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IoT trifft die virtuelle Realität

08. Juli 2016, 14:19 Uhr   |  Autor: Jim Heppelmann / Redaktion: Markus Kien | Kommentar(e)

IoT trifft die virtuelle Realität
© PTC

Erweiterte Realität gewinnt an Fahrt – und geht weit über Spiele und Unterhaltung hinaus. Sie hilft, die Zukunft des IoTs zu gestalten. Und sie verändert das alltägliche Leben und unseren Umgang mit den realen Dingen, mit denen wir überall konfrontiert sind – sogar in den Unternehmen.

Dank des Internets der Dinge bewegen sich die digitale und die reale Welt aufeinander zu. Und diese Annäherung verändert alles: Sie verändert von Grund auf die Art und Weise, wie Produkte entwickelt, gefertigt, betrieben und gewartet werden. Sie verändert die Art, wie wir arbeiten sowie die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Branchen und die Natur des Wettbewerbs. Und sie verändert auch, wie wir Werte erzeugen und unser Geld verdienen. Selbst die Art der Organisation in den Firmen unterliegt einer Veränderung.

Die massivsten Veränderungen betreffen jedoch die Produkte selbst. Integraler neuer Bestandteil der Produkte ist der Anteil digitaler Technologie, zu dem Konnektivität und eine Cloud für Produkte ebenso gehören wie Big Data-Datenbanken, Analyse-Komponenten sowie Anwendungsplattformen, die webbasierte oder mobile Applikationen bereitstellen. Diese Veränderungen wirken sich auf die gesamte Welt um uns herum aus.

Alles rund um das Produkt entwickelt sich aufeinander zu – nur die Art und Weise, wie wir mit den Produkten interagieren, hat sich bisher noch nicht gewandelt. Unsere Interaktionen und unsere Wahrnehmung der Produkte werden sich bald aber ebenfalls verändern. In einer Zukunft, in der intelligente Brillen überall zu finden sind, fallen die digitale und die physikalische Welt auch in unserer Wahrnehmung zusammen.

Ein Beispiel für ein zukünftiges Szenario: Heute gehören Smartphone-Applikationen, mit denen wir ein Fahrzeug aus der Ferne starten oder sichern können, noch zur Spitzentechnologie. Sobald wir aber das Fahrzeug bedienen, kommt das Telefon in die Tasche und wir greifen auf ty-pische analoge Interaktionen zurück. Das Armaturenbrett bietet immer noch die physikalischen Messwerte und Messinstrumente – aber auch das lässt sich ändern: beispielsweise das Armaturenbrett eines LKW, in dem keinerlei Messinstrumente installiert und keine Kabelbäume an der Rückseite zu finden sind. Mithilfe von intelligenten Brillen werden sämtliche virtuellen Anzeigen und Messinstrumente in digitaler Form auf den physikalischen Rahmen des Armaturenbretts projiziert.

Diese Art von Benutzererfahrung ist einfach aufzusetzen, einfach zu aktualisieren und einfach zu personalisieren. Eines Tages lässt sich vielleicht die personalisierte Cockpit-Gestaltung in jedes beliebige Fahrzeug, das wir kaufen oder mieten, mitnehmen. Allein die Einsparungen durch den Verzicht auf zahlreiche Bauteile machen das Ganze interessant. So verändert dieser Ansatz die Benutzererfahrung und revolutioniert die Herstellung der Produkte.

Neue Technologien machen den Unterschied

Das Internet der Dinge und das maschinelle Lernen haben die Art, wie wir Dinge betreiben, pflegen und warten, bereits jetzt verändert. Und es gibt schon eine neue Technologie auf dem Markt, mit der es gelingt, Interaktionen und Erfahrungen ebenfalls zu modifizieren. Die sogenannte erweiterte Realität – häufig auch als Augmented Reality oder AR bezeichnet – ist eine Technologie, die es erlaubt, mit digitalen Informationen in Form von Computergrafiken die reale Ansicht der physikalischen Welt zu überlagern.

Mit anderen Worten: Digitale und physikalische Welten werden in einer vereinten, visuellen Erfahrung zusammengeführt. Der explosive Anstieg bei intelligenten, mobilen Endgeräten wie Telefonen und Tablets sorgt dafür, dass AR in der Mitte der Gesellschaft ankommt. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten wird ein rasanter Zuwachs bei brandneuen tragbaren Geräten wie Brillen, Schutzbrillen und sogar Helmen von Unternehmen wie ODG, Microsoft, Magic Leap, Oculus, Epson, Daqri und vielen anderen erwartet.

Diese in der Hand oder am Körper getragenen Geräte sind notwendig, reichen aber allein noch nicht aus. Man benötigt Anwendungen, um damit echten Mehrwert zu erzielen – Anwendungen, die erweiterte, digitale Inhalte für die physikalische Welt generieren und dann anreichern. Das können beispielsweise Inhalte sein, die entstehen, wenn man digitale 3D-Produktbeschreibungen mit Konnektivität und Analyse-Möglichkeiten zusammenführt. Anders ausgedrückt: Das „Wunder“ geschieht, wenn 3D-CAD auf IoT und AR trifft.

Und diese erweiterte Realität ist längst bei den Konsumenten angelangt. Tatsache ist, dass einige der weltweit bekanntesten Marken bereits heute AR-Plattformen nutzen, um ihre Produkte zu vermarkten. Aber diese Anwendungen für Verbraucher kratzen nur an der Oberfläche der Möglichkeiten und schöpfen das Potenzial von AR noch bei weitem nicht aus. AR wird die Welt – und unser Leben – dann verändern, wenn es in den Unternehmen zum Einsatz kommt.

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1. IoT trifft die virtuelle Realität
2. Es ist Zeit für Augmented Reality
3. Kommentar: Echtzeit-Informationen für mehr Produktivität
4. Interview: Von der VR-Theorie in die Praxis
5. Hintergrund: Plattformen für Augmented Reality

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