Modern Workplace

Fast die Hälfte der Angestellten will keine fünf Tage ins Büro

27. Juni 2022, 8:24 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Menschen in hybridem Meeting, Modern Workplace
© Rawpixel / 123rf

Die pandemiebedingte Homeoffice-Pflicht endete zwar, doch die Veränderungen der Arbeitswelt blieben. So zeigt eine neue IWG-Studie, wie sich hybride Arbeitsweisen auf Unternehmen und Belegschaft auswirken und welche Vorteile der Modern Workplace bieten kann.

Die Arbeitswelt hatte sich während der Hochzeiten der Pandemie stark gewandelt. Die damaligen Einschränkungen verändern jedoch auch nachwirkend das Arbeiten. Eine Untersuchung der IWG, einem Betreiber von Workspace Providern, zeigt unter anderem, dass fast die Hälfte der ArbeitnehmerInnen (45 Prozent) jetzt mindestens drei Tage pro Woche weniger pendelt und 55 Prozent mindestens zwei Tage pro Woche weniger ins Büro kommen. Zudem würden es 45 Prozent der Befragten ablehnen, wieder fünf Tage in der Woche zu pendeln. Rund 44 Prozent der Büroangestellten geben an, dass finanzielle Einsparungen ein Grund dafür sind, weniger zu pendeln, und 48 Prozent sagen, dass sie dadurch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen. Fast alle Befragten (84 Prozent) stimmen zu, dass der beste Weg zur Verringerung des Pendleraufkommens die Hybridarbeit ist.

Mark Dixon, CEO der IWG, sagt: „Selbst in einer Zeit, in der die Lebenshaltungs- und Geschäftskosten in fast beispiellosem Ausmaß steigen, zeigt diese Studie, dass sich sowohl Unternehmenschefs als auch Arbeitnehmer in ihrer Sorge um die Umwelt gleichermaßen einig sind. Die Unternehmen wollen ihre besten Talente an sich binden und die Umweltbelastung reduzieren. Die Einführung des hybriden Arbeitens bewirkt beides. Nicht nur, dass die Einsparung langer täglicher Fahrten in die Innenstädte klare Vorteile für die Umwelt mit sich bringt, sondern auch, dass Unternehmen durch hybrides Arbeiten rund 10.000 Euro pro Mitarbeiter einsparen können. Letztendlich sparen Unternehmen durch die Einführung von Hybridarbeit Geld, gewinnen an Flexibilität und verringern ihren CO2-Fußabdruck, während die Mitarbeiter weniger Zeit und Geld für Reisen aufwenden, ohne auf den sozialen Aspekt des Bürolebens verzichten zu müssen.“

Die Einsparungen ergeben sich durch die reduzierten Immobilienkosten bei Flächenverkleinerungen in teuren Innenstadtlagen und verringerte Fluktuation dank zufriedener MitarbeiterInnen. Die Arbeitgeber haben entsprechend angefangen umzudenken. Rund 38 Prozent der Arbeitgeber sind der Meinung, dass ihr Unternehmen durch die Verringerung des Pendelns größere Einsparungen bei den Versorgungs- und Gebäudekosten erzielt hat. Viele planen eine langfristige Verkleinerung ihrer Büroflächen. Sie stellen aber ebenfalls fest, dass ein Viertel der ArbeitnehmerInnen sich ein Büro in der Nähe des Wohnorts wünscht. Eine Alternative zu Homeoffice und Unternehmenssitz stellen flexible Office-Lösungen und Co-Working-Spaces dar.

Hybrides Arbeiten für Nachhaltigkeitsziele

Die Reduzierung des Pendelns wird von vielen Unternehmen aber nicht nur aus Kostengründen aktiv unterstützt und gefördert. Sie kommen damit auch den Wünschen ihrer Mitarbeitenden entgegen und können so die Talente besser halten. Zudem erhöhen sie ihre Nachhaltigkeit, da der CO2-Fußabdruck des Unternehmens schrumpft. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmensleiter sagen, dass die Unterstützung der Mitarbeitenden bei der Verringerung ihrer täglichen Fahrten ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens ist. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) geben an, dass ihr Unternehmen sich verpflichtet, die Auswirkungen auf den Planeten zu verringern. Indem die Menschen weniger Zeit mit langen Fahrten zu den Büros im Stadtzentrum oder Firmensitzen auf dem Land verbringen, können die Emissionen erheblich gesenkt werden.

Auch für die Mitarbeitenden spielt der Umweltgedanke bei einer Reduzierung des Pendelns eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sparen sie die Zeit sowie die Kosten, die sonst für den Weg zur und von der Arbeit anfallen. Zudem bietet ihnen hybrides Arbeiten höchste Flexibilität, da sie auch weiterhin dadurch die Möglichkeit haben, zum Austausch, zum konzentrierten Arbeiten oder zur Nutzung der Hardware vor Ort ins Büro zu kommen. Noch bleibt abzuwarten, ob hybrides Arbeiten langfristig die neue Realität sein wird. Erste Zahlen deutscher Anbieter von Desksharing-Apps zeigen, dass die Nutzer derzeit etwa jeden dritten Arbeitstag im Büro verbringen und die Flächenauslastung langsam steigt.


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