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Ein Kommentar von Devolo

Droht der WLAN-Infarkt?

16. August 2019, 14:05 Uhr   |  Autor: Sebastian Richter / Redaktion: Diana Künstler

Droht der WLAN-Infarkt?
© magicpictures/123rf

Die zunehmende WLAN-Überversorgung sorgt nicht für mehr, sondern für weniger Leistung. Welchen Beitrag kann eine Kombination aus Powerline-Technologie (PLC) und WLAN leisten?

Wer sich in seinem Smartphone die verfügbaren WLAN in seiner Umgebung anzeigen lässt, erhält eine lange Liste. Eine sehr lange Liste, nicht selten sind Dutzende SSIDs zu sehen. Viele Nutzer geben ihren drahtlosen Heimnetzen spaßige Namen wie „Martin Router King“ oder „LAN Solo“. Doch so lustig die Liste ist, so unlustig sind die Folgen des WLAN-Booms. Denn Heatmaps großer Städte, wie man sie etwa auf der Seite wiggle.net sehen kann, zeigen bereits heute eine Überversorgung mit Routern und WiFi Access Points, nicht nur im traditionell besser mit WLAN versorgten Ausland, sondern auch in deutschen Großstädten. Ganze Stadtteile sind mehrfach mit drahtlosen Netzen ausgeleuchtet und weil alle auf denselben Frequenzbändern funken, droht letztlich ein WLAN-Infarkt. Dabei entsteht das „Zu viel“ nicht nur durch professionelle WLAN sondern auch durch die Aufrüstung von Privathaushalten – mit immer leistungsfähigeren Routern, Access Points und Endgeräten.

Ob Smartphone, Tablet, Multi-Room-Lautsprechersysteme oder intelligente Küchenmaschine: Kunden wollen ihre immer zahlreicher werdenden WLAN-fähigen Geräte überall nutzen und das vielfach auch zeitgleich. Daraus ergeben sich zwei Kernherausforderungen:

  1. WLAN-Abdeckung im ganzen Zuhause zu ermöglichen und
  2. sicherzustellen, dass möglichst viele Geräte möglichst gut simultan genutzt werden können.

Netzabdeckung: Viel hilft nicht immer viel
Nach wie vor gibt es in vielen Bereichen eines Hauses gute WLAN-Abdeckung und in anderen Bereichen nicht. Viele Hausbesitzer lösen dieses Problem nach dem Motto „viel hilft viel“. Sie versuchen, durch mehr Access Points das Signal im Haus zu verteilen – und wenn Betonwände oder Stahlbetondecken im Weg sind, wird schlicht ein weiterer Zugangspunkt installiert. Zwar verbessert sich die Netzabdeckung durch mehr Access Points. Doch viele rein WLAN-basierte Mesh-Systeme sind Dual-Band-Systeme, die das 5-GHz-Band sowohl für den Datentransport als auch für die Abstimmung zwischen den einzelnen Access Points nutzen. Das kostet Performance und bremst das WLAN somit aus.

Schlimmer noch: Tatsächlich kann sich die Signalqualität verschlechtern, wenn in der Nachbarschaft viele Nutzer nach dem gleichen Motto agieren. Das Problem: Senden drei oder vier Router auf dem gleichen Kanal und arbeiten mit drei bis vier separaten SSIDs, beträgt der Traffic-Overhead allein bei SSIDs bereits bis zu 50 Prozent. Die Folge: Die Luftschnittstelle bietet nicht mehr genügend Kapazität bzw. Zeitschlitze und für alle Nutzer wird das WLAN langsam. Zwar könnten sie den Kanal wechseln, allerdings unterstützen nicht alle Geräte auch jeden Kanal. Zudem gibt es in Europa im 2,4-GHz-Band nur drei Kanäle, die überlappungsfrei funktionieren, und im 5-GHz-Band nur vier, die jedes Gerät unterstützt und bei denen es keine Limitierungen gibt.

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1. Droht der WLAN-Infarkt?
2. Simultane Nutzung vieler Endgeräte

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