Cloud-Computing

EDI-System in die Cloud verlagern?

4. November 2020, 12:30 Uhr | Autor: Alexander Klötzke / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)
Cloud Aufstieg
© Ivan Trifonenko - 123RF

Der Electronic Data Interchange – kurz EDI – ersetzt Papierdokumente und ermöglicht per Standardformat, dass Sender und Empfänger das Dokument lesen können. Wie sich ein EDI-System in die Cloud verlagern lässt und wann Unternehmen darüber nachdenken sollten, erläutert Alexander Klötzke von Comarch.

EDI (Electronic Data Interchange; dt.: elektronischer Datenaustausch) ermöglicht das Versenden und Empfangen von Daten in elektronischer Form und hat sich mittlerweile zu einem globalen Standard entwickelt. So kommt EDI bei zahlreichen Unternehmen zum Einsatz. Das Aufgeben von Bestellungen, die Abwicklung von Lieferungen oder der Austausch von Rechnungen sind nur einige der Einsatzgebiete von EDI. Heute können EDI-Systeme auch in einem Cloud-Modell bezogen werden, das in der Regel skalierbarer, kostengünstiger und leichter zugänglich ist. Das bedeutet nicht, dass On-Premises-Lösungen der Vergangenheit angehören.

Warum On-Premises mit großer Verantwortung einhergeht
Lange Zeit war ein On-Premises-EDI-System die einzig verfügbare Option. Die EDI-Lösung musste zwingend auf den eigenen Servern des Unternehmens betrieben werden. Auch diese eigenen Installationen haben ihre Vorzüge, allerdings sollten Anwender sicherstellen, dass keine veralteten EDI-Technologien bei ihnen installiert sind. Hier empfiehlt sich ein regelmäßiger Check. Da On-Premises-Systeme von den Unternehmen selbst betrieben werden, liegt es in ihrer Verantwortung, diese Infrastruktur zu verwalten und in einem einwandfreien Zustand zu halten. Anderenfalls drohen Ausfallzeiten, teure Reparaturen und Datenchaos. Mit anderen Worten: Eine lizenzierte Lösung, die eigens für die Anforderungen des Unternehmens maßgeschneidert wurde, wird ineffizient, wenn Zeit vergeht und keine fachgerechte Wartung erfolgt. Auch sind die Kosten nicht zu vernachlässigen, die für den Betrieb der Hardware und den Implementierungsprozess anfallen, in dessen Verlauf das Unternehmen die volle Interoperabilität aller softwaredefinierten Lösungen in seiner Infrastruktur sicherstellen muss.

Wie Cloud mit Standard-Funktionen, Updates und Add-ons punktet
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei cloudbasiertem EDI um einen Hosted Service, dessen Wartung in den Händen des Technologieanbieters verbleibt. Ohne Implementierungsprozess erhalten die Benutzer der Cloud-Lösung sofortigen Zugriff auf ihre Daten und Systeme. Dabei zahlen sie ausschließlich für die Leistungen, die sie tatsächlich nutzen. Allerdings steht in der Cloud ein bestimmtes Paket an Funktionalitäten zur Verfügung, das für alle Kunden gleich ist, das heißt, es erfolgt keine unternehmensspezifische Anpassung. Angesichts der Möglichkeit, eine cloudbasierte EDI-Lösung mittels kostenloser Updates oder kostenpflichtiger Erweiterungen schnell und mühelos um verschiedene praktische Funktionen zu ergänzen (und unter Berücksichtigung des Zeitaufwands, der für die Aktualisierung einer On-Prem-Lösung anfällt), stellt sie meist dennoch eine ebenso gut geeignete Plattform für Datenaustausch und Dokumentenmanagement dar.

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