Messtechnik

Kampf dem Staub

30. Juni 2017, 11:26 Uhr | Autor: Kashif Hussain / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Eine Verbindung der ungefährlichen Art

Mit der sich immer weiter verbreitenden Nutzung von FTTA-Systemen in Mobilstationen der nächsten Generation in Europa werden neue Methoden zur Signalmessung benötigt, um die Risiken einer Besteigung der Infrastruktur zu minimieren. Eine Möglichkeit, die Sicherheit der Techniker garantieren und die Wartungszeit reduzieren zu können, ist die Prüfung, Messung und Analyse von RF-Metriken über CPRI-(Common Public Radio Interface) oder OBSAI-(Open Base Station Architecture Initiative)Verbindungen am Boden statt oben auf dem Turm.

Der Vorteil dabei ist, dass es unerheblich ist, ob der Fronthaul aus Koaxial- oder Glasfaserkabeln besteht. Aktuelle Prüfmethoden erfordern noch ein Besteigen des Turms, während das Instrument bei der RF-over-CPRI(RFoCPRI)-Methode mit der BBU am Fuß des Turms verbunden wird und den Technikern so den Zugriff auf alle RF-Signale und das dazugehörige Spektrum ermöglicht. Auf diese Weise können sie ihre Prüfungen vom sicheren Erdboden aus durchführen und müssen nicht mehr so oft Leib und Leben riskieren.

Im gleichen Maße ermöglicht eine Glasfaserverbindung einen Soforttest des Mediums sowie Aussagen zum Grad seiner Verschmutzung. Bei neuen Prüfausrüstungen können Signale durch eine Glasfaser gesendet beziehungsweise die Rückmeldung gemessen werden. So lassen sich mögliche Fehler zentimetergenau lokalisieren. Die RFoCPRI-Technologie ermöglicht ebenfalls die Durchführung von Leistungsmessungen ohne Serviceunterbrechung. Dabei wird das CPRI-Signal aus einem passiven Optokoppler abgeleitet, der neben der BBU am Fuße des Turms installiert ist.

Neue Technologie, mehr Volumen
Der Vorteil dieser Methoden beziehungsweise Konfigurationen ist, dass sich mit ihnen der hohe Zeitaufwand durch wiederholte Standortbesuche verringern lässt. Stattdessen können mithilfe der RFoCPRI-Technologie eine größere Anzahl an Tests in einem kürzeren Zeitraum durchgeführt und die Ergebnisse über die Cloud an einen Remote-Control-Hub weitergeleitet werden. Jegliche Genehmigungen für die Durchführung von Wartungsverfahren vor Ort können ebenfalls per Remote-Verbindung gewährleistet werden, wodurch sich wiederum viel Zeit für die An- und Abfahrt einsparen lässt.

Alle Betreiber, die die Balance zwischen den Kosten für ihre Netz-werkinfrastruktur und den Anforderungen für die 5G-Technologie suchen, sollten geeignete Tools zur Verringerung ihrer Betriebskosten identifizieren. So muss es Ziel sein, die Effizienz von Installations- und Prüfausrüstungen sowie des zuständigen Wartungspersonals zu steigern. Angesichts der immer schmaler werdenden Margen, des gleichbleibend hohen Konkurrenzdrucks in Europa sowie der regulatorischen Beschränkungen in Bezug auf die Implementierungsstandorte von Infrastrukturen müssen Netzwerkbetreiber lernen, aus weniger mehr zu machen. Dazu gehört für europäische Betreiber und ihre Subunternehmer die Entwicklung und Implementierung intelligenter Arbeitspraktiken, um Einbußen bei Leistung und Gewinnen zu vermeiden.

Kashif Hussain ist Cell Advisor Solutions – Marketing Manager bei Viavi Solutions


  1. Kampf dem Staub
  2. Das menschliche Element
  3. Eine Verbindung der ungefährlichen Art

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