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IDC-Studie

Industrial IoT gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung

25. September 2019, 09:01 Uhr   |   | Kommentar(e)

Industrial IoT gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung
© Prasit Rodphan - 123rf

Industrielle und industrienahe Unternehmen hierzulande erkennen das Potenzial des Internet of Things, sehen sich aber bei der Umsetzung nach wie vor mit nicht wenigen Herausforderungen konfrontiert. So das Ergebnis einer aktuellen IDC-Studie.

IIoT 2019 Umsetzung, IDC
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Die Fertigungsunternehmen (diskrete und prozessorientierte Fertigung) sind besonders fortschrittlich bei der Umsetzung von IoT-Initiativen.

IDC hat im Juli 2019 in Deutschland IT- und Fachentscheider aus 258 Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus den Branchen diskrete Fertigung, prozessorientierte Fertigung, Energie-, Wasserversorgung und Abfallentsorgung, Handel sowie Transport, Logistik und Verkehr befragt, um Einblicke in die bisherige Anwendung, Umsetzungspläne, Technologieentscheidungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren des Industrial Internet of Things zu erhalten.

IDC Elena Georg und Marco Becker
© IDC

Die Analysten Elena Georg (Projektleitern und Consultant) und Marco Becker (Senior Consultant) während der Präsentation der Studienergebnisse in München

Fertigungsunternehmen haben in der Umsetzung die Nase vorn, andere Branchen ziehen nach
Die Studienergebnisse zeigen, dass bereits mehr als jedes Vierte der befragten Unternehmen aus der Industrie und den industrienahen Branchen bereits erste IoT-Projekte umgesetzt hat (28 Prozent). In der Pilotierung befinden sich zurzeit 15 Prozent und ein sehr hoher Anteil der Firmen plant und evaluiert (47 Prozent) aktuell neue IoT-Projekte. Der Ausblick ist entsprechend positiv zu bewerten. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in den einzelnen Branchen: die Fertigungsunternehmen (diskrete und prozessorientierte Fertigung) sind besonders fortschrittlich bei der Umsetzung von IoT-Initiativen. Die Ver- und Entsorger dagegen sind überdurchschnittlich oft in der Pilotierung, während jedes zweite Unternehmen aus dem Handel sich noch in der Planung und Evaluierung befindet. Zudem haben Großunternehmen momentan häufiger IoT-Projekte umgesetzt als mittelständische Unternehmen. Der in Deutschland wichtige industrielle Mittelstand lässt sich aber künftig nicht abhängen: hier werden aktuell deutlich öfter Pilotprojekte durchgeführt und neue Initiativen evaluiert und geplant.

Interne Optimierung ist Haupttreiber für IoT-Initiativen, der Kunde steht erst an zweiter Stelle
Ein wichtiger Katalysator sei laut Studienerkenntnissen vor allem die Integration von IT und OT, um mehr Wert aus Daten zu ziehen: Rund 27 Prozent der befragten Unternehmensvertreter halten diesen Schritt für eine kritische Entwicklung des Unternehmens. 17 Prozent gehen sogar soweit, diese Aktivierung der Synergien beider Welten als geschäftskritisch einzuschätzen und machen damit die Unternehmensexistenz vom Gelingen dieser Aufgabe abhängig.

Die Gründe für diese Einschätzung sind vielseitig, verdeutlichen aber auch, warum IoT so viel Bedeutung beigemessen wird. Die zwei mit Abstand wichtigsten Gründe für die Auseinandersetzung mit IoT und damit auch erhofften Chancen sind Kostenreduzierungen (40 Prozent) und die Verbesserung von interner Effizienz und Produktivität (35 Prozent). Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit über klassische, interne Optimierung steht also klar im Vordergrund. Viele denken aber auch bereits einen Schritt weiter und wollen zudem neue Kunden ansprechen (27 Prozent) und das Kundenerlebnis verbessern (26 Prozent), zum Beispiel mit neuen, datenbasierten Services.

IIoT 2019 IoT-Plattform Einsatz, IDC
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Der Einsatzgrad für IoT-Plattformen deckt sich laut Studie mit der konkreten Umsetzung von IoT-Projekten.

30 Prozent der Unternehmen nutzen IoT-Plattformen, Tendenz steigend
Um die oben genannten Ziele zu erreichen, müssen aber zunächst Daten gesammelt und analysiert werden. Diesen Schritt organisiert die IoT-Plattform. Es sei daher auch kein Zufall, so die Herleitung der Analysten, dass der Einsatzgrad für IoT-Plattformen quasi deckungsgleich mit der konkreten Umsetzung von IoT-Projekten (28 Prozent) ist. Wo anfangs noch Eigenentwicklungen für Pilotprojekte genügen, fehle bei echten Umsetzungen nach Beobachtungen von IDC die Performance und Skalierbarkeit einer professionellen Plattform. Insbesondere wichtig für Industrieunternehmen – und in der Studie auch für 23 Prozent der Befragten – ist die breite Unterstützung möglichst vieler Endgeräte, Protokolle und Standards. Die IoT-Plattform übernimmt an dieser Stelle eine zentrale Funktion und hat damit auch eine große Rolle in der IT/OT-Integration. IDC prognostiziert, dass bereits im Jahr 2020 weltweit rund 70 Prozent der Unternehmen, die sich aktiv mit IoT beschäftigen, IoT-Plattformen im Einsatz haben werden. Gleichzeitig werden dann bereits die Hälfte der Plattformnutzer mehrere Plattformen gleichzeitig einsetzen, um die Bedürfnisse all ihrer Anwendungsszenarien abzudecken.

Video: Marco Becker, Senior Consultant bei IDC, zu Industrial IoT in Deutschland

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2. Edge Computing wird immer wichtiger

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