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Open-Source-Lösungen als Alternative

Digitale (Un-)Abhängigkeit

14. September 2021, 13:21 Uhr   |  Autor: Tillmann Braun / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Europäische Open-Source-Anbieter verbünden sich

Peter Ganten, Univention
© Univention

Peter Ganten, CEO von Univention: „Es kann und darf nicht sein, dass eine Handvoll von Unternehmen und Staaten die Technologien und Lösungen vorgeben, die alle nutzen und dass sie als einzige in der Lage sind, das Innovationspotenzial aus den generierten Daten und der Analyse der Prozesse zu nutzen."

Internet- und Mobilfunk-Provider oder auch Universitäten und ähnliche Institutionen nutzen schon lange Open-Source-Lösungen, da diese sicherer sind, Daten und IT-Prozesse unter eigener Kontrolle bleiben und die Lösungen an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Mittlerweile stellen die europäischen Open-Source-Anbieter Univention, Nextcloud und Open-Xchange sogar eine Gemeinschaftslösung für die Kommunikation und Kollaboration bereit, die für den öffentlichen Sektor eine echte Alternative zu den gewohnten US-Diensten darstellt. Die „Sovereign Productivity Suite“ (SPS) soll nicht zuletzt dafür sorgen, dass sich Behörden und Schulen digital unabhängig machen können. „Es kann und darf nicht sein, dass eine Handvoll von Unternehmen und Staaten die Technologien und Lösungen vorgeben, die alle nutzen und dass sie als einzige in der Lage sind, das Innovationspotenzial aus den generierten Daten und der Analyse der Prozesse zu nutzen,“ betont Peter Ganten, CEO von Univention. „Digitale Souveränität ist wichtiger, als es vielen bewusst ist. Ansonsten geben wir einigen wenigen die Kontrolle über die Digitalisierung und damit letztlich darüber, wie wir arbeiten, handeln und irgendwann sogar denken“, warnt Peter Ganten.

Frank Hoberg, Open-Xchange
© Open-Xchange

Frank Hoberg, Mitgründer des deutschen Software-Entwicklers Open-Xchange

Ein weiterer Vorteil von Open-Source-Lösungen ist, dass die Verantwortlichen umgehend reagieren können, sollte es einmal zu einer Sicherheitslücke kommen. Anders als bei proprietärer Software können Sicherheitslücken bei quelloffenen Lösungen schnell gefunden und geschlossen werden, während man bei den großen Anbietern nicht selten lange auf ein Sicherheitsupdate warten muss, sofern die Software überhaupt noch Support-Updates erhält. Die Sovereign Productivity Suite kann von Behörden und öffentlichen Einrichtungen im eigenen Rechenzentrum betrieben oder alternativ über einen SPS-Cloud-Partner genutzt werden. „Die Lösung lässt sich als Teil eines standardmäßig in Europa gehosteten Cloud-Stacks implementieren – und das schnell und sicher“, so Frank Hoberg, Mitgründer von Open-Xchange.

Digitale Souveränität würde alle Bürger schützen

Für die Betreiber und Anwender der Open-Source-Lösung bedeutet das, dass sie die Kontrolle über die eigenen Daten und Prozesse und somit auch Transparenz erhalten. Durch die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern wird zudem genau die digitale Souveränität erzielt, die derzeit in vielen Behörden und Schulen fehlt. Dabei wäre diese gerade hier, wo letztlich die Daten aller Bundesbürger verwaltet werden, besonders wichtig.

Tillmann Brau, freier Journalist

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