Schwerpunkte

Arbeitsmarkt-Report

Industrie 4.0 - kein Thema für das Personalmarketing

23. Juli 2015, 09:47 Uhr   |  Von Corinne Schindlbeck | Kommentar(e)

Industrie 4.0 - kein Thema für das Personalmarketing
© DEKRA Akademie

Wichtige Softskills für Fachkräfte im Bereich Maschinenbau.

"Industrie 4.0", die umfassende Digitalisierung der Produktionsprozesse zu "Smart Factories" ist ein Megatrend für die Industrie. Das hat sich offenbar aber nicht bis zum Personalmarketing herumgesprochen. In Stellenanzeigen wird das Thema praktisch nicht erwähnt.

Allein die Suchergebnisse im Web sprechen für sich: 15,5 Millionen Treffer für "Industrie 4.0". In Kombination mit "Merkel" sind es immer noch 110.000. Politik, Medien und Marketing haben das Thema für sich entdeckt.

Allerdings ignorieren Recruiting- und Personalmarketing-Verantwortliche den Begriff, wie der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der Dekra-Akademie zeigt. In Stellenanzeigen erwähnen Arbeitgeber im Maschinenbau-Umfeld nicht, ob sie im Bereich Industrie-4.0 aktiv sind und nur vereinzelt enthalten die Inserate entsprechende Aufgaben.

Für die Analyse wurden 352 Stellenanzeigen daraufhin untersucht, ob die Kandidaten später Aufgaben übernehmen und Kompetenzen benötigen, die in Zusammenhang mit der Entwicklung hin zu einer digital vernetzten Produktion stehen.

Wenn sich Produktionsstätten zu Smart-Factories entwickeln, verändern sich die Aufgaben und Arbeitsweisen in der Fertigung und der Logistik tiefgreifend, doch auch andere Disziplinen entlang der Wertschöpfungskette sind von diesem Wandel betroffen. Die Analyse berücksichtigt vor allem Informationen aus Inseraten für die Bereiche Forschung und Entwicklung (F&E), Produktion und Sales.

Zum Verantwortungsbereich der gesuchten F&E-Mitarbeiter gehören neben Entwicklungs- und Konstruktionsaufgaben besonders häufig auch Tätigkeiten in der Dokumentation (37,6 %) und Qualitätssicherung (28 %). Jeder zweite Mitarbeiter für die Produktion baut bei seinem künftigen Arbeitgeber Maschinen auf beziehungsweise nimmt sie in Betrieb.

Daneben arbeiten sie mit der Entwicklungsabteilung zusammen und übernehmen ebenfalls Aufgaben in der Dokumentation und Qualitätssicherung. Bewerber für eine Sales-Position benötigen ein gutes technisches Verständnis, zumal sie häufig technische Dokumentationen anlegen oder Produkte beschreiben sollen (37,6%). Außerdem gehören administrative Tätigkeiten, beispielsweise im Kunden-Support oder bei der Angebotserstellung, zu ihrem Arbeitsalltag.

Fazit: Obwohl viele Unternehmen sich schon mit Industrie-4.0 beschäftigen, finden sich in den Aufgabenprofilen keine Hinweise darauf.

 

Seite 1 von 3

1. Industrie 4.0 - kein Thema für das Personalmarketing
2. Studium versus Berufsausbildung
3. Softskills und Trends

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Löhne in Deutschland:
Wettbewerb lässt Gehälter steigen
Software-Entwickler hängen Elektroingenieure ab
Bewerber-Check in Sozialen Netzwerken
Vertrieb hat die meisten offenen Stellen
Ingenieure ohne IT-Kenntnisse sind die Verlierer
Industrie 4.0 braucht keine neuen Ausbildungsberufe

Verwandte Artikel

Dekra e.V.