Schwerpunkte

Videoconferencing-Markt

Durchbruch mit Verzögerung

14. September 2020, 13:00 Uhr   |  Autor: Stefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Ein Katalysator

Florian Buzin Starface Digital Workplace All-IP Collaboration Unified Communications
© Starface

Florian Buzin, Geschäftsführer von Starface: “Mit Blick auf die anhaltende Pandemie werden die Unternehmen auch weiterhin auf Homeoffice-Arbeitsplätze setzen. Die Videokommunikation ist dabei fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie und dieser Trend wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Arbeitswelt wird sich aber auch über Corona hinaus stark verändern: Dienstreisen etwa werden voraussichtlich in immer mehr Unternehmen zurückgehen. Videokonferenzen können den persönlichen Kontakt zwar nicht vollständig ersetzen. Es hat sich aber gezeigt, dass sich mit einer stabilen und einfachen Videoconferencing-Lösung viele Arbeitsabläufe auch remote sehr gut umsetzen lassen. Wir sehen daher beste Voraussetzungen dafür, dass der Markt für Videokommunikation weiter wachsen wird.” 

Über außergewöhnliche Wachstumsraten konnte sich aber nicht nur Zoom freuen. Auch die bereits zuvor weithin etablierten Anbieter wie Microsoft, Cisco, Lifesize, LogMeIn oder auch Slack verzeichneten rasante Sprünge der Nutzerzahlen. Diese stiegen zwischen Mitte März und August 2020 bei Microsoft Teams von 44 Millionen auf 75 Millionen tägliche Nutzerinnen und Nutzer. „Der Ausbruch von Covid-19 und die damit einhergehende Notwendigkeit für Remote-Arbeit haben die Nutzungszahlen nochmals schneller steigen lassen“, berichtet Charlotte Reimann, Unternehmenssprecherin von Microsoft, gegenüber funkschau. „Die Pandemie wirkt dabei jedoch eher wie ein Katalysator – sie verstärkt bereits bestehende Entwicklungen.“

Doch auch wenn sich viele Unternehmen bereits vor Corona in Richtung individueller, flexibler und mobiler Arbeitskonzepte entwickelten, haben die Anforderungen im Zuge der Pandemie diesen Wandel nochmals massiv beschleunigt – das aber nicht immer ganz freiwillig. Denn arbeitete im vergangenen März nahezu jeder zweite Berufstätige zumindest zeitweise im Homeoffice, erlaubten das zuvor lediglich vier von zehn deutschen Unternehmen. Entsprechend groß ist mittlerweile die Nachfrage nach Collaboration-Lösungen, entsprechend chancenreich der Markt, nicht nur für die US-amerikanischen IT-Riesen, sondern auch für das Karlsruher Unternehmen Starface, das erst kürzlich in den neuen Produktbereich vorgestoßen ist. „Uns ist bewusst, dass der Markt für Videomeeting-Lösungen hart umkämpft ist“, sagt Starface-Geschäftsführer Florian Buzin gegenüber funkschau. „Das zeigt aber auch, welches Potenzial dieser Bereich bietet – und wie hoch die Nachfrage der Kunden nach derartigen Lösungen ist.“ Mit Beginn der Pandemie hätten die meisten Unternehmen ihre Zurückhaltung gegenüber der Videokommunikation abgelegt und würden diese nun mit immer größerer Begeisterung nutzen. „Die Zugriffszahlen auf Videomeeting-Lösungen sind explodiert“, so Buzin.

Eine deutsche Alternative
Aufgrund dieser Entwicklung hat Starface den eigentlich erst für Sommer 2020 geplanten Launch der Beta von „Neon“, der eigenen Videoconferencing-Lösung, auf März vorgezogen. Vorteile gegenüber dem starken Wettbewerb aus den USA verspricht sich der UC-Anbieter vor allem aufgrund des Standorts. „Das Argument Datenschutz ist auch für die Starface-Neon-Anwender wichtig – gerade, weil andere Anbieter oft mit großen Problemen in diesem Bereich zu kämpfen haben.“ Die eigene Lösung sei hingegen konform mit dem deutschen Datenschutzrecht und man hoste als deutscher Anbieter ausschließlich in deutschen Rechenzentren.

Ob aber aus einem US- oder aus einem hiesigen Rechenzentrum: Videoconferencing ist in den vergangenen Monaten in den Unternehmen angekommen und hat sich nach einer eher gemächlichen Entwicklung über die Jahre hinweg jetzt in kürzester Zeit etabliert. Zwar ist abzusehen, dass die massiv gestiegenen Nutzerzahlen nach der Rückkehr vieler Angestellter in ihre Büros auch wieder rückläufig sein werden. Dennoch übersetzen viele Unternehmen die punktuell gewonnenen Erfahrungen aus dem Homeoffice bereits jetzt in langfristige Strategien, die auch entsprechende digitale Lösungen voraussetzen. „Viele Arbeitnehmer haben die Vorteile des flexiblen Arbeitens kennen und schätzen gelernt und werden auch in Zukunft vermehrt danach fragen“, prognostiziert Peer Stemmler. „Erst kürzlich haben beispielsweise Siemens, Facebook und Twitter angekündigt, dass Homeoffice auch langfristig eine Option für die Mitarbeiter sein wird.“ Videokommunikation werde also auch in Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen. Sven Damberger von MVC ist ebenfalls sicher: „Wir sehen aktuell unsere Vision der Videokommunikation, die wir seit Beginn an haben, Realität werden. Das freut uns sehr, dass es endlich klappt.“

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1. Durchbruch mit Verzögerung
2. Ein Katalysator
3. Rüsten für einen stabilen Betrieb

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