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IDC-Studie

Internet of Things in Deutschland 2016

14. November 2016, 14:54 Uhr   |  Markus Kien | Kommentar(e)

Internet of Things in Deutschland 2016
© IDC 2016

IDC erwartet ein rapides Wachstum an weltweit verbundenen "Dingen".

"Deutsche Unternehmen verkennen das Potenzial, sich durch IoT vom Wettbewerb zu differenzieren", bemängeln die Analysten von IDC in ihrer aktuellen Studie, für die Unternehmen quer durch alle Kernbranchen der deutschen Wirtschaft zum Thema IoT befragt wurden.

Im Zuge der digitalen Transformation schreitet die Vernetzung von Produkten, Maschinen oder Anlagen mit großen Schritten voran. IDC prognostiziert, dass sich die Zahl der weltweit verbundenen „Dinge“ von derzeit 14,9 Milliarden bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln wird. Um Einblicke in die Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von deutschen Unternehmen bei der Nutzung von IoT-Technologien (Internet of Things) zu erhalten, hat IDC 395 Unternehmen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern aus acht wesentlichen Branchen befragt:

  • Prozessorientierte Fertigung,
  • Diskrete Fertigung,
  • Handel,
  • Gesundheits- und Sozialwesen,
  • Banken und Versicherungen,
  • Öffentliche Verwaltung,
  • Transport und Logistik sowie
  • Ver- und Entsorgungsbetriebe.

Auch wenn 72 Prozent der Befragten das Internet of Things als sehr oder extrem wichtig für ihr Unternehmen einordnen, befindet sich mit 55 % der Großteil der Organisationen noch immer in der Evaluierungs- und Planungsphase von IoT-Initiativen, so die Studie. Großunternehmen insbesondere aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau treiben hierbei die IoT-Adoption stärker voran als der Mittelstand.

Hürden einer zügigeren IoT-Umsetzung liegen in knappen Budgets (28%), einem Mangel an Know-how (24%) und der hohen Komplexität von IoT-Lösungen (27%). Dass sich viele Unternehmen noch in einer frühen Phase befinden, spiegelt sich auch in einer Ad-hoc-Finanzierung wider: Meist handelt es sich hierbei um Projekt-Budgets (25%) oder Budgets aus den Fachbereichen (23%).

Laura Hopp, Consultant bei IDC, mahnt in Sachen Zeithorizonte zur Vorsicht: “Organisationen müssen eine schnelle Umsetzung forcieren, wollen sie nicht von innovativeren und schnelleren Wettbewerbern überholt und abgehängt werden.”

Laura Hopp, IDC
© IDC

Laura Hopp, Consultant bei IDC: “Unternehmen haben bislang noch nicht ausreichend erkannt, dass sie durch IoT ihre digitale Transformation vorantreiben können.”

IoT-Technologien können laut IDC aber nicht nur eingesetzt werden, um interne Prozesse und Abläufe zu optimieren, sondern auch in die Produkte eines Unternehmens einfließen. Durch die Integration von Sensorik, eingebetteten Systemen und Konnektivität werden dessen Produkte IoT-Ready. Organisationen, die diesen Kurs verfolgen, erwarten laut Studie, dass der Anteil ihrer vernetzten Produkte in den kommenden Jahren um 69 Prozent deutlich steigt, sodass 2019 jedes zweite ihrer Produkte IoT-Ready sein wird.

Durch die fortschreitende Vernetzung erhöht sich jedoch auch die Angriffsfläche für unerlaubte Zugriffe von Externen auf die Daten der Produkte. Bereits heute berichtet schon jeder vierte Hersteller von intelligenten und vernetzten Produkten von einem derartigen Sicherheitsvorfall in den letzten 12 Monaten. Auch die kürzlichen DDoS-Attacken (Distributed-Denial-of-Service ) mit vernetzten Objekten verdeutlichen, dass Sicherheitsfunktionalitäten noch nicht ausreichend integriert sind, heißt es.

Die Sorge vor potenziellen Angriffen spiegelt auch die größte Herausforderung wider, vor der Unternehmen in Bezug auf IoT-Initiativen stehen: Der Datenschutz und die Datensicherheit. Die Ergebnisse heben den Stellenwert eines ausgereiften Sicherheitskonzepts für vernetzte Produkte und Dienstleistungen hervor, so die Analysten.

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1. Internet of Things in Deutschland 2016
2. Einsatz und Planung von Use Cases
3. Ohne IoT-Plattform keine Projekte

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