Moderne Arbeitswelt

Durchhalte-Tipps aus dem Sport

17. August 2022, 10:40 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Läufer mit Smartwatch
© Maridav - fotolia.com

Heute im Büro, morgen in den eigenen vier Wänden. Eben noch in einer Videokonferenz, im nächsten Moment wieder konzentrierte Einzelarbeit. Die Anforderungen der aktuellen Arbeitswelt – zumal nach der Pandemie – sind durchaus sportlich. Warum also nicht aus der Welt des Sports lernen?

Die Zeit durch die Pandemie mit vielen Wechseln der Arbeitsorte glich einem Sprint, bei dem zudem die Notwendigkeit spontanter Anpassungen bestand; nun geht es um einen Langstreckenlauf, um die neuen Arbeitsformen ausdauernd weiterzuführen – so beschreibt Andy Wilson, Global Director of Media bei Dropbox, die aktuelle Situation vieler Berufstätiger. Er empfiehlt, sich von der Welt des Sports inspirieren zu lassen.

Die Unterscheidung in Sprints und Langstrecke kann dabei helfen, mit den jeweiligen Herausforderungen besser umzugehen. Denn genauso wie eine Kurzstrecke viel Kraft und hohe Geschwindigkeit braucht, so müsse man im Job bei einem kurzfristigen Projekt schnell ins Handeln kommen und reagieren, argumentiert Wilson. Bei längerfristigen Aufgaben sollte man einen detaillierten Plan haben und vor allem das Ziel immer im Blick behalten. Denn selbst wenn bei einem Langstreckenlauf mal ein Regenguss kommt, lässt man sich schließlich nicht abbringen, weiterzulaufen. Und auch ein Sturz zwischendrin kann passieren. Wichtig sei dann, so Wilson, aufzustehen und weiterzumachen.

Ein relevanter Aspekt ist in jedem Fall das Equipment. Das sind beim Laufen gelenkschonende Schuhe, am Arbeitsplatz die richtigen technologischen Tools. Dieses sollte so ausgelegt sein, dass man solo performen kann, aber auch als Teil eines Teams agieren kann, meint Wilson. Tools sollten insbesondere dafür sorgen, sich nicht in unproduktiven Tätigkeiten und unnützen Klicks zu verlieren. Stattdessen sollten die Tools ermöglichen, dass man sich auf die eigentlichen, produktiven Inhalte konzentrieren könne, so Wilson.

Die Bedeutung von High-Intervall-Training und Pausen

Auch ein Seitenblick zum so genannten HIT-Training eröffnet laut Wilson Erkenntnisse für die Arbeitswelt. Bei dieser Trainingsart wechseln hochintensive Phasen mit Ausdauerphasen ab. Da der Stoffwechsel rasch auf Hochtouren komme, seien signifikante Leistungssteigerungen zu beobachten. Dass plötzlich eine große Aufgabe auftaucht, nach deren Erledigung wieder eine entspanntere Phase folgt, kennen viele aus dem eigenen Berufsleben. Mit solchen Intervallen klarzukommen, steigere laut Wilson das Leistungsvolumen und mache mitunter aus einem guten Projekt ein großartiges.

Doch genauso wie Sportler Pausen einlegen, so sind auch im Berufsleben Pausen wichtig. Sie seien notwendig, um Körper und Geist zu regenerieren und in Form beziehungsweise konzentriert zu bleiben, gibt Wilson zu bedenken.

Auch ein Wechsel zwischen Kernzeiten, in denen man sich zur Zusammenarbeit einfindet, und hochkonzentrierten Phasen für Stillarbeit hält Wilson für sinnvoll. Er schlägt vor, den Tag in zwei mehrstündige Einheiten zu teilen: eine für Einzelarbeit, eine für Gruppenarbeit. Und auch die individuellen Voraussetzungen sollten dabei berücksichtigt werden. Frühaufsteher sollten dementsprechend früh mit der Arbeit beginnen können, Spätaufsteher später und wer Kinder oder Pflegebedürftige zu versorgen hat, soll dies auch unterbringen können. Wilson empfiehlt in diesem Zusammenhang, sich von pauschalen Ansichten wie ein „normaler“ Arbeitstag auszusehen hat und wo Arbeit verrichtet werde, zu verabschieden.


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