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Deutschland als sicherer Hafen für Blockchain-Finanzierung

21. Dezember 2017, 10:03 Uhr | Natalie Ziebolz | Kommentar(e)
Blockchain
© Monsit Jangariyawong - 123rf

Bitkom hat ein Positionspapier zu Token Generating Events veröffentlicht. Neben der Forderung Deutschland als Vorreiter der Blockchain-Finanzierung zu etablieren nennt der Digitalverband darin auch nötige Voraussetzungen für das Unterfangen.

Die digitale Währung Bitcoin hat in den vergangenen Wochen einen Kurs-Rekord nach dem anderen gebrochen – kurzzeitig entsprach ein Bitcoin sogar mehr als 20.000 US-Dollar. Doch die Kryptowährung ist längst nicht mehr die einzige, die auf die Blockchain-Technologie baut: Sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), die auch Token Sale oder Token Generating Event (TGE) genannt werden, setzen sich immer mehr zur Finanzierung von Technologie-Start-ups durch. Es handelt sich hierbei um eine unregulierte Methode des Crowdfunding, die vor allem von Firmen verwendet wird, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert. Durch den Verkauf von Anteilen an einer neu emittierten Kryptowährung an Anleger erhält das Unternehmen staatlich emittierte Währungen oder andere Kryptowährungen wie Bitcoin. Dadurch sollen bei der erstmaligen Kapitalaufnahme die streng regulierten Prozesse, wie sie von Risikokapitalgebern, Banken oder Börsen vorgeschrieben werden, umgangen werden. Gleichzeitig erlaubt es die Blockchain-Architektur, die vom Start-up gegen Bezahlung ausgegebenen Tokens mit bestimmten Ereignissen zu koppeln, wie etwa einem bestimmten Datum oder einem bestimmten Unternehmenswert, bei deren Eintreten automatisch eine Auszahlung erfolgt. “Rechtsgeschäfte können auf diese Weise technologisch abgebildet werden, Rechte und Pflichten der Vertragsparteien werden in sogenannten Smart Contracts jederzeit nachvollziehbar verankert”, erklärt Marco Liesenjohann, Referent Blockchain bei Bitcoin. Seit 2012 sind auf diese Weise weltweit rund 2,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt worden – mehr als die etwa 2 Milliarden US-Dollar, die durch klassische Wagniskapitalfinanzierung in diese Start-ups geflossen sind.

In einer Stellungnahme zu Token Generating Events (TGE) fordert der Digitalverband Bitkom nun, Deutschland als einen sicheren Hafen für blockchainbasierte Finanzierungsformen zu etablieren: “Sowohl für junge Unternehmen, die Finanzierung suchen, als auch für Wagniskapitalgeber, die Gelder investieren, sollte sich Deutschland als der zukunftssichere Standort für Wagniskapitalfinanzierung auf TGE-Basis positionieren”, so Liesenjohann. Ein wichtiger erster Schritt dafür ist nach Ansicht des Verbands, eine Sonderwirtschaftszone für Finanzierungen auf Blockchainbasis einzurichten. Damit könne man die neuen und innovativen Instrumente erproben und Erfahrungen sammeln. Dies könne zum Beispiel Berlin als international sichtbarer Blockchain-Hub sein.

Der Digitalverband plädiert dabei vor allem dafür, das neue Mittel der TGE nicht durch übertriebene Regulierung bereits im Keim zu ersticken. Der Aufwand für diese Finanzierungsform muss etwa im Vergleich zu einem klassischen Börsengang deutlich niedriger bleiben. Gleichzeitig muss aber ein ausreichender Verbraucherschutz gewährleistet werden, etwa durch vereinfachte Prospektpflichten, die das bislang bei TGEs gebräuchliche Format des Whitepaper weiterentwickeln. “TGEs sollen für den digital-affinen Investor verständlich präsentiert werden. Es ist wichtig, dass gerade beim Einsatz dieser neuen Form der Beteiligung größtmögliche Transparenz hergestellt wird”, fordert Liesenjohann. Zudem sei es nur konsequent, das Modell weiterzudenken und Tokens als digitale Form der Urkunde zu begreifen. Token seien fälschungssicher, übertragbar und stellten die digitale Variante der Verbriefung von Rechten dar. “Mit Tokens bekommen digitale Inhalte eine Einmaligkeit, die Dingen der physischen Welt ganz selbstverständlich zu eigen sind”, konstantiert Liesenjohann. “Die Bedeutung für die Weiterentwicklung des Internets kann nicht überschätzt werden.”


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