementierung im Netz demonstrierte der Netzbetreiber bereits auf der IFA in Berlin. Die gezeigte Lösung sieht bei Sprachverbindungen einen Wechsel von LTE zu 2G oder 3G im Hintergrund vor. und sei für den Kunden kaum spürbar. Daneben arbeite die Telekom auch an der IP-basierten Umsetzung der Sprachdienste. Die weitere Entwicklung sei maßgeblich von der Verfügbarkeit entsprechender Endgeräte und deren Unterstützung dieser Möglichkeiten abhängig.

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