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Datenströme in geregelte Bahnen lenken

19. Juli 2019, 12:59 Uhr   |  Autor: Konstantin Hüdepohl / Redaktion: Diana Künstler

Datenströme in geregelte Bahnen lenken
© fotolia

Messdaten dienen zum einen als Qualitätsnachweis für die Installation und Grundlage für Garantieprogramme der Verkabelungshersteller, zum anderen sind sie für den Installateur des Netzwerkes relevant.

Messdaten sind ein wertvolles Gut, besonders wenn es sich um die Abnahmemessungen von Datenverkabelungen handelt. Um Projekte schneller und effizienter abwickeln zu können, bietet sich der Datenaustausch via Cloud an.

Die Abnahmemessung mit einem Zertifizierer nach den bekannten Normen wie ISO/IEC 11801 beziehungsweise EN50173 Klasse EA ist entscheidend bei der Installation eines Datennetzwerkes. Diese dient zum einen als Qualitätsnachweis für die Installation und Grundlage für Garantieprogramme der Verkabelungshersteller, zum anderen aber auch als Nachweis der verbauten Kabellängen und ist daher vor allem für den Installateur des Netzwerkes relevant. Dieser Umstand wirft nun zwei Fragen auf:

  1. Wie kann der Installateur möglichst schnell Messungen planen, Messaufgaben verteilen und dann Messdaten von der Baustelle auswerten?
  2. Ist der Datenaustausch über eine Cloud-Lösung sinnvoll, um Projekte schneller abzuwickeln?

Diese beiden Fragen sind prinzipiell für alle Datennetzwerk-Installateure interessant. Besonders bei größeren Projekten oder bei Projekten, die sich über mehrere Lokationen ausdehnen, sind innovative Lösungen gefragt.

Herausforderungen bei den Messungen
In vielen Projekten steht der Projektleiter des Installateurs vor folgenden Herausforderungen:

  • Projekte erstrecken sich über mehre Lokationen, eventuell in mehreren Städten.
  • Projekte müssen aufgeteilt werden und an verschiedene Teams delegiert werden.

Der Projektleiter muss seinen Installationsteams Projekte zuweisen und Aufgaben an die Teams verteilen. Besonders schwierig wird es, wenn die Teams in verschiedenen Städten arbeiten und nur per Telefon und E-Mail mit der Firma und dem Projektleiter Kontakthalten. Ein nützliches Hilfsmittel ist es, wenn der Projektleiter vorgefertigte Messlisten erstellen kann, welche die Teams dann abarbeiten. Die Vorteile der Messlisten sind ein einheitliches Namensformat der Messungen und eine klare Zuweisung der Aufgaben an die Teams. Zusätzlich dienen sie auch als Checkliste, damit keine Strecken übersehen oder nicht gemessen werden. Wenn die Abnahmemessungen beendet sind, müssen die Messdaten wieder zurück an den Projektleiter zur Auswertung und zur Erstellung der Abnahmeprotokolle.

Oft entstehen in beiden Schritten Verzögerungen, da traditionelle Messgeräte keine Messlisten unterstützen und daher die Messdaten über einen PC oder Laptop ausgelesen werden müssen. Die Messdaten müssen in diesem Fall entweder per USB-Stick oder mit anderen Speichermedien in die Firma gebracht oder per E-Mail übermittelt werden. Diese Verzögerungen stellen ein Hindernis dar, da der Projektleiter erst verspätet bei Problemen eingreifen kann. Oft sind die Installationsteams dann gar nicht mehr vor Ort und müssen zu einem späteren Zeitpunkt nochmals „ausrücken“. Außerdem kann der Projektleiter erst verspätet die Abnahmeprotokolle erstellen und das Projekt weiterberechnen.

Besonders spannend wird es, wenn ein Projekt an verschiedene Teams aufgeteilt wird. Üblicherweise bekommt der Projektleiter dann einen ungeregelten Strom von Messdaten mit nicht einheitlichen Namensformaten zurück und muss dann in mühsamer Kleinarbeit die Abnahmemessungen sortieren, in das richtige Namensformat bringen und prüfen, ob alle Messungen bestanden sind und nichts vergessen wurde. Wenn der Projektleiter Glück hat, geschieht die Übertragung der Messdaten in Form von E-Mails, dann ist zumindest einigermaßen nachvollziehbar, wer welche Messung ausgeführt hat. Meist geschieht die Übergabe der Messdaten jedoch einfach am Ende der Woche in Form einer losen Ansammlung von USB-Sticks.

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2. Cloud – was ist zu beachten?

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