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Unified-Communications & Collaboration

Fürstlich konferieren

02. Juni 2014, 16:51 Uhr   |  Markus Kien, Redaktion funkschau

Fürstlich konferieren
© Norbert Preiß, funkschau (Quelle: ollly - klaikungwon - Fotolia.com)

Per Web-RTC lässt sich auf einfache Art und Weise eine Browser-gestützte Videokommunikation aufsetzen. Es stellt sich die Frage, ob die Technologie bereits den nötigen Reifegrad für den Business-Einsatz erreicht hat und wo sie sich gewinnbringend einsetzen lässt? Die Meinungen der Experten gehen auseinander.

Darüber sind sich die Anbieter von Unified-Communications & Collaboration-Lösungen (UCC) einig: Langfristig werden sich nur einfach und intuitiv zu bedienende Lösungen am Markt durchsetzen. Für die künftigen "Killer-Applikationen" Video-kommunikation und Web-Collaboration scheint Web-RTC genau diese Voraussetzungen zu erfüllen. Anwender benötigen lediglich einen geeigneten Browser und eine qualitativ gute Internetverbindung, um bei Bedarf sogar mobil per Video zu kommunizieren oder Dokumente gemeinsam zu bearbeiten.

Optimistisch betrachtet wird Web-RTC sogar das Potenzial zur Revolution der gesamten Unternehmenskommunikation zugetraut. Wozu noch klassische Telefonie einsetzen, wenn sich die Kommunikation per Webbrowser ebenso bewerkstelligen lässt? So wird Web-RTC inzwischen zugleich als Bedrohung und Chance für die TK-Diensteanbieter gehandelt: Durch Web-RTC entsteht einerseits ein neues Medium zu Lasten der klassischen Sprachverbindung, auf der anderen Seite fehlt Web-RTC jedoch eine ganze Reihe an Funktionen üblicher Telefonservices – das beginnt bereits bei der Rufnummer. Das lässt den Netzbetreibern und Service-Providern Raum für Mehrwertdienste in Sachen Web-RTC.

Fest steht: „Die Lösung vereinfacht die Videokommunikation grundlegend. Die Nutzer müssen nichts herunterladen und sich nicht registrieren. Es reicht eine Webcam, eine Internetverbindung und ein Web-RTC-fähiger Browser, wie Google-Chrome oder Mozilla-Firefox. Damit könnte Web-RTC einen ähnlichen Siegeszug antreten wie Google-Docs, Office-365 oder andere Browser-basierte Anwendungen“, prophezeit Uwe Klatt, Regional Director Central and Northern Europe bei Lifesize.

Zu den Anwendungsszenarien heißt es weiter:"Privatpersonen könnten beispielsweise per Video mit dem Kundenservice ihrer Versicherung, ihres Mobilfunk-Providers oder ihrem Hausverwalter in Kontakt treten. Beim Kunden steht ein ganz normaler PC oder Laptop – beim Anbieter hingegen professionelle Videokommunikationssysteme. Der Privatnutzer oder Video-Neuling profitiert also von der Investition auf der Anbieterseite, ohne im Gegenzug selbst Geld für professionelle Videotechnik in die Hand nehmen zu müssen."

Klatt sieht in Web-RTC demnach nicht den Ersatz für Business-Lösungen, sondern eine hervorragende Ergänzung: "Viele Vorteile professioneller Videokommunikation bietet Web-RTC selbst nicht: Die einfache Bedienbarkeit am Konferenztisch ohne PC, die Bereitstellung von Kontaktlisten und das Teilen von Präsentationen und Dokumenten zwischen den Teilnehmern ist nicht möglich oder noch nicht ausgereift", so der Experte und weiter: "Web-RTC nutzt in diesen Bereichen über Gateways die Funktionen der professionellen Videoinfrastruktur. So lassen sich Nutzer beispielsweise über die Business-Lösung eines Geschäftspartners in eine Konferenzschaltung mit mehreren Gesprächspartnern einwählen. Auch das Anzeigen von Präsentationen auf dem Bildschirm des Web-RTC-Nutzers wird so möglich."

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