Katalysator der Big Data-Revolution

Linux sinnvoll nutzen

18. November 2016, 8:27 Uhr | Autor: Igor Ljubuncic / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Big Data Platine
© Weerapat Kiatdumrong - 123RF

Flexibilität, Performance, Automatisierung und Individualisierung erfordern ein Umdenken – nicht nur in Bezug auf Arbeitsprozesse, sondern auch IT-Infrastruktur. So sind viele Firmen zwar in der geschlossenen Microsoft- oder Apple-Welt verhaftet, doch denken sie zunehmend über Open Source nach.

Eine Alles-oder-Nichts-Strategie führt aber selten zum Erfolg. Denn ein radikaler Wechsel von proprietären Betriebssystemen zu Linux ist in der Regel nicht der beste Weg für Unternehmen. Dieser sollte schrittweise erfolgen und führt nicht selten zu einem hybriden Modell, in dem verschiedene Systeme für diverse Anwendungen genutzt werden. So ist eine Balance zwischen den bewährten Prozessen und neuen Möglichkeiten zu finden. Open Source kann dafür eine Lösung sein, aber bei unüberlegtem Einsatz auch zu Problemen führen. So sollte Linux als Löser von Herausforderungen und Unterstützer für die Geschäftstätigkeiten angesehen werden, nicht als neue, spannende „Must-have-Technologie“ zum Selbstzweck.

Anhand einer rationalen Stärken-Schwächen-Analyse wird Linux dann in den Bereichen eingesetzt, für die es im jeweiligen Unternehmen am besten geeignet ist. Dabei lassen sich mit etwas Erfahrung Muster erkennen, um mit wenig Aufwand das Beste aus beiden Welten zu nutzen. Dann bietet Linux zum Beispiel ein großes Potenzial, als Katalysator der Big-Data-Revolution zu fungieren, also neue Informationen zu erzeugen und diese für Geschäftsprozesse zu erschließen. Gerade mit dem entstehenden Internet der Dinge wird dies immer wichtiger, um durch eine optimale individuelle Ansprache im Wettbewerb um Kunden bestehen zu können. Die Menge der gesammelten Daten verdoppelt sich dabei ungefähr alle zwei Jahre, von rund 4 Zettabyte (ZB) im Jahr 2013 auf 44 ZB im Jahr 2020.

Jedoch wird erst ein winziger Prozentsatz dieser Daten tatsächlich analysiert. Daher dominieren auf dem Markt für Big-Data-basierte Geschäftsprozesse nur sehr wenige Unternehmen, die sich erfolgreich ins breite Feld der Datennutzung und -analyse gewagt haben. Dazu gehören Riesen wie Facebook, Amazon oder Google. Unternehmen, die das Konzept der Big-Data-Analyse frühzeitig in ihr Business implementieren können, werden somit zu Richtungsgebern für die zukünftige Technologieindustrie. Dabei dürfte Linux durch seine hohe Performance und Skalierbarkeit höchstwahrscheinlich zum Synonym für Big Data werden – sowie die Analyse großer Datenmengen zum untrennbaren Bestandteil unseres Lebens.

Igor Ljubuncic ist Principal Engineer bei Rackspace


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