Ein Kommentar von Devolo

Droht der WLAN-Infarkt?

16. August 2019, 14:05 Uhr | Autor: Sebastian Richter / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Simultane Nutzung vieler Endgeräte

Je mehr WLAN-fähige Geräte im Haus genutzt werden, desto mehr kommen auch gleichzeitig zum Einsatz. Die aktuellen Standards WiFi 4 und 5 haben damit zunehmend ein Problem, vor allem weil durch das Kanalmanagement über OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) ein Kanal komplett durch die Datenübertragung eines Clients blockiert wird, unabhängig von der Größe der Übertragung. Der neue Standard WiFi 6 wird mit dieser Situation besser umgehen können, als die vorherigen. Denn er sorgt unter anderem durch die Kanalmanagementmethode OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) und verbessertes Multi User-MIMO dafür, dass mehr Endgeräte zur selben Zeit Daten senden und empfangen können und das in höherer Geschwindigkeit.

Doch WiFi 6 ist noch immer nicht final verabschiedet, erste Router und WiFi-6-fähige Endgeräte kommen gerade erst auf den Markt. Und bis zur Verbreitung im Massenmarkt vergehen laut Experten noch einige Jahre – noch heute werden Millionen WiFi-4- und WiFi-5-Geräte verkauft.

Weniger ist mehr: Powerline als intelligente Lösung
Es gilt daher, für die aktuellen Herausforderungen eine Lösung zu finden. Ein Weg kann dabei die Kombination aus Powerline-Technologie (PLC) und WLAN sein, wie sie sich in der Praxis bereits bewährt hat. Denn es gilt das Motto „weniger ist mehr“: Mit wenigen Powerline/WLAN-Geräten lässt sich schnell und effizient eine komplette Netzabdeckung vom Keller bis zum Dach erreichen. Daten werden einfach über die Stromleitung dorthin transportiert, wo ein Access Point benötigt wird, Decken und Wände bilden keine Hindernisse mehr. Dadurch werden in vielen Fällen auch zusätzliche „Mesh-Satelliten“ überflüssig – und weniger Sender heißt weniger „digitale Luftverschmutzung“.

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Sebastian Richter, Devolo
Der Autor, Sebastian Richter, ist Senior Product Manager Operator Solutions bei Devolo.
© Devolo

Die aktuelle Generation G.hn-basierter PLC-Produkte stößt dabei in neue Geschwindigkeitsdimensionen vor. Laut Analysen von Devolo werden in 90 Prozent der PLC-basierten Verbindungen Datenraten erzielt, die beispielsweise für bandbreitenintensive 4K VR-Anwendungen nötig sind. Moderne Mesh-Funktionen wie Band Steering, Fast Roaming oder Airtime Fairness schaffen schließlich ein nahtloses WLAN, in dem Endgeräte die bestmögliche Performance erhalten.
Darüber hinaus liegt der Vorteil von Powerline aber auch darin, dass erheblich weniger Bandbreite gebraucht wird, wenn die Stromleitung als Backbone für WiFi genutzt wird. So lässt sich wertvolles WLAN-Spektrum im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band sparen, weil die Abstimmung zwischen den verschiedenen Access Points nicht über das 5-GHz-Band erfolgen muss. Weil für weniger WLAN-Traffic weniger Sendeleistung erforderlich ist, kann darüber hinaus Strom gespart werden.

Natürlich sorgen auch die PLC-Lösungen für die weitere Verbreitung von WLAN, schließlich ist der drahtlose Internetzugang das, was Kunden und ihre Clients benötigen. Doch durch den insgesamt niedrigeren Traffic in überfüllten Frequenzbändern kann die Kombination aus PLC und WLAN helfen, den WLAN-Infarkt zu verhindern. Das gilt übrigens auch nach Einführung von WiFi 6. Denn auch beim derzeit als Heilsbringer gefeierten neuen Standard ist es sinnvoll, von Beginn an darauf zu achten, nicht mehr Traffic-Overhead zu erzeugen als nötig.


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