Internet der Dinge

Im Dschungel der IoT-Plattformen

20. August 2018, 11:19 Uhr | Natalie Ziebolz | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Plattformansätze im Überblick

Die einzelnen Komponenten sollten dabei, durch integrierte Sicherheitsfeatures gegen Cyberangriffe geschützt sein. Laut der IDG-Studie kommt diesem Aspekt in Unternehmen jedoch keine große Bedeutung zu: Mit 31,6 Prozent schaffte es „Security & Safety“ gerade noch in die Top 5 der Funktionen, die als wesentliche Grundsteine für IoT-Plattformen angesehen werden. Steffen Hartmaier, Leading Client Technical Architect, IBM Watson IoT, stellt passend dazu fest, dass immer noch viele Unternehmen ihre eigene Plattform bauen – ein Vorhaben, das selbst bei einfachen Varianten nur in etwa zu 80 Prozent realisierbar ist. „Schwierig wird es dann mit den restlichen 20 Prozent“, stellt Hartmaier fest. „Der Teufel steckt hier, wie so oft, im Detail – und der betrifft unter anderem Fragen der Verschlüsselung sowie Möglichkeiten der rollenbasierten und externen Zugriffsmöglichkeiten.“ Doch gerade für IoT AEP ist ein ausreichender Schutz vor Hackern essenziell, anderenfalls könnten bei einem Angriff beispielsweise sensible Daten, die aus allen Bereichen des Unternehmens auf der Plattform zusammenlaufen, zugänglich sein oder Maschinen fremdgesteuert werden.

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Um sicherzugehen, dass die gewählte IoT-Plattform keine Teillösung ist, sondern volle Fuktionalität bietet, sollte sie die acht zentralen Module enthalten.
Um sicherzugehen, dass die gewählte IoT-Plattform keine Teillösung ist, sondern volle Fuktionalität bietet, sollte sie die acht zentralen Module enthalten.
© Tresmo

Bottom-up oder Top-down?
Die Plattformarchitektur macht jedoch nicht den einzigen Unterschied zwischen den Lösungen aus: Start-ups, Hersteller von Hardware- und Netzwerktechnologien oder ERP-Anbieter – die Spannbreite der Unternehmen, die mit ihrem Produkt ins Rennen um die beste IoT-Plattform ziehen, ist groß. Die Ansätze der entsprechenden Plattformen dementsprechend unterschiedlich. Beginnt der Anbieter zunächst mit einer Konnektivitätskomponente, die anschließend von unten nach oben durch andere Plattformfunktionen ergänzt wird, handelt es sich um den „organischen Bottom-up-Ansatz“. Der „organische Top-down-Ansatz“ arbeitet entgegengesetzt: Funktionen werden von oben nach unten hinzugefügt – ausgehend von der Analysekomponente.

Während sich beim „partnerschaftlichen Ansatz“ das vollumfängliche Produktpaket aus Allianzen verschiedener Anbieter ergibt, fallen Lösungen, die durch eine gezielte Übernahme oder einen strategischen Zusammenschluss von Konkurrenten entstehen, in den „M&A-Ansatz“. Eine letzte Variante – den „Investitionsbasierten Ansatz“ – verfolgen Unternehmen, die taktische Investitionen innerhalb des IoT-Ökosystems tätigen.

Doch egal welchen Ansatz ein Anbieter verfolgt: Eine einzelne Plattform ist nicht in der Lage, alle bereits existierenden und künftigen Anwendungsfälle abzudecken. Open-Source-Ansätze ermöglichen deshalb, zum Beispiel durch quelloffene Tools, die Integration und Interoperabilität zwischen Plattformen und dadurch eine sukzessive Erweiterung des IoT-Ökosystems. Systeme können so mit anderen Systemen, die sich aus ebensolchen zusammensetzen, zusammengeführt werden, um aus den unterschiedlichen Datenströmen einen größeren Nutzen zu ziehen.


  1. Im Dschungel der IoT-Plattformen
  2. Die Plattformansätze im Überblick
  3. Den gesamten Prozess beleuchten

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