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Adress-Studie 2021

Jede siebte Adresse in Kundendatenbanken ist falsch

23. Juni 2021, 12:50 Uhr   |  Sabine Narloch | Kommentar(e)

Jede siebte Adresse in Kundendatenbanken ist falsch
© destinacigdem / 123RF

Eine gepflegte Datenbasis ist die Voraussetzung, um Daten nutzen zu können. Adressen sind dabei besonders heikel, da sie permanenten Änderungen unterliegen. Die Ergebnisse der Adress-Studie der Deutschen Post Direkt zeigen alle drei Jahre, wie gut deutsche Unternehmen hier aufgestellt sind.

Die positive Nachricht zuerst: Laut Adress-Studie 2021 der Deutschen Post Direkt hat sich die Datenqualität seit der letzten Bestandsaufnahme im Jahr 2018 leicht gebessert: Der Anteil fehlerhafter Kundendaten sank von 16,4 auf 14,7 Prozent in den 200 befragten Unternehmen.

„Angesichts von knapp 15 Prozent falschen und veralteten Daten gibt es noch viel zu tun. Denn gepflegte Kundenadressen sind auch für das Dialogmarketing unverzichtbar und Voraussetzung dafür, dass Geschäftspost und Pakete zugestellt werden können“, sagt Petra Weber, Geschäftsführerin der Deutschen Post Direkt. „Die Studienergebnisse ermöglichen es Unternehmen, den Zustand der eigenen Kundendatenbank ins Verhältnis zu ihrer Branche wie auch zur Gesamtwirtschaft zu setzen.“

Die Studie zeigt dabei Unterschiede zwischen den zehn untersuchten Branchen auf. Diese waren: Automotive, Banken, Einzelhandel, Gemeinnütziger Sektor, Konsumgüter, Öffentlicher Sektor, Touristik, Verlage, Versandhandel und Versicherungen.

Spitzenreiter in Sachen Adressqualität sind demnach Versicherungen: Mit 89 Prozent aktuelle und richtige Interessenten- und Kundendaten waren hier lediglich 11,4 Prozent unzustellbar. Damit lösen die Versicherungen den bisherigen Spitzenreiter ab: die Banken. Deren Anteil unzustellbarer Adressen lag im Jahr 2018 noch bei sieben Prozent, 2021 jedoch bei 13 Prozent. Die Banken nehmen damit Rang fünf ein. Platz zwei nehmen Verlage ein, gefolgt vom Versandhandel auf Platz drei.

Deutlich verbessert hat der öffentliche Sektor seine Adressqualität: Vor drei Jahren lag der Anteil unzustellbarer Adressen noch bei 26,7 Porzent, 2021 konnte er auf 14,9 Prozent reduziert werden. Schlusslicht des Branchenvergleichs bilden die Unternehmen des Touristik-Sektors: Hier waren 21 Prozent der Adressen nicht zustellbar.

Die permanenten Änderungen von Adressen können laut Unternehmensangaben verschiedene Gründe haben: So veralten Adressen durch Umzüge (14 Millionen in Deutschland), Todesfälle (900.000), Hochzeiten (370.000) oder Scheidungen (150.000). Und Auch Ortsnamen (100) oder Straßen (9.000) werden mitunter umbenannt, wie es weiter heißt.

Hinweis zur Methodik: Die auf Adress- und Datenmanagement spezialisierte Tochtergesellschaft der Deutschen Post, Deutsche Post Direkt, hat für die Studie eine Stichprobe der in 2020 durchgeführten Adressbereinigungs-Projekten untersucht. Dafür wurden Ergebnisstatistiken von 200 Unternehmen in zehn Branchen anonymisiert und ausgewertet.

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