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"Arbeitswelten der Zukunft"

Kein "Beschäftigungseinbruch" durch Digitalisierung

19. Februar 2018, 17:12 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Kein
© fotolia / Herrndorrf

Mensch gegen Maschine? Die Digitalisierung soll keinen massiven Beschäftigungseinbruch mit sich bringen.

Zum Beginn des Wissenschaftsjahres haben Politiker, Wissenschaftler und Marktexperten über den Einfluss der Technik auf die Arbeitswelt gesprochen. Sie prognostizieren: Die Digitalisierung bringt viele Risiken mit sich, jedoch deutlich mehr Chancen – bis hin zur Vollbeschäftigung.

Das Wissenschaftsjahr 2018 wurde eingeläutet. Unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ sollen Forschungsprojekte und -ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden, die aufzeigen, wie die Digitalisierung die Arbeit in den unterschiedlichsten Branchen verändert. Zwar gebe es Horrorszenarien über wegbrechende Arbeitsplätze wegen der Digitalisierung, sagte Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) laut dpa zum offiziellen Startschuss des als Veranstaltungsreihe geplanten Wissenschaftsjahres in Berlin. Doch wenn berufliche Kompetenzen angepasst und ausgebaut würden, sei sogar das Ziel der Vollbeschäftigung in Deutschland machbar.     

Jedoch sind nicht alle Prognosen so positiv wie die der CDU-Politikerin. So berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung kürzlich von einer Studie des Branchenverbands Bitkom, die davon ausgeht, dass  in den kommenden fünf Jahren aufgrund der Digitalen Transformation allein in Deutschland 3,4 Millionen Stellen wegfallen sollen. Das entspräche rund jedem zehnten Arbeitsplatz.

Wanka geht zwar ebenfalls davon aus, dass Berufsfelder wegfallen, sie sieht aber allem voran eine Veränderung von Berufsbildern. „Es kommt Wandel, aber kein Beschäftigungseinbruch“, sagte laut dpa auch Henning Kagermann, Präsident von Acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Arbeit könne demnach familienfreundlicher und individueller werden. „Natürlich gibt’s die Risiken“, so der Acatech-Präsident. Er spricht sich daher für „Agilität auf allen Seiten“ aus, für Anpassungsfähigkeit, um eine „digitale Spaltung“ zwischen Hoch- und Niedrigqualifizierten zu vermeiden.

Ob sich diese Agilität und Digitalisierungsfreude auch in der Politik der großen Koalition fortsetzt, daran wird unterdessen Zweifel laut. Zwar sei ein Wissenschaftsjahr zu neuen Arbeits- und Führungskonzepten angesichts der Veränderungen überfällig, sagte der forschungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, laut der dpa. Eine neue große Koalition würde mit ihrem Koalitionsvertrag aber Innovationspotenziale neuer Arbeitswelten im Keim ersticken. „Dem aus der industriellen Welt stammenden Arbeitszeitgesetz verweigert sie ein Update für die globale, digitale Welt.“

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