IP-Centrex – Die Probe aufs Exempel für Nfon

17. November 2010, 10:28 Uhr | Diana Künstler | Kommentar(e)
© funkschau/fotolia.com

funkschau ist – wie bereits in Ausgabe 19 vorgestellt – mit der Musterfirma Show & Funk an Anbieter virtueller Telefonanlagen herangetreten. In den kommenden Heften werden peu à peu die Lösungskonzepte der Anbieter vorgestellt, die sich der Herausforderung gestellt haben. Den Anfang macht Nfon.

Allgemeine Angaben zur gewünschten Standortvernetzung

funkschau: Der alte TK-Anlagen-Vertrag der Show & Funk AG läuft zum Jahresende hin aus. Infolge dessen ist man auf der Suche nach einer virtuellen Telefonanlage, die individuell auf das Unternehmen zugeschnitten ist. Neben einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sollte die IP-Centrex-Anlage zudem derart flexibel sein, dass sie entsprechend der möglichen Entwicklung der Firma vergrößert oder auch verkleinert werden kann. Die Show & Funk AG hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main mit 150 Mitarbeitern. Der Hauptsitz verfügt über einen SDSL-Anschluss. Des Weiteren gibt es zwei Filialen: Die eine in München mit 50 Mitarbeitern und ebenfalls mit SDSL-Anschluss; die andere in Passau mit 50 Mitarbeitern und drei ISDN-Basisanschlüssen.
Nfon: Die Nfon-Telefonanlage ermöglicht die Einbindung von nationalen und internationalen Niederlassungen oder Home-Offices. Kostenlose Telefonate zwischen den Unternehmens-Standorten werden somit möglich. Die virtuelle Telefonanlage bietet zudem:  

  • Einheitliche Firmen-Rufnummer für mehrere Standorte in Deutschland,
  • Anbindung von Niederlassungen mit verschiedenen lokalen Rufnummern,
  • Nationale und internationale Service-Rufnummern (z.B. 0800, 01805),
  • Anbindung von Auslandsniederlassungen mit internationalen Rufnummern,
  • Einbindung von Mobiltelefonen als vollwertige Nebenstellen in die Firmenanlage (Fixed Mobile Convergence).

Generell gilt: ISDN-Anschlüsse werden überflüssig, für Telefonie können gegebenenfalls die vorhandenen Breitbandanschlüsse genutzt werden. Ob dieser geeignet ist, muss ein Einzelfall geprüft werden.
Auf Basis der vorliegenden Informationen empfiehlt Nfon die Anbindung der Standorte auf Basis von "Nfon nconnect"-Anschlüssen. Es handelt sich dabei um einen SHDSL-Anschluss bei dem Sprache und Daten in separaten Kanälen (PVCs) getrennt übertragen werden. Es handelt sich dabei um ein Leistungsmerkmal der ATM-Übertragungstechnik. Sie erlaubt es unterschiedliche Kanäle zu definieren, welche gegeneinander priorisiert werden. Geleichzeitig sorgen die Nfon-Anlage und der CPE-Router beim Kunden dafür, dass die Sprache ausschließlich über den dafür vorgesehenen Kanal geleitet wird. Damit ist sichergestellt, dass Sprachdaten immer vorrangig behandelt werden. Andere Daten werden gegebenfalls verzögert übertragen oder verworfen. Empfehlung im Detail:    

  • Hauptsitz Frankfurt: Schaltung eines "nconnect 10.000"-Anschlusses (10 Mibt/s symmetrisch).
  • Filiale München: Schaltung eines "Nconnect 5000" (4,6 MBit/s symmetrisch)

Für Passau gilt: Wenn an diesem Standort tatsächlich keinerlei Internetanbindung existiert, gibt es mit der Nfon-Lösung zwei Möglichkeiten diese Arbeitsplätze in die Centrex-Lösung zu integrieren. Zum Einen kann der bestehenden ISDN Anschluss erhalten bleiben. In der Nfon-Anlage wird korrespondierend zu jedem Arbeitsplatz in Passau jeweils eine Nebenstelle ohne zugewiesenes Endgerät eingerichtet. Von dieser „virtuellen“ Nebenstelle wird eine feste Rufumleitung nach Passau eingetragen. Für die Mitarbeiter an den anderen Standorten verhalten sich die Arbeitsplätze in Passau dann wie „normale Nebenstellen“ in der nfon Anlage. In Passau selbst stehen aber keine Centrex-Funktionen zur Verfügung.
Alternativ könnten die Arbeitsplätze in Passau mit Mobiltelefonen und der Nfon-FMC-Lösung ausgestattet werden. In diesem Fall stehen in Passau vollwertige Nebenstellen der nfon Anlage zur Verfügung. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Mobilverträge mit einem Festnetz-Flat-Tarif gebucht werden.

funkschau: Gewünscht ist, dass mindestens 200 Telefonate gleichzeitig geführt werden können. Die Sprache hat in garantierter Bandbreite (gute Qualität, keine Störungen) zu erfolgen. Zudem sollen 20 Faxgeräte (analoge Endgeräte), eine Frankiermaschine und eine Türtelefonanlage (mit Haussprechanlage, Türöffner unter anderem) in die virtuelle TK-Anlage eingebunden werden.
Nfon: Die Anzahl der über die Nfon-Anlage gleichzeitig führbaren Gespräche ist für den Kunden grundsätzlich nicht begrenzt. Lediglich die Datenbandbreite ist den Bedürfnissen des Kunden anzupassen.
Analoge Faxgeräte oder Telefone können eingebunden werden, hierfür ist lediglich ein Adapter notwendig. Auch eine Türöffner-Integration ist mit einem Adapter möglich. Frankiermaschinen sind in der Regel mit einem analogen Modem ausgestattet, über welches das Porto-Guthaben der Frankiermaschinen aufgeladen wird. Sie können ebenfalls über einen Analogadapter (ATA) angeschlossen werden.

funkschau: Wichtig zu wissen: Erhält die Show & Funk AG eine Komplettlösung aus einer Hand (One-Stop-Solution) oder müssen mehrere Partner/Systemintegratoren mit eingebunden werden, um die Standortvernetzung zu gewährleisten - Anschlussleitung, Engeräte?
Nfon: Die Bereitstellung der Nfon-Telefonanlage kann als One-Stop-Solution bei Nfon oder über einen zertifizierten nfon Partner erfolgen. Sofern das LAN-Netzwerk nicht bereits für den Einsatz von Voice over IP optimiert wurde, empfiehlt Nfon die Beschaffung über einen Nfon- Partner. Die Umsetzung erfolgt wie folgt:  
Bestellung bei Nfon direkt:

  • Bestellung über Nfon
  • Auslieferung der Geräte erfolgt direkt an Kunden (bzw. die benannten Standorte)
  • Kunde schließt Geräte an sein LAN (VoIP Ready) an und kann telefonieren. Patentierter nfon Zero Touch Roll-Out (ZTR).
  • Wünscht der Kunde eine Komforteinrichtung, übernimmt nfon alle notwendigen Einstellungen an den Telefonen und/oder der Telefonanlage (Warteschlangen einrichten etc.)

Bei Bestellung über einen zertifizierten Nfon Gold-Partner:

  • Bestellung über Partner
  • Auslieferung der Geräte erfolgt direkt an Kunden oder an Partner (je nachdem was vereinbart wurde zwischen Kunde / Partner).
  • Bei Bedarf VoIP Readyness Analyse des Kunden-LAN und ggf. Umsetzung von Anpassungen.
  • Installation der Geräte durch den Kunden oder den Partner.
  • Wünscht der Kunde eine Komforteinrichtung, übernimmt der Nfon-Partner alle notwendigen Einstellungen an den Telefonen und/oder der Telefonanlage (Warteschlangen einrichten etc.)

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. IP-Centrex – Die Probe aufs Exempel für Nfon
  2. Centrex-Anlage
  3. Fixed-Mobile-Convergence
  4. Callcenter
  5. Unified Communications
  6. Datensynchronisation
  7. Allgemeine Rahmenbedingungen

Verwandte Artikel

Cloud

Matchmaker+