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Geheimzutat Agilität

01. Juni 2018, 11:07 Uhr   |  Autor: Ralf Greis / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Geheimzutat Agilität
© ostill-123rf

Jedes Unternehmen hat seine ganz individuellen Herausforderungen, wenn es um Human Resour-ces geht. Ein Patenrezept gibt es daher per se nicht.

Die Realisierung von Projekten wie die Implementierung einer neuen IT-Infrastruktur können Unternehmen nicht immer aus eigener Kraft stemmen. Firmen sehen sich also mit der Frage konfrontiert: Wie fülle ich die vorübergehende Lücke? Agiles Sourcing kann ein Lösungsansatz sein.

Die Digitale Transformation verändert die Arbeitswelt nachhaltig – sowohl auf technischer wie auch auf personeller Ebene. Gerade im Bereich IT liegt in Deutschland schon lange ein signifikanter Fachkräftemangel vor: Bis zum Jahr 2020 werden allein in Deutschland 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen, so die Prognose der Studie „Arbeitslandschaft 2040“. Auf der anderen Seite steht die Angst vor dem Jobverlust. So geht aus der Studie der Universität Oxford „The Future of Employment“ hervor, dass 47 Prozent der Berufsbilder innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre einem hohen Risiko ausgesetzt sind, durch die Automatisierung mit digitalen Technologien zu verschwinden. Auch wenn Ökonomen und Experten sich sicher sind, dass Arbeitsplätze nicht gänzlich wegfallen, sondern sich bloß wandeln werden: Viele Berufsbilder wird es in ihrer heutigen Ausrichtung nicht mehr geben, dafür entstehen wiederum neue. Infolgedessen werden aber auch zunehmend andere Kompetenzen von den Beschäftigten erwartet.

Statische Arbeitsformen weichen fluideren Modellen
Tatsache ist: Die Bindung von Menschen an Unternehmen nimmt ab. Zurückzuführen ist das sowohl auf den digitalen Wandel, wie auch auf die Entwicklung unterschiedlicher Lebenswelten, gerade auch im Hinblick auf den Generationen- und Wertewandel. Standen früher Karriere und ein Leben für die Arbeit im Mittelpunkt, verschiebt sich der Fokus. Die junge Generation der Arbeitskräfte interessiert sich für ein Drei-Tage-pro-Woche-Modell oder zwei Jahre Arbeit, dann ein Jahr Sabbatical, um eine Weltreise zu unternehmen. Drei Monate viel Arbeit, einen Monat gar keine Arbeit: direkte Arbeitsbeziehungen gibt es in Zukunft nur noch teilweise. Der Schwerpunkt verlagert sich hin zu Selbstständigkeit beziehungsweise Unabhängigkeit. Fluide Formen der Kopplung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern gewinnen daher an Bedeutung. Multiple Unternehmenszugehörigkeiten und Engagements auf Zeit gehören zunehmend zur Normalität.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften aus bestimmten Kompetenzbereichen steht einem fragmentierten, unabhängigen und vermutlich auch nicht zwingend ausreichendem Angebot an Arbeitskräften gegenüber. Größte Herausforderung dabei sind „unfertige Erzeugnisse“ innerhalb des Angebots, also die noch ungeschulten Kräfte. Um qualifiziertes Personal zu finden, kurzfristige Vakanzen zu besetzen oder Fachkräfte mit Nischenkompetenzen einzusetzen, werden daher Agenturen zur Vermittlung und Entwicklung von Human Resources zentral an Bedeutung gewinnen. Das gilt auch für die Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Die Komponente Agilität
Netzwerkorganisationen gelten als neues Leitprinzip, denn das Zeitalter der funktionalen Aufbauorganisationen ist vorbei. Unternehmen müssen schneller auf Veränderungen reagieren und bauen verstärkt agile und netzwerkartige Organisationsmuster auf und ab. Allein im Rahmen der Digitalisierung stellt die Realisierung von Projekten eine besondere Herausforderung dar, die Unternehmen nicht immer aus eigener Kraft stemmen können. Firmen sehen sich also mit der Frage konfrontiert: Wie fülle ich die vorübergehende Lücke? Agile Beschaffungskonzepte können dabei ein Lösungsansatz sein. Gerade bei IT-Projekten sind die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen in der benötigten Anzahl und Zusammenstellung in Unternehmen erfahrungsgemäß oft nicht vorhanden. Daher kann im Regelfall auch nicht auf firmeneigene Expertise zurückgegriffen werden. Rekrutierungsprozesse gehören nicht zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens, sind schwierig und langwierig. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht daher zunächst die Besetzung von Aufgaben und Projekten mit qualifizierten Spezialisten für IT sowie allen Bereichen des digitalen Wandels, um diese schließlich selbstständig oder mit zusätzlichen Kräften durchzuführen. Dabei steht immer im Fokus, die für das Unternehmen richtigen Fachkräfte, Experten und Kompetenzen zu finden und diese in der notwendigen Menge für die vorhergesehene Zeit zur Verfügung zu stellen. Neben der Zusammenarbeit auch mit spezialisierten Partnerunternehmen aus den digitalen Einzeldisziplinen, steht insbesondere die Aufgabe strategischer Weiterbildungskonzepte in einem modernen Sourcing-Verständnis. Außerdem spielt die arbeitsrechtlich konforme, korrekte Vertragsform (Dienstleistung, Werkvertrag, Arbeitnehmerüberlassung) eine zentrale Rolle. Ähnlich einem Koch, der für sein Gericht ein Rezept mit Zutatenliste braucht, sind Unternehmen mit dem richtigen Mischverhältnis aller Elemente schließlich in der Lage, die Herausforderungen der IT im Kontext der Digitalen Transformation effektiv und erfolgreich zu lösen.

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