Cloud-Computing

Gibt es die maßgeschneiderte Cloud?

22. März 2011, 15:05 Uhr | Claudia Rayling, funkschau-Redaktion | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Die Qual der Wahl

Die Cloud-Modelle im Überblick.
Die Cloud-Modelle im Überblick.
© funkschau/Quelle: Experton Group

Bislang haben sich drei Cloud-Modelle durchgesetzt, die je nach Unternehmensstruktur und Bedarf bezogen werden können. Sie unterscheiden sich in Zugriff, Sicherheit und Kosten. Die Private-Cloud bietet den höchsten Datenschutz, da sie im zentralen Rechenzentren des Unternehmens lokalisiert ist und nur über das Intranet oder das VPN (Virtual-Private-Network) zugänglich ist. Damit steht sie komplett unter Kontrolle des Anwenders. „Da Dienstleister und Nutzer in diesem Fall quasi in Personalunion agieren, bietet diese Form der Wolke die Möglichkeit, standardisierte Services besser auf die Firmenstruktur zuzuschneiden als andere Cloud-Typen“, führt Michael Melcher, Vertriebsleiter beim Netzwerkstrategen BCC, aus. Gegenargumente sind für ihn vor allem höhere Kosten im Vergleich zu Public-Cloud-Services, da die Skaleneffekte weitaus geringer ausfallen.

Die gängigen Internet-Provider hingegen betreiben eine Public-Cloud: Anbieter wie Amazon, Google, IBM oder Microsoft stellen Server-Farmen bereit, auf die Privatanwender und Unternehmen Daten, Anwendungen sowie Netze auslagern und betreiben können. Es handelt sich hierbei um standardisierte Services, wie etwa Storage oder Rechenkapazität. Das Pay-per-use-Verfahren ermöglicht eine exakte Anpassung an den individuellen Verbrauch. Die benötigten Kapazitäten können je nach Bedarf beliebig skaliert werden. „Zu beachten ist jedoch, dass die Verbindung über das Internet ein Potenzial für kriminelle Handlungen bietet und das Risiko von Datenschutzverletzungen steigt“, gibt BCC-Vertriebsleiter Melcher zu bedenken. „Zumal viele Provider in diesem Feld international agieren, so dass nationale Datenschutzbestimmungen ins Hintertreffen geraten.“ Unternehmen sollten daher darauf verzichten, sensible Daten in die Public-Cloud zu tragen. Dem stimmt auch Jens Tamm, Country-Manager bei Interoute Deutschland und Österreich, zu: „Firmen mit komplexen geschäftskritischen Datenbankanwendungen, für welche die Sicherheit der in der Cloud beherbergten Anwendungen oberste Priorität hat, sollten auf die Private-Cloud setzen. Auch deshalb, weil in einer Public-Cloud die rechtliche Situation wesentlicher komplexer ist. Hier kann der Aufenthaltsort täglich wechseln, ohne dass der Kunde weiß, wo die Daten aktuell sind.“

Den Mittelweg stellt die Hybrid-Cloud dar – sie ist eine Mixtur aus privater und öffentlicher Wolke. Unternehmen können frei entscheiden, welche Anwendungen in die „sichere“ aber kostspieligere Private-Cloud verlegt werden sollen, und für welche die öffentliche Variante adäquat ist. Sie profitieren aus beiden Modellen, ohne Risiken eingehen zu müssen. „Die Potenziale einer hybriden Cloud sind groß“, weiß Michael Melcher von BCC. „Gerade wenn es darum geht, durch standardisierte Services Kosten zu sparen, aber gleichzeitig ein sehr hohes Maß an Individualität zu erreichen.“ Die Wahl des Cloud-Anbieters sollte derweil mit größter Sorgfalt geschehen: „Weicht die Arbeitsweise eines Cloud-Dienstes zu sehr von den eigenen Unternehmensprozessen ab, besteht hier die Gefahr einer verminderten Effektivität.“

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