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Managed Services

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

22. August 2018, 10:45 Uhr   |  Autor: Zoran Olujic / Redaktion: Sabine Narloch


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Welchem Provider vertrauen?

Wichtiger Schritt bei der Auslagerung von IT-Aufgaben ist die Auswahl eines Managed Services Providers. Neben dem Angebot, das natürlich den konkreten Bedarf decken muss, gibt es weitere Kriterien, die in die Entscheidung einbezogen werden sollten: So sollte der Provider seinen Auftrag mindestens so gut erfüllen wie die eigene IT-Abteilung, idealerweise sogar besser. Dafür muss er über eine ausreichende Anzahl an geschulten Fachkräften verfügen sowie die nötige Expertise, nachgewiesen etwa durch Zertifikate. Ebenso relevant bei der Auswahl ist die Erreichbarkeit: Steht mir der Helpdesk 24 Stunden täglich zur Verfügung? Bei Managed Services lohnt es sich besonders, darauf zu achten, dass der Anbieter Standards für Qualität und Sicherheit erfüllt. Ebenfalls wichtig sind Hersteller-Partnerschaften und wie eng die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird. Anhaltspunkte, ob ein Managed Services Provider die Vorgaben erfüllt, bieten beispielsweise Referenzen, Bestenlisten, Benchmarks und Auszeichnungen. Eine Voraussetzung, die der gewählte Anbieter auf jeden Fall erfüllen sollte, ist, den Leistungsumfang der Managed Services genau an die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen – beispielsweise durch individuelle Service Level Agreements.

Welche Managed Services beziehen?
Bleibt die Frage: Über das Auslagern welcher Aufgaben erzielt man den größten Nutzen? Es empfiehlt sich zunächst der Blick auf zeitaufwendige Standardaufgaben: Bereitstellung und Administration von Infrastruktur, Back-ups, der E-Mail-Betrieb, das Monitoring oder der Helpdesk mit Service und Support. Vieles davon ist für die eigentliche Wertschöpfung des Unternehmens nicht relevant und muss daher heutzutage nicht mehr selbst umsorgt werden.

Die Mitarbeiter, die sich bisher damit beschäftigt haben, könnten sich dann viel mehr um das Vorantreiben der Digitalisierung oder die Automatisierung von Prozessen kümmern. So rücken Aufgaben in den Fokus der internen IT-Abteilung, die Wettbewerbsvorteile und das Geschäft vorantreiben.

Ein Beispiel dafür, wie durch einen externen Dienstleister zusätzliches Know-how in die IT-Abteilung einzieht, ist der Bereich IT-Sicherheit. Während die Sicherheitsanforderungen immer größer werden, fehlen IT-Sicherheitsspezialisten, die mit immer komplexeren Aufgaben konfroniert werden. Intern das nötige Know-how aufzubauen ist für die meisten Unternehmen nicht zu bewerkstelligen. Der Provider hingegen kann in einem sogenannten Security Operations Center die Infrastruktur des Unternehmens überwachen. Bei einem Angriff auf die Systeme des Kunden sorgt das Team rasch für das Ergreifen geeigneter Maßnahmen. Mithilfe des Providers schützen sich Unternehmen so gegen die zunehmenden Gefahren für ihre IT, ohne dafür eigenes Personal finden zu müssen.

Aber auch Legacy-Systeme erfordern Expertenwissen, das nur noch selten vorhanden ist. Die Mitarbeiter, die das Fachwissen für solche Systeme haben, gehen allmählich in den Ruhestand. Ihre Expertise fehlt den Unternehmen und für die jüngeren IT-Mitarbeiter sind diese Bereiche nicht interessant. Sie möchten sich lieber in innovativen Projekten einbringen, anstatt „antike“ Maschinen am Laufen zu halten. Ein IT-Dienstleister hat oftmals die entsprechenden Experten und kann die Pflege der alten Systeme als Service übernehmen.

Nicht nur bei alten, sondern auch bei neuen Systemen stehen Unternehmen häufig ohne interne Spezialisten da. Fachkräfte, für SAP Hana etwa, sind rar und die eigenen Mitarbeiter für die Migration zu schulen, kostet Zeit und Geld. Deshalb bieten sich Managed Services auch bei der Einführung neuer Plattformen und Systeme an. Der Provider hat meist schon Erfahrung mit solchen Projekten gesammelt und kennt die Stolperfallen sowie die Herausforderungen.

IT-Experten gezielt unterstützen
Aktuelle IT-Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Automatisierung, das Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Big Data konfrontieren Betriebe mit neuen Herausforderungen und brauchen zusätzliche Expertise. Gleichzeitig müssen genug Ressourcen für den laufenden IT-Betrieb verfügbar sein. Als Folge wird die Nachfrage nach IT-Spezialisten weiter zunehmen und der Fachkräftemangel in diesen Bereichen noch deutlicher zutage treten. Wer dennoch konkurrenzfähig bleiben und Wettbewerbspotenziale nutzen will, wird nicht umhinkommen, das eigene IT-Personal gezielt mit Managed Services zu unterstützen.

Zoran Olujic ist Business Unit Manager IT-Operations bei Axians IT Solutions

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1. Dem Fachkräftemangel entgegenwirken
2. Welchem Provider vertrauen?

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