Expertenkommentar

Grundregeln bei der M2M-Einführung

Clemens Schuchert,  Leiter des Kompetenz-Centers M2M bei Cocus, betreut seit vielen Jahren Unternehmen verschiedener Branchen bei der Entwicklung unternehmensspezifischer M2M-Strategien sowie bei der anschließenden Implementierung.
Clemens Schuchert, Leiter des Kompetenz-Centers M2M bei Cocus, betreut seit vielen Jahren Unternehmen verschiedener Branchen bei der Entwicklung unternehmensspezifischer M2M-Strategien sowie bei der anschließenden Implementierung.
© Cocus

Nach Jahren akribischer Entwicklung bietet M2M nunmehr Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen die Möglichkeit, Prozesse zu optimieren, Kosten zu sparen und mitunter sogar neue lukrative Geschäftsfelder zu erschließen. Ein Wundermittel, das pauschal verabreicht werden kann, ist M2M aber nicht.

Selbst Wettbewerber haben häufig eine komplett unterschiedliche Infrastruktur und Ausrichtung und somit andere Anforderungen. Deshalb sollte mit der Umsetzung von M2M-Maßnahmen erst dann begonnen werden, wenn die unternehmensspezifischen Begebenheiten sowie Anforderungen herausgearbeitet, und eine klare Strategie entwickelt wurde. Einige allgemeine Regeln lassen sich dennoch festhalten.

Die Ausarbeitung eines ganzheitlichen Business-Cases ist selbstverständlich ausschlaggebend für den Erfolg des M2M-Projekts. Wichtig ist hier vor allem – aufgrund der Diversifikation von M2M – die Einzelfallbetrachtung und Einordnung. Der Stellenwert, den diese Art der Prozessoptimierung innerbetrieblich einnimmt, ist heutzutage deutlich höher als noch vor wenigen Jahren. Hier sollten Unternehmen entsprechend ihrer Größe und Ausrichtung zunächst ihren Fokus setzen.

Auch das Thema Sicherheit sollte keinesfalls unterschätzt werden. Selbst augenscheinlich unwichtige Sensorik-Daten aus dem klassischen Metering-Bereich können unter Umständen kritisches, ja sogar unternehmenskritisches Zahlenmaterial bedeuten – Stichwort: Big-Data. Mit der Entwicklung entsprechender Maßnahmen kann folglich nicht früh genug begonnen werden. Beim Austausch von Informationen besteht prinzipiell die Gefahr, dass diese abgezweigt oder umgeleitet, analysiert und missbräuchlich genutzt werden; intelligente Regelwerke basierend auf der Analyse der Daten können einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeuten und sind sensibel einzustufen. Es muss also von vornherein sichergestellt werden, dass alle übermittelten Daten über gesicherte Verbindungen laufen. Das gilt auch für Informationen über Mitarbeiter und Kunden. Hat der Kunde das Gefühl, dass seine Daten nicht in sicheren Händen sind, oder kommt es gar zu einem Datenschutzskandal, drohen schwerwiegende Folgen in Form von Klagewellen, Imageverlust und eventuell  gar Entschädigungen.

Auch Standards und Normen gibt es aus gutem Grund. Zertifizierungen helfen, Kompatibilität sicherzustellen und perspektivisch Komplikationen zu vermeiden. Die bekannten Größen der GSM-Modulhersteller haben M2M-Module mit Industrieanforderungen im Programm, welche abgestimmt und zertifiziert sind. Neueinsteiger im M2M-Markt sind gut beraten, wenn sie auf diese langjährige Erfahrung setzen, anstatt billige Komponenten zu kaufen und auf eigene Faust zu kombinieren.

Nicht zuletzt entscheidet auch die Wahl des richtigen Netzbetreibers über den Erfolg oder Misserfolg der eigenen M2M-Lösung. Zwar haben alle großen Provider mittlerweile globale M2M-Plattformen. Unterschiede gibt es dennoch, zum Beispiel beim Roaming, beim Umfang und Komfort der APIs, et cetera.

M2M ist zumeist ein langjähriges Geschäft mit Vertragslaufzeiten zwischen zwei und 15 Jahren. Manche Netzbetreiber verlangen Mindestabnahmemengen. Wichtig ist also, dass die Unternehmen sich über die unterschiedlichen Funktionalitäten der M2M-Plattformen im Klaren sind und auch ihrerseits eine perspektivische Planungssicherheit über die Entwicklung und deren Zyklen haben. Ein ganzheitlicher Blick ist bei der Wahl des richtigen Netzbetreibers deshalb essenziell für den Projekt- und Unternehmenserfolg.

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