O-Ton

Facebook & Google: Keine Unified-Communications in Sicht

25. März 2011, 15:06 Uhr | Johann Deutinger, Ferrari electronic | Kommentar(e)
Johann Deutinger Vorstand bei Ferrari electronic.

„Facebook und Google haben sicherlich ihre Kompetenzen, um privaten Usern einerseits oder dem Kleingewerbe andererseits standardisierte Kommunikationsservices zu bieten. Aber keiner der beiden wird sich zu einem wichtigen Anbieter im professionellen UC-Umfeld hocharbeiten.“

Hätte ich vor fünf Jahren jemandem erzählt, dass Apple und Google bald die wichtigsten Anbieter für Handy-Betriebssysteme sein würden, ich hätte mitleidiges Lächeln und Kopfschütteln geerntet. Einmal ganz abgesehen davon, dass ich das auch gar nicht erzählt hätte.

Nun versuchen Microsoft und HP zwar nach wie vor in diesem Segment mitzumischen, aber manche Beobachter geben nur Facebook eine reelle Chance, hier ebenfalls einzusteigen. Wir sehen, dass gerade die Internet-Giganten Google und Facebook sich sehr erfolgreich neue Geschäftsfelder suchen und erschließen. Auf dieser Suche sind beide Unternehmen auch auf den Trend Unified-Communications gestoßen. Nun stellt sich also die Frage, ob sie auch dieses Terrain erobern werden.

Ich meine, das werden sie nicht schaffen. Warum? Facebooks „Social Inbox“ gibt es seit November. In ihr fließen neben Facebook-Nachrichten, auch E-Mails, SMS, Chats und Instant-Messaging verschiedener Anbieter zusammen. Google hat eine Reihe von Firmen gekauft, die dem Bereich Unified-Communications und Collaboration zugerechnet werden. Beobachter erwarten hier früher oder später ein Angebot, das Mobilfunk, Videokommunikation, Chats und weitere Dienste vereint.

Diese Angebote werden die Kommunikation vieler Menschen beeinflussen. Die Social-Inbox hat ganz klar ihren Reiz, denn durch sie kann jeder Anwender seine wichtigen Kontakte priorisieren und damit der Spam-Problematik besser Herr werden – das ist durchaus ein wichtiger Impuls für die UC-Industrie. Aber mit „Unified Communications“ in dem Sinne, wie es sich Unternehmen heute wünschen, hat das Facebook-Konzept wenig zu tun. Der Plattform fehlen dafür wesentliche UC-Elemente und ihre Produktphilosophie und -architektur zeigt keine Offenheit für Integrationen und Zusatzlösungen. Was ist, um nur ein einfaches Beispiel zu nennen, wenn ich ein Fax über Facebook versenden möchte? Bei Google dürfte am Ende eine größere Bandbreite an Features und Kommunikationskanälen stehen – doch wahrscheinlich in einer in sich geschlossenen Cloud-Welt.


  1. Facebook & Google: Keine Unified-Communications in Sicht
  2. Fünf Dimensionen von Unified Communications

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