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Ergonomie am Bildschirm

02. September 2020, 10:53 Uhr   |  Autorin: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Ergonomie am Bildschirm
© Reneshia Mahesh / 123rf

Ein Arbeitsplatz lässt sich ergonomisch vorteilhaft gestalten, wenn bestimmte Abstände zwischen Geräten, Schreibtisch und Anwender eingehalten werden.

Nach einem Tag am Bildschirm schmerzen abends oftmals Nackenmuskulatur, Rücken oder Augen. Wie ergonomisch ausgerichtete Monitore den Anwender entlasten können.

Das Thema Ergonomie wird von vielen Unternehmen schon ernsthaft verfolgt. Schließlich bedeutet ein krankheitsbedingter Arbeitsausfall finanzielle Einbußen für den Arbeitgeber. Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zum Gesundheitsreport 2020 zeigt, dass Erwerbspersonen 2019 durchschnittlich 15,4 Tage krankgeschrieben waren; 1,3 Tage davon entfielen auf Rückenprobleme wie Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfälle. Ein Bildschirmarbeitsplatz, so die Techniker-Krankenkasse auf ihrer Webseite, der nicht auf seinen Nutzer abgestimmt sei, könne “Verspannungen und Verschleißschäden an Wirbelsäule und Haltungsmuskulatur begünstigen”.

Ein ergonomisch ausgerichteter Arbeitsplatz kann solchen Beschwerden vorbeugen beziehungsweise entgegenwirken. Auf der Webseite der TK findet sich auch eine Checkliste im Hinblick auf den Bildschirm.

Monitor-Checkliste der Techniker Krankenkasse
  • GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit
  • Bildschirmgröße mindestens 15 Zoll = 38 cm Bildschirmdiagonale
  • Bildschirmhöhe: oberste Zeile leicht unter Augenhöhe
  • Flimmerfreiheit, angenehmer Kontrast
  • Blend- und Reflexfreiheit
  • Strahlungsarmut
  • Beweglichkeit durch Drehen und Neigen
  • Abstand der Augen zum Bildschirm zwischen 50 bis 80 Zentimeter

Die Aspekte, die zu beachten sind, sind also durchaus vielfältig. funkschau hat dazu beim Bildschirmhersteller LG Electronics nachgefragt: So bedeute eine ergonomische Haltung nicht unbedingt, “den ganzen Tag in der perfekten Sitzhaltung zu verharren”, erläutert Frank Sander, Head of Marketing Information System Products bei LG. In immer mehr Unternehmen bekommen die Mitarbeiter beispielsweise höhenverstellbare Tische, um sowohl sitzend als auch stehend daran zu arbeiten. Dementsprechend flexibel sollte auch ein Bildschirm sein und sich “einfach in der Höhe verstellen, aus- und einfahren, neigen, schwenken und zwischen Quer- und Hochformat drehen” lassen, so Sander. Zudem empfiehlt er, den Bildschirm zentral im Blickfeld aufzustellen, “damit Sie den Hals nicht ständig durch Drehen belasten.” Eine Monitorposition knapp unter der Augenhöhe sei ebenfalls gut, sodass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in gerader Haltung knapp über die oberste Zeichenzeile hinwegsehen. Allerdings: Wer eine Gleitsichtbrille trägt, sollte den Bildschirm etwas tiefer stellen.

In immer mehr Berufen macht es Sinn, zwei Bildschirme zu verwenden. Dazu gibt Sander den Tipp, zwei identische Modelle zu wählen und diese so nah wie möglich aneinanderzustellen. Monitore mit gebogenen Displays seien zudem besonders ergonomisch, “weil die Distanz zwischen Auge und Bildschirm durch die Wölbung konstant bleibt”, so Sander. Die Techniker Krankenkasse hat zudem die Empfehlung, den Monitor so aufzustellen, dass die Blickrichtung auf den Bildschirm parallel zum Fenster verläuft. Das verhindere Blendungen oder Spiegelungen durch das Außenlicht.

Monitor, Homeoffice
© LG Electronics

Wichtig bei einem Bildschirm ist, dass er sich nach dem Anwender richtet und nicht umgekehrt. Die Ergo-Serie von LG wurde zuletzt um zwei neue Modelle erweitert: dem 32 Zoll großen LG Ultra Fine 32UN880 und dem 27 großen LG Ergo 27QN880. Monitore dieser Serie sind laut LG mit einigen Ergonomie-Features ausgestattet, darunter dem Reader Mode: Dabei werden die Blauanteile im Licht reduziert. Das soll ein angenehmes und weniger ermüdendes Lesegefühl ermöglichen.

Und dann ist da noch das Display. Laut dem Marketing-Manager seien TN-Panels aufgrund ihrer geringen Blickwinkelstabiliät nicht optimal. “Schon bei leicht seitlichem Blick verändern sich die Farben und der Kontrast wird schwächer.” Ein weiteres Stichwort ist Flimmerfreiheit. Sander: “Um die Leuchtkraft zu optimieren, wird bei vielen Monitoren die LED-Hintergrundbeleuchtung durch Pulsweitenmodulation, eine Art Wechselspannung, reduziert. Dadurch entsteht aber ein Flimmern, das zwar nicht bewusst wahrgenommen wird, aber die Augen rasch ermüdet.” Zahlreiche Monitormodelle verfügen jedoch mittlerweile über die sogenannte Flicker-Free-Technologie.

Es gibt also mehrere Punkte, an denen angesetzt und die Bildschirmarbeit angenehmer gemacht werden kann. Doch auch wenn die technische Ausstattung und Positionierung allen Empfehlungen entspricht: Ebenfalls wichtig sind Pausen, am besten mit Bewegung, um im wahrsten Sinne des Wortes mal “was anderes zu sehen”.

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