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Utopie vs. Realität

Industrie 4.0 - nicht um jeden Preis

29. Juli 2016, 13:06 Uhr   |  Autor: Gernot Hafner / Redaktion: Diana Künstler

Industrie 4.0 - nicht um jeden Preis
© fotolia.com

Bei Industrie 4.0 steht Deutschland im internationalen Vergleich gut da. Doch so viele Vorteile die Innovationen der IT-Branche auch bringen, Augenmaß ist gefragt – Digitalisierung um jeden Preis wäre ein Fehler.

Drei Hauptfelder versprechen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 große Potenziale und werden uns in Zukunft viel beschäftigen: Durch die „Vorausschauende Wartung“ (Predictive Maintenance) von Systemen können Unternehmen Instandhaltungsarbeiten dynamisch und flexibel gestalten sowie Materialeinsparungen erzielen. So werden Teile mithilfe intelligenter Sensoren genau dann ausgetauscht, wenn sie kaputtzugehen drohen – nicht früher und nicht später. Der zweite Bereich, „Datenbasierte Produktionsoptimierung“, verschlankt die Prozesse von Fertigungsketten. Mittels Datenanalyse und der darauf folgenden Anpassung der Parameter von Maschinen lassen sich hohe Ausschussraten in der Produktion signifikant reduzieren. Im dritten Themenfeld, „Product as a Service”, werden vertraute Produkte mit neuen Funktionalitäten versehen, was wiederum zu neuen Geschäftspotenzialen führt.

Charmant, aber sinnfrei: Nutzen ist das A und O
Alle drei Bereiche haben jedoch eines gemeinsam: Sie schaffen einen klaren Nutzen und fördern die Effizienz. Dies muss das erklärte Ziel aller Industrie-4.0-Projekte sein. Wenn eine Lösung nicht Prozesse vereinfachen, Kosten einsparen oder neue Geschäftsfelder generieren kann, wird man nicht auf investitionsbereite Entscheider treffen – ganz unabhängig von der technischen Brillanz. Ein Beispiel aus dem Alltag: Was nutzt ein IoT-fähiger Backofen, den ich per App aus der Ferne steuern, an- und ausschalten kann, wenn ich trotzdem physisch vor Ort sein muss, um den Kuchen herauszuholen und um sicherzustellen, dass nichts passiert? Umgekehrt gibt es denkbar einfache Entwicklungen, die ungemein praktisch und effizient sind: Bohrmaschinen und andere spezielle Baugeräte, die per App geortet werden können, um zu verhindern, dass diese auf der Baustelle vergessen werden und die Baufirma dadurch hohe Verluste erleidet.

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