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Digitalisierung, DTAG

Digitale Urängste einer analogen Welt

19. Januar 2016, 10:19 Uhr   |  Timotheus Höttges, Deutsche Telekom


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Digitalisierung (be)tifft den Menschen

Doch digitale Verantwortung meint mehr. Gerade weil die digitale Revolution erst begonnen hat und ihre Auswirkungen nur begrenzt zu erahnen sind. "Iss das dritte Stück Sahnetorte nicht, in 10.000 ähnlichen Fällen wurde jedem Dritten danach schlecht." Wenn ein Computer zu einer anstehenden Handlung sekundenschnell Vergleichssituationen analysiert, darf er dann Vorschriften machen? Wenn er einer Krankenkasse gehört, einer Versicherung? Oder aber als Teil eines Ärzteteams?

Gerade bei Gesundheitsfragen schwanken wir der Zukunft entgegen. Entschieden, gesünder zu leben, zweifelnd bei den individuellen Freiheitsgraden. Oft gibt es nicht die eine Antwort. Oder die Antwort verändert sich mit dem technischen Fortschritt. 

Digitalisierung und die nicht abzuschätzende Menge an Umwälzungen überfordern viele Menschen. Immerhin geht es um die digitalen Urängste einer analogen Welt. Es berührt alle Bereiche unseres Lebens: Arbeit, Freizeit, Bildung, Gesundheit, Sport, Glauben, Ethik – bis zur Frage, was den Menschen ausmacht, ihn unterscheidet von Maschine und Tier.

Dabei droht der Reflex: Besser Stehenbleiben oder sogar Zurückgehen als Fortschreiten. Aber die Entwicklung stoppt dies nicht. Und das Unbekannte können wir nur durch Kennenlernen gestalten, nicht durch Ignorieren. 

Deshalb wollen wir über das Jahr immer wieder Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu Wort kommen lassen. Über telekom.com sowie Social-Media. Wir als Vorstände werden da mitmachen, als Fragensteller: "Sollen Roboter uns pflegen?", "Machen schlaue Handies dumm?", "Sind Elektronengehirne die besseren Chefs?" 

Generell geht es uns natürlich darum, die Chancen der Digitalisierung in der Gesellschaft herauszuarbeiten – ohne die Risiken zu verbergen. Wir wollen Ängste vor Veränderungen abbauen und zeigen, dass wir mitgestalten können. Wir sind kein Spielball. Die Digitalisierung kann und wird neuen Wohlstand schaffen. Die Voraussetzungen dafür müssen wir jedoch jetzt zu Wege bringen. Auch mit Blick auf die Dominanz amerikanischer und asiatischer Konzerne.

Wir sind kein Spielball.  Und nur zum denkerischen Aufwärmen: Wenn die Maschine, wenn die künstliche Intelligenz uns im Denken und im Entscheiden ebenbürtig wird, was denkt sie dann eigentlich über uns? Also, taumeln wir lieber nicht in die Digitalisierung, sondern nutzen die Zeit für die Diskussion einer digitalen Verantwortung.

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