LTE

Kuck‘ mal, wer da spricht...

29. November 2011, 15:08 Uhr | Ralf Johanning, freier Journalist | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Theorie vs. Praxis

Die Technik verspricht rein theoretisch Datenraten von 100 MBit/s im Download, im Upload sollen es noch 50 MBit/s sein. „In der Praxis hängt das jedoch im Wesentlichen von zwei Faktoren ab“, erklärt Bernd Müller, Manager bei Seven Principles (7P). „Wie weit ist der Empfänger von der Basisstation entfernt? Die dann zur Verfügung stehende maximale Rate muss der Anwender dann auch noch teilen.“

Für die Anwender, die heute keinen DSL-Anschluss haben und dringend auf breitbandige Verbindungen warten, gibt 7P aber Entwarnung. „Die ersten LTE-Kunden werden in den ländlichen Gebieten Raten erreichen, die mit den heute üblichen DSL-Raten – 6.000 oder 16.000 – durchaus mithalten.“ Je mehr allerdings zugreifen, desto niedriger werden die verfügbaren Bandbreiten für den Einzelnen. „Das jedoch ist bereits seit dem GPRS-Standard der Fall: Die Bandbreite einer Funkzelle wird immer allen Nutzern zur Verfügung gestellt“, so Müller weiter. Einiges hängt damit zusammen, wie viel funktechnische Bandbreite die LTE-Funkzellen nutzen. Das beginnt bei 1 MHz und geht hinauf bis zu 20 MHz. Aber erst in der höchsten Stufe ist es auch möglich, die maximale Datenrate zu erhalten. Diese Bandbreite wird voraussichtlich nur im Bereich von 2.500 und 2.690 MHz Verwendung finden, denn im IMT-Extension-Band sind Kanalbandbreiten von 20 MHz zu realisieren. Davon werden nur die Städte und großen Ballungsräume profitieren.

Im Bereich von 790 und 862 MHz ist solch eine Bandbreite nicht möglich. Dafür werden diese Frequenzen nützlich sein, um das Versprechen gegenüber der Bundesregierung, das im Rahmen der Frequenzvergabe im vergangenen Jahr abgegeben wurde, einzulösen. Hier hat man zwar eine größere Reichweite, dafür kann aber nur maximal eine Bandbreite von 10 MHz zur Verfügung gestellt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Datenrate sinkt. Da die Digitale Dividende jedoch nur 1 MBit/s für jeden Nutzer fordert, kann dieser Bereich gut für ländliche Regionen eingesetzt werden, die heute noch gar keine Breitbandanbindung besitzen. Denn auch hier soll die Technik in der Endausbaustufe zwischen 50 und 60 MBit/s erreichen. Für Netzbetreiber heißt es letztendlich, sich den richtigen Mix auszusuchen, denn Nachfrage wird in beiden Bereichen vorhanden sein.

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