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Videoconferencing-Markt

Durchbruch mit Verzögerung

14. September 2020, 13:00 Uhr   |  Autor: Stefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Rüsten für einen stabilen Betrieb

Anwenderunternehmen stehen aktuell aber allem voran vor der Herausforderung, die im Zuge des schnellen Wechsels ins Homeoffice auf- und umgesetzten technischen Lösungen auch für einen langfristigen, stabilen Betrieb zu rüsten. Denn in vielen Fällen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Notwendigkeit heraus auf eigene Faust kostenfreie Dienste ausgewählt und eingesetzt, um mit ihren Teams in Kontakt zu bleiben. Daraus hat sich nicht selten ein Wildwuchs aus mehreren Lösungen entwickelt, um nicht nur innerhalb des eigenen Unternehmens, sondern auch mit Kunden und Partnern kommunizieren zu können, die gegebenenfalls auf eine andere Anwendung setzen. Experten raten jedoch klar dazu, sich für ein System zu entscheiden, um einerseits ein besseres technisches Management zu gewährleisten und andererseits die höchstmögliche Nutzerfreundlichkeit auch für ungeübte Anwender sicherzustellen.

Charlotte Reimann, Microsoft
© Microsoft

Charlotte Reimann, Unternehmenssprecherin bei Microsoft: “Videokonferenzen und Video-Telefonate sind der neue Standard der beruflichen Kommunikation. Sie sind Teil der ‘neuen Normalität’, in der wir uns seit Beginn der Covid-19-Pandemie befinden. Im Rückblick reichten wenige Wochen aus, das Primat der Präsenzkultur zu brechen. Viele Unternehmen haben seitdem gute Erfahrungen mit dem Homeoffice gemacht. Schon lange vor Covid-19 wiesen Studien darauf hin, dass Unternehmen, die flexibles, und ortsunab-hängiges Arbeiten ermöglichen, auch insgesamt produktiver sind. Die Videokommunikation ist dafür ein wichtiger Baustein.” 

Hinzu kommt die fachkundige Integration der Systeme sowie der Hardware in die Unternehmens-IT. Zwar sind die Lösungen mittlerweile oftmals einfach zu implementieren, temporäre Nutzer können sich gar über ein Browser-Plugin zuschalten. Ein sicherer und stabiler Betrieb setzt nichtsdestotrotz eine moderne Infrastruktur in Hinblick auf verfügbare Bandbreite, Netzwerkkapazität und vor allem Sicherheit voraus. „Wir beobachten in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern, dass viele Unternehmen mit Hochdruck am Ausbau ihrer technischen Kapazitäten und Infrastruktur arbeiten – auch das ist eine Entwicklung, die die Krise noch einmal verstärkt hat“, erklärt Reimann von Microsoft. Einige Themen wie die Bandbreite könnten sie jedoch nicht allein lösen, bei anderen, wie vor allem Cybersicherheit, würden sie hingegen dringend Unterstützung benötigen. „Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es oftmals an einer umfassenden Sicherheitsstrategie. Dabei sind gerade sie gefährdet.“

„Spinne in der Mitte eines großen Netzes von Anwendungen und Systemen“
Videokommunikationslösungen kommt in Hinblick auf die Cyber Security von Unternehmen mittlerweile eine enorm kritische Rolle zu. So schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik  (BSI) in seinem „Kompendium Videokonferenzsysteme“, dass sich deutlich gezeigt hätte, „dass moderne Videokonferenzlösungen inzwischen eine sehr komplexe Systemlandschaft mit unterschiedlichsten Komponenten, vielfältigen Kommunikationsschnittstellen und tiefgreifenden Zugriffs- und Interaktionsmöglichkeiten mit der sonstigen IT darstellen“. Eine Videokonferenzlösung sei hier quasi in der Rolle einer „Spinne in der Mitte eines großen Netzes“ von Anwendungen und Systemen zu sehen.

„Für die Informationssicherheit ist jedoch genau das ein Alarmsignal, denn ein Sicherheitsvorfall kann so über die reine Videokonferenzlösung hinaus eine erhebliche Wirkung entfalten“, so die Autoren des BSI-Kompendiums. Beispielsweise könne ein Angreifer ausgehend von der Videokonferenzlösung über die verfügbaren Schnittstellen andere Anwendungen im Unternehmen angreifen. Umso entscheidender ist laut den Experten eine individuelle Sicherheitsstrategie für die gesamte IT-Infrastruktur, die an den neuen Anforderungen ausgerichtet ist.

IT-Abteilungen  müssen also schnell reagieren, teils nacharbeiten. Es gilt, die nötige Infrastruktur nicht nur für Videokommunikation, sondern darüber hinaus für alle Aspekte des digitalen Arbeitsplatzes zu errichten. Denn bereits jetzt ist abzusehen, dass sich die Unternehmenswelt auch über Corona hinaus verändern wird, dass beispielsweise die Zahl der Dienstreisen abnimmt und somit andere, virtuelle Kommunikationskanäle weiter an Bedeutung gewinnen. Die Videokommunikation hat sich nach langen Jahren des Nischendaseins zu einem wichtigen  technischen Bestandteil des „New Normal“ in der gesamten Unternehmenswelt entwickelt.

„Ein Tag voller virtueller Meetings kann aber auch ganz schön schlauchen“, sagt Zoom-Manager Stemmler. „Das haben viele von uns in den letzten Monaten festgestellt und wir müssen erst lernen, mit dieser veränderten Situation umzugehen.“ Auch Stemmler müsse sich hier immer wieder disziplinieren, um regelmäßig Pausen einzulegen. „Obwohl ich schon seit Jahren von Zuhause arbeite und Videokonferenzen gewohnt bin.“

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1. Durchbruch mit Verzögerung
2. Ein Katalysator
3. Rüsten für einen stabilen Betrieb

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