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Die Krise treibt den Wandel voran

14. September 2020, 08:30 Uhr   |  Autorin: Simone Seidel / Redaktion: Alexandra Hose | Kommentar(e)

Die Krise treibt den Wandel voran
© rawpixel-123rf

Die Pandemie hat einen Boom bei Videokonferenz- und Kollaborationstools ausgelöst.

Flexible Arbeitsmodelle, Videokonferenz- und Kollaborationstools: Diese Kernelemente von New Work gewinnen in der aktuellen Krise erheblich an Relevanz. Aber auch auf längere Sicht führt in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung daran kein Weg mehr vorbei.

In unberechenbaren Zeiten ist erhöhte Kreativität gefragt. Autobauer produzieren Beatmungsgeräte, Textilfirmen stellen Atemschutzmasken her: Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell sich Lösungen umsetzen lassen, die bisher undenkbar erschienen. Um Betriebsprozesse flexibel umstellen zu können, braucht es allerdings eine funktionierende Infrastruktur. Ist beispielsweise eine vollständige Anwesenheit der Mitarbeiter im Unternehmen nicht gewährleistet, können virtuelle Kollaborationstools, digitale Vertriebswege und neue Technologien wie Cloud Computing als wirksame Hebel dienen, um die Handlungsfähigkeit von Unternehmen aufrechtzuerhalten. Der deutsche Mittelstand ist dabei schon auf einem guten Weg: Laut dem Digitalisierungsindex 2019/20, den Techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt hat, kamen mittelständische Firmen auf 56 von 100 möglichen Punkten und damit auf einen Indexpunkt mehr als im Vorjahr. Die aktuelle Situation hat den Druck, den digitalen Wandel im Eiltempo voranzutreiben, jedoch weiter erhöht.

Mega-Trend Homeoffice
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen der letzten Monate konnten sich viele Unternehmen größtenteils nur virtuell mit Kunden, Zulieferern und ihren Mitarbeitern austauschen. Einer Umfrage von Gartner zufolge haben 88 Prozent der Unternehmen weltweit ihre Mitarbeiter ermutigt oder aufgefordert, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Ähnlich in Deutschland: Einer aktuellen Erhebung des IAB (Institut für Arbeitsmarktforschung) zufolge, waren im April und Mai mehr als die Hälfte der Büroangestellten zumindest zeitweise im Homeoffice tätig, fast jeder zweite von ihnen ausschließlich. Für zahlreiche Firmen bedeutete diese Umstellung eine enorme Herausforderung: Oft musste die IT-Infrastruktur für das mobile Arbeiten auf breiter Basis erst implementiert werden. Die Pandemie hat aber zudem gezeigt, dass Unternehmen mithilfe von modernen Tools nicht nur ihre Prozesse aufrechterhalten und so ihre Handlungsfähigkeit sicherstellen können. Auch unkonventionelle Ideen und neue digitale Geschäftsmodelle sind damit leichter umzusetzen. Und bei den Mitarbeitern wächst die Offenheit und das Verständnis für neue Technologien. Millionen von ihnen erleben derzeit hautnah, wie sich der Sprung in die digitale Zukunft anfühlt – und dass es dafür keine aufwendigen Schulungen und Change-Programme braucht. Der Homeoffice-Trend beweist, wie leicht Veränderung sein kann, wenn kein Weg an ihr vorbeiführt.

Aufstieg der “Gig Economy”

Der Wunsch nach selbstbestimmter Arbeit manifestiert sich in der steigenden Zahl von Freelancern. Viele vorrangig jüngere Arbeitnehmer wollen sich nicht mehr langfristig an ein Unternehmen binden, wie es über Jahrzehnte hinweg üblich war. Berechnungen zufolge sollen in den USA im Jahr 2027 mehr als die Hälfte aller Arbeitskräfte freiberuflich tätig sein. Auch der deutsche Markt verzeichnet bereits einen Anstieg der sogenannten „Gig Economy“: Laut dem Institut für freie Berufe der Universität Erlangen waren im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Menschen freiberuflich tätig, das sind 36 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Kleinere und mittlere Unternehmen können von diesem Trend durchaus profitieren – indem sie die Energie und Kreativität der Freelancer fokussiert lenken und an ihren Zielen ausrichten. Vor allem aber können sie flexibel auf Arbeitskräfte wie Softwareentwickler zugreifen, die für das Angestelltenverhältnis zunehmend schwer zu gewinnen sind. Unterstützt werden sie dabei von innovativen Rekrutierungsformen – etwa der Plattform Expertlead. Sie vermittelt Programmierer rund um dem Globus, die dann beim Kunden für einzelne Projekte per Chat oder Videokonferenz zugeschaltet und nach Tagessätzen bezahlt werden.

 

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2. New Work ist mehr als Homeoffice

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