Unternehmenskultur

Der Mensch in der Collaboration-Rechnung

12. November 2021, 6:30 Uhr | Dirk Kiefer / Redaktion: Antje Müller | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Große Wirkung bei starren Strukturen

Wer sich für die Nutzung kollaborativer Arbeitsweisen entschieden hat, stellt schnell fest: Collaboration folgt keiner klar definierten Strategie, die sich wie ein Baukastensystem anwenden lässt. Das Management sollte zunächst die geeignete Form für sein Team durch Versuche, auf Basis von Erfahrungen und auch durch das Einholen externer Expertise ermitteln. Die Unternehmensgröße ist dabei ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl eines geeigneten Vorgehens. Je größer eine Organisation, desto wichtiger ist eine gemeinsame Kommunikations-, Kollaborations- und Wissensplattform als Fundament. Umso starrer die Organisationsstrukturen und die formalisierten Abläufe sind, desto mehr Wirkung kann Collaboration entfalten. Große Unternehmen besitzen häufig eine verflochtene interne Struktur mit vereinzelten Silos, Ebenen und Abteilungen sowie ausdifferenzierten Controlling-Mechanismen. Umso wichtiger ist es bei der Etablierung von Collaboration-Strategien einen Top-Down-Ansatz zu verfolgen. Kleine und mittelgroße Organisationen hingegen sind in der Regel anpassungsfähiger und experimentierfreudiger, da die möglichen Risiken, die sich aus den notwendigen Veränderungen ergeben, als eher beherrschbar wahrgenommen werden. Für Mittelständler stellt sich eher die Frage, wie ein neues Tool an die etablierte „alte“ Infrastruktur angedockt werden kann. Kostengründe können für sie eine reale Hürde darstellen. Start-ups haben indes kaum Akzeptanzprobleme, da für sie moderne Tools Standard sind. Allerdings greifen sie oft aus finanziellen Gründen eher zu kostenfreien oder kostengünstigen Tools. Der Aspekt der Skalierbarkeit bleibt dann vielleicht zunächst unbeachtet. Bei einem Unternehmenswachstum müssten sie dementsprechend nachjustieren.

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Collaboration – Quo vadis?

Collaboration ist weit mehr als ein kurzfristiger Trend. Im Gegenteil, in den kommenden Jahren stehen zahlreiche Neuerungen bevor. Aktuell scheint es auf ein Nebeneinander von vielen Einzellösungen hinauszulaufen. Auch das gehört zum Collaboration-Prinzip: Es gibt eben nicht die eine adäquate Lösung für alle. Vielmehr geht es darum, dass Unternehmen eine gewisse Unschärfe bei situationsbezogenen Lösungen zulassen. Das fördert die Kreativität in der Zusammenarbeit und Innovationen im Ergebnis. Durch Intuition, Kreativität und Expertise können Unternehmen in einem kollaborativen, fehlertoleranten Pool ganzheitliche, fundamental neue Lösungen generieren.

Dirk Kiefer ist Director Public Innovations bei CGI


  1. Der Mensch in der Collaboration-Rechnung
  2. Große Wirkung bei starren Strukturen
  3. Mimik ist wichtig
  4. Individualität ist entscheidend

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