All-IP & Messtechnik

Für eine IP-optimierte Installation

12. September 2017, 11:12 Uhr | Autoren: Markus Mattscheck, Yves Brüderli und Bernhard Mutz / Redaktion: Diana Künstler und Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Das All-IP-Messgerät

Kurth Electronic, KE3700 in der Anwendung
Um eine hohe Übertragungsqualität zu gewährleisten, gilt es, bei der Installation viele verschiedene Faktoren zu beachten.
© Kurth Electronic

All-IP-Messgeräte sind technische Helfer, die Anwendern die Sicherheit geben sollen, dass die Installation korrekt funktioniert und können laut den Anbietern bei der Fehlersuche viel Zeit sparen. Das Resultat der Messung ist ausgedruckt und als Messprotokoll verfügbar. Es zeigt dem Kunden, dass ein Installateur seine Arbeit gewissenhaft ausgeführt hat. Eine Messung dauert etwa zwei Minuten. Die erste wird beim APL vorgenommen. Neben diversen Parametern misst das Gerät immer auch die maximal verfügbare Bandbreite. Die zweite Messung erfolgt möglichst an der Dose in der Wohnung oder im Geschäft, an welcher der Router angeschlossen wird. Beide Messungen werden miteinander verglichen. Dadurch ist ersichtlich, wie gut die Hausinstallation tatsächlich ist und ob noch Störquellen vorhanden sind. Je nach Gerätetyp zeigt das Messgerät schlechte Kabelverbindungen oder unnötige Zweigleitungen an. Eine optional verfügbare Angabe der Distanz zur Störquelle erleichtert zudem die Lokalisierung schlechter Leitungen oder Klemmstellen. Die Prüfgeräte ermitteln zudem die maximale Bandbreite. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn der Kunde überlegt, sich einen schnelleren Anschluss zuzulegen, und nicht sicher ist, ob die Verkabelung diese Geschwindigkeit überhaupt unterstützt.

Über die Hälfte der betroffenen Anschlüsse der Telekom sind umgestellt. Der Netzbetreiber macht seinen Geschäftskunden den Umstieg schmackhaft, indem er verschiedene Lösungen anbietet. Zum Beispiel wird mittels SIP-Trunk eine Voice over IP-Telefonie ermöglicht, ohne bisherige Rufnummern und Durchwahlkonzepte zu beeinträchtigen. Gleichzeitig soll damit die Grundlage geschaffen werden, die technischen Möglichkeiten jenseits von ISDN nutzen zu können. Ähnliches gilt für die Cloud-Dienste, mit denen unternehmensorientiert Mobilfunk und Festnetz miteinander verknüpft werden können – ein wichtiger Baustein für eine einheitliche Anwendungsumgebung innerhalb der Firma.

Bei allen Neuerungen spielt der Faktor Wirtschaftlichkeit eine bedeutende Rolle: Auch wenn die Umstellung nicht ohne Investitionen realisiert werden kann, sind Einsparungen wiederum auf unterschiedlichen Ebenen möglich. Naheliegendste Kostenersparnis: Innerhalb des Firmennetzwerks sind die Telefonate mit VoIP kostenlos, was insbesondere bei verstreuten Firmensitzen ein klarer Vorteil ist. Das ist in Unternehmen mit nur einem Standort zwar unerheblich, diese profitieren allerdings von verschlankten Prozessen, die wiederum helfen können, Kosten einzusparen. Bessere Kommunikation heißt in diesem Fall unter anderem größere Flexibilität, indem beispielsweise auch mobile Telefone in die Firmen-Cloud eingebunden werden können. Mitarbeiter, die unterwegs sind, haben die Möglichkeit, so trotzdem auf die VoIP-Anlage der Firma zuzugreifen und sind umgekehrt immer unter ihrer Büronummer erreichbar. Leichtere Bedienung der Kommunikation im Unternehmen und im Privathaushalt und eine vereinfachte Störungssuche seitens des Netzbetreibers sind unmittelbare Pluspunkte der All-IP-Umstellung. Die technische Entwicklung ist in diesem Bereich noch lange nicht abgeschlossen und bietet noch sehr viel Potenzial.

Markus Mattscheck ist Chefrdakteuer und Betreiber von Onlinemarketing-Praxis, Yves Brüderli und Bernhard Mutz arbeiten beim deutschen Hersteller für Mess- und Prüfgeräte Kurth Electronic


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