Messtechnik

Datennetze installieren mithilfe von SaaS-Diensten

7. Juni 2016, 13:28 Uhr | Autor: Christian Schillab / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Mehrwerte durch SaaS-Dienste

Ein cloudbasierte Software as a Service-Dienst sollte sich nicht auf den Transport von Messergebnissen und Konfigurationen beschränken, sondern kann den Projektleiter auch beim Erkennen von unerwarteten Ergebnissen und der Verwaltung seines Messgeräteparks unterstützen. Folgende Beispiele sollen dies aufzeigen:

  • Unerwartete Kabelkennung: Oft gibt es ad hoc Änderungen und Ergänzungen im Projekt und es werden zusätzliche oder abgeänderte Links eingerichtet. Wenn der SaaS in der Lage ist, diese unerwarteten zusätzlichen Links oder Links mit geänderter Kennung zu markieren, kann sichergestellt werden, dass die Projekt-Dokumentation angepasst und der Mehraufwand in der Projektabrechnung berücksichtigt wird. Nachdem die unerwartete Kabelkennung markiert und hervorgehoben wurde, kann der Leiter sie dem Projekt hinzufügen. Er wird so kein zweites Mal gewarnt.
  • Unerwarteter Grenzwert: Manchmal ist es notwendig, dass einzelne Links, die unter speziellen Voraussetzungen gebaut wurden, mit geänderten beziehungsweise vereinfachten Grenzwerten geprüft werden. In jedem Fall ist es für den Projekt-leiter von großem Vorteil, wenn das Projektmanagementwerkzeug eine solche Abweichung von der Projektnorm hervorhebt. Auch in diesem Fall kann der Projektleiter die Messung mit dem unerwarteten Grenzwert dem Projekt als legitime Messung hinzufügen.
  • Kalibrierung der Messgeräte: Die Grundlage für die Gewährung einer Sys-temgarantie durch den Hersteller des Verkabelungssystems ist in den meisten Fällen das Messprotokoll der Abnahmemessung. Voraussetzung ist dabei, dass die Messgeräte kalibriert sind. Messgeräte sind oft mit mehreren Messmodulen ausgestattet, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeschafft wurden und bei denen die Kalibrierung mit unterschiedlichem Datum abläuft. Für Unternehmen mit einem großen Messgerätepark kann sich daraus sehr leicht ein logistischer Albtraum entwickeln. Warnt jedoch die Messgeräteverwaltungssoftware noch vor einer abgelaufenen Kalibrierung, ist es möglich, die Neukalibrierung für einen Zeitraum mit reduzierter Projektaktivität zu planen.
  • Standort der Messgeräte: Messgeräte, die Projektkonfigurationen und Testergebnisse über SaaS-Dienste synchronisieren, ermöglichen eine merkbare Effizienzsteigerung für das Unternehmen, da sie permanent draußen im Feld und in den Projekten verbleiben können. Dies bedeutet aber auch, dass es wichtig ist, immer über deren Standard oder Verbleib im Bilde zu sein. Da die Synchronisierung der Mess-ergebnisse typischerweise über ein Smartphone als Access Point abläuft, ist es relativ einfach die Information über den Standort mit zu übermitteln und so die Aufgabe der Projektleiter oder Messgeräte-Koordinatoren zu vereinfachen.

Einhaltung von Privacy-Richtlinien
Oft werden cloudbasierte Dienste mit einem Sicherheitsrisiko in Verbindung gebracht. In diesem Zusammenhang bietet es sich an, ein Beispiel aus einer ähnlichen Branche zum Vergleich heranzuziehen: In einem neuen Bankgebäude wird als Teil der Abnahmeprozedur für Klima und Heizung für jeden Raum Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufgezeichnet. Sollte es jemanden gelingen an diese Information zu gelangen, ist es ihm mit diesem Wissen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht möglich, die Bank zu berauben. Ähnlich verhält es sich mit Daten zu kryptischen Kabelkennungen, NEXT, RL (Rapportlänge) und Einfügedämpfungs-Reserven.

Dies soll im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass der SaaS nicht den nationalen, europäischen und internationalen Regeln für den Daten-Hafen entsprechen muss. Im Gegenteil: Die Privacy-Richtlinien sollten im Vorfeld klar formuliert und schlussendlich eingehalten werden.

Christian Schillab ist EMEA Product Manager/Media Test bei Fluke Networks

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